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Tag: 5. April 2020

Abschottung, Tag 23

Abschottung, Tag 23

Nach dem Spaziergang durch den Osten Frankfurts gestern wachte ich heute mit einem angenehmen Muskelkater aufgewacht. Hach, das tut gut.

Zum Frühstück gab es Bananenbrot, das ich gestern noch gebacken hatte. Gestärkt rasierte ich dem Kind die Haare. Weil Ferien sind, traute er sich endlich zum Iro. Und hey, es sieht verdammt cool aus. Dann durfte der RB an meinen Hinterkopf. Und ich durfte an seinen ganzen Kopf. Nach dem Duschen stellte ich allerdings fest, dass des RBs 3D-Schwäche Zögerlichkeit zu ein paar Besonderheiten geführt hatten. Kurzerhand schnappte ich mir den Bartschneider und arbeitete nach. Dann nahm ich auch die Schere und kümmerte mich um den Pony und die Kotletten.

Die gute Seite 😉

Während das Kind sich durch die Welt videokonferierte – zunächst war Norwegen dabei, später Frankreich -, brachte ich der Nachbarin das kleine Extra-Bananenbrot. Dann saugte ich ein paar Spinnweben von der Decke, aber Saugfried streikte irgendwann. Tja, da kann ich nichts machen. Dann videokonferierte ich mich mit einem befreundeten Paar. Der RB videokonferierte mit anderen Menschen.

Dann kam ich auf die Idee, dass ich endlich mal das Flugticket vom Kind stornieren sollte und griff zum Telefon – ja, natürlich hatte ich den Buchungscode parat. Und weil ich von lange Wartezeiten in der Hotline ausging, fing ich beim ersten Tuten an, die Grie Soß zubereiten. Dann musste ich irgendwelche Zahlen drücken und kurz hatte ich Angst, wieder in den englischsprachigen Teil geraten zu sein. Doch dann – ich war noch immer bei der Petersilie* – sprach mich eine Dame viel, viel, viel schneller als erwartet an. Ich gab den Buchungscode an. Nein, umbuchen kann ich leider nicht, ich weiß ja nicht, wann es weitergeht. Die Rückbuchung würde etwas dauern. Ja, kein Problem. Ist ja alles unschön genug so.

Danach machte ich die Grie Soß fertig – die Petersilie war ja noch gar nicht verarbarbeitet. Der RB kümmerte sich um Herrn Weber und das Grillen.

Und damit das Kind wenigstens etwas frische Luft bekam, musste er noch mit mir auf den Balkon, um die beiden Avocados endlich einzuplanzen und die Pilea-Babys in ihre Kinderzimmer eigene Blumentöpfe zu überführen.

Danach videokonferierten der RB und ich noch mit einem anderen befreundeten Paar. Es tut gut, sich wenigstens so zu sehen und zu sprechen.

Und als hätte das Kind mitbekommen, dass ich heute das Flugticket zu seinem Papa storniert hatte**, hatte er heute abend besonders großes Vermissen. Wäre er doch auch, wenn keine Pandemie wäre, bereits seit gestern beim Kv. Er weinte und schluchzte viel. Er war traurig und brauchte Einschlafbegleitung. Ich hoffe nur, dass er sich nicht die kommenden zwei Wochen weiter reinsteigert***.

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* Wenn ich Grie Soß mache, rolle ich das Päggscher auf, vereinzele die verschiedenen Kräutersorten. Dann fange ich immer mit der Petersilie an, die anderen Kräuter folgen dann auch sortenrein und in einer bestimmten Reihenfolgen. Am Ende kommt immer die Kresse rein.

** Ich hatte es ihm extra nicht gesagt.

*** ja, das klingt nicht sehr nett. Ich brauche Urlaub.