Punk goes Oper: Tristan und Isolde
Wagner ist auf allen Ebenen schwierig. Also mal abgesehen davon, dass ich aus allgemein bekannten Gründen* keine Wagner-Fanin bin, bin ich auch definitiv keine Freundin seiner Musik. Aber da aufgrund der deutschen Urheberrechtsregelung** keine Tantiemen mehr an die Wagner-Familie fließen, kann ich für mich soweit Werk vom Künstler trennen, dass ich mir die im Abo enthaltenen Wagner-Aufführungen ansehe. Ich habe mich auch schon in der vergangenen Saison durch Parsifal gequält.
Tristan und Isolde war musikalisch und von der Story her schon deutlich besser als Parsifal, aber die Musik holt mich nicht ab. Die Texte sind schwierig. Und es ist furchterregend langatmig. Am schlimmsten war das Duett von Tristan und Isolde im 2. Aufzug. Hilfe, war das zäh. Und ich bin mir sehr sicher, dass es auch nicht erträglicher gewesen wäre, wenn „unsere“ Isolde und „unser“ Tristan stimmlich besser zueinander gepasst hätte. Das war nämlich akustisch nicht sonderlich erbaulich: Er war zu leise und sie sehr schrill. Es klang nicht gut zusammen. Einzeln waren die Stimmen hingegen ok. Besonders stark waren die Stimmen von König Marke und Kurwenal. Die haben überzeugt. Brangäne hatte mir viel zu viel Vibrato in der Stimme. Wenigstens hat das Bühnenbild wieder überzeugt.
Wir waren wirklich sehr froh, als das (Musik-)Drama nach knapp 5 Stunden (inkl. 2 Pausen) endlich vorbei war. Und ich hoffe inständig, dass in der nächsten Saison keine Wagner-Oper dabei ist. (Sonst muss ich mir wirklich überlegen, ob ich den Termin freigeben lasse. Noch eine Wagner-Oper ertrage ich nicht.)
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* Richard Wagner war überzeugter Antisemit.
** Das Urheberrecht erlischt ach 70 Jahren.


