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Tag: 28. April 2020

Abschottung, Tag 46

Abschottung, Tag 46

Die Nacht war eine der schlechtesten. Der Kopf dröhnt, ich bin fertig. Ich merke: Ich habe wieder zu wenig auf mich geachtet in den letzten Tagen. Mir geht es nicht gut. Womöglich macht mir der Wetterumschwung noch zusätzlich zu schaffen.

Kurz wach wurde ich um kurz vor 9h00, weil ich Regentropfen hörte und noch Wäsche auf dem Balkon war. Wenigstens war ich da wach genug, um mich krank zu melden, denn so fühle ich mich: arbeitsunfähig.

Das Kind versuchte, mich schlafen zu lassen. Der RB schaffte es, mich schlafen zu lassen und weckte mich erst gegen 12h00 mit einem Tee. Als ich dann aufgestanden war, war klar: Ich musste raus. Raus und laufen. Viel laufen. (Wenn das Fahrrad in Ordnung wäre, wäre auch noch viel mehr Fahrrad fahren eine Option gewesen.) Da ich nicht wieder Richtung Berger Hang wollte, besprach ich mich mit Else. Es war klar, dass ich ein wenig ÖPNV nutzen müsste, wenn ich keine 25-km-Tour machen möchte. Die Route stand, ich packte meine Sachen, machte dazwischen noch ein Paket fertig, aß etwas Müsli und dann schnürte ich die Wanderstiefel und ging … zum Bus.

Das war das erste Mal ÖPNV seit über 5 Wochen. Hui. Aber alle saßen brav mit Masken drin. Außer dem Mittelstüfler, der unbedingt mit dem Rad in den Bus musste. Ich musste sogar umsteigen.

An meinem Startpunkt angekommen regnete es erstmal. Gut, dass ich die Regenjacke dabei hatte. Und nein, umdrehen kam nicht infrage. Ich musste mich bewegen, ich brauchte frische Luft und ich brauchte auch die Zeit für mich allein. Also gehe ich ungeachtet der drei Regentropfen weiter und es war auch gut so. Nach ein paar Metern hörte es auf zu regnen und es wurde sogar warm.

Ich lief entlang der Nidda und es war erfreulich wenig los. Die paar anderen Spaziergänger und -fahrer waren überschaubar und hielten auch Abstand. Ich sammelte Sonne, frische Luft und #Blümchenspam. Bei Kilometer 7 hatte ich kurzfristig keine Lust mehr, aber da war ich gerade durch Berkersheim durch und dann hätte ich umdrehen müssen, um zum ÖPNV zu kommen. Also lief ich weiter und stieg dann erst an der BGU in den Bus – nach 11 Kilometern.

Boah, tat das gut. Diese Auszeit war so nötig.