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Tag: 13. April 2020

Abschottung, Tag 31

Abschottung, Tag 31

Gestern habe ich – ich weiß gar nicht warum – spontan nach Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht gesucht. Beim BMJV wurde ich fündig. Und während es relativ einfach war, das pdf für die Vorsorgevollmacht mittels Formularfeldern auszufüllen, habe ich an der Patientenverfügung durchaus noch zu überlegen. Das ist noch nicht fertig und muss dann auch noch beglaubigt werden. Eine Betreuungsverfügung kann ich dann auch gleich noch „erlassen“. Und meinen Organspendeausweis muss ich auch noch suchen.

Als ich im Bett liege und fast (!!) eingeschlafen bin, macht es „sssssssss“. Aaarg, eine Mücke im Zimmer. Ich mache das Licht an. Natürlich finde ich nichts. Ich bin erstmal wach. Dann beschließe ich, dass ich mit Mücke im Zimmer schlafen muss. Licht aus, einkuscheln. Ich bin fast eingeschlafen, da macht es wieder „sssssssss“. Orrr, setz dich irgendwo hin, du Drecksmücke oder stech mich und gib dann halt Ruh. Ich mache kurz das Licht an, aber finde wieder nichts. Ich bin müde und will schlafen. Licht aus, einkuscheln. Aber ich bin wach. Und wieder macht es „sssssssss“. Wenn ich das Mistvieh nicht finde, wird das nichts mehr mit Schlaf heute. Also Licht an und mit der Handytaschenlampe zusätzlich alles ausleuchten. Hah, da sitzt die Mücke. Ich schnappe mir meinen Latschen und – patsch – erwische sie. Da ist es aber auch schon fast 5h00.

Um 11h00 werde ich wach. Wenigstens rauscht der Kopf nicht, aber so ganz sicher bin ich mir noch nicht, ob der Tag gut wird. Aber weil wir um 12h00 zum Zoom-Brunch verabredet sind, stehe ich auf. Diese Zoom-Events tun wirklich gut.

Danach mache ich dann endlich meinen Text fertig.

Eigentlich will ich rausgehen, aber davor will ich doch ein paar Sachen fürs Abendessen vorbereiten.

Dann drehen wir zu dritt eine Runde durchs Viertel. Des Kindes Laune ist zum Davonlaufen, aber wir wollten ja eh nur Luft schnappen. Wieder zu Hause koche ich fertig.

Aushak ist kein Essen für jeden Tag: Zum einen zu aufwändig, zum anderen auch einfach zu lecker. Zum Nachtisch spielen wir zusammen.

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Ach ja, und sollten in Bälde die Schulen wieder geöffnet werden – mit Schulpflicht -, unabhängig davon, wo wir gerade in der Pandemie stehen, wird das nicht gut ausgehen. Nach der ganzen Zeit sind die Kinder und Lehrerinnen für- und untereinander wieder neue Primärkontakte. VIELE neue Primärkontakte. Wer meint, dass das wichtig für die Wirtschaft ist, denkt halt auch nur von 12 bis Mittag. Ja, natürlich können Eltern, deren Kinder in der Schule sind, wieder einfacher – oder überhaupt – ihrer Arbeit nachgehen. Toll, wir retten die Wirtschaft.

Nicht.

Denn was ist, wenn das Kind Covid19 aus der Schule mit nach Hause bringt? Dann müssen alle Hauhaltsmitglieder für 2 Wochen in Quarantäne und darüber hinaus noch weiter, bis sie wieder gesund sind, denn die Wahrscheinlichkeit, sich innerhalb eine Haushaltes anzustecken, ist ja durchaus recht hoch. Da fallen die Arbeitnehmerinnen nicht kontrolliert wie zur Zeit aus, sondern von jetzt auf gleich. Und im „besten“ Fall auch noch weitere Arbeitnehmerinnen, die mit den betroffenen Eltern zusammengearbeitet haben.
Gewonnen ist damit …

… NICHTS.

Sollten die Schulen ohne Schulpflicht wieder öffnen, wird das Kind definitiv nicht hingehen. Denn während es für mich kein Problem ist, weiterhin von zu Hause – und ggf. in Quarantäne – zu arbeiten, würde Quarantäne für den RB bedeuten, dass er 2 Wochen nicht in den Laden kann und damit immense Ausfälle hätte.