Abschottung, Tag 48

Abschottung, Tag 48

Es wird besser mit dem Schlaf. Etwas. Zumindest habe ich bis 7h00 durchgeschlafen. Dann weckte mich die Blase, aber ich blieb tapfer und schlief noch einmal ein. Um 8h30 kam das Kind zu mir. Ich wurde langsam wach. Ich hing noch in einem Traum fest, allerdings erinnere ich mich nicht mehr an die Handlung. Ich stand auf, machte kurz den Arbeitsrechner an. Dann ging ich duschen und machte mich um kurz vor 10h00 auf eine Mission: Letzter Versuch, um des Kindes Tablet zu retten. Ginge, lohnt sich aber nicht.

Wieder zu Hause musste ich erstmal arbeiten: Telefonieren und an Texten rumfrickeln. Zwischendurch gab es ein kurzes Frühstück mit den beiden Männern des Hause. Das wir kurz wegen sehr dunkler Wolken unterbrachen und dann doch mal den Balkon abdeckten*. Just als wir wieder drinnen waren, fing es an zu regenen und auch die Kopfschmerzen wurden schlimmer**.

Um kurz vor 13h00 musste ich dann das virtuelle Klassenzimmer via zoom eröffnen. Nein, das ersetzt keinen Unterricht, soll aber den Kindern die Gelegenheit geben, sich miteinander und den verschiedenen Lehrkräften auszutauschen. Da es eine Elternintiative ist, zu der ich die Lehrkräfte miteinlade, ist das auch für den IT-Beauftragten der Schule in Ordnung – zumal dieser Tage „das alles nicht so genau genommen wird“ und vermutlich alle froh sind, wenn überhaupt etwas passiert. Das Kind war danach emotional etwas durch: Er hatte doch relativen Stress vorher, weil er nicht wusste, was er mit seinen Haare, also dem Iro machen sollte. Er wollte ihn nicht abscheiden, aber zeigen wollte er ihn auch nicht. Er hatte sowas wie Angst vor den Reaktionen seiner Mitschülerinnen. Schlussendlich saß er aber doch mit Iro und ohne Kappe vor der Laptop-Kamera und es war wohl ok – letztlich auch, weil die Lehrkraft sagte, wie cool sie die Frisur fände.

Zum Nachmittag wurden die Kopfschmerzen schlimmer, ich machte noch zwei Projekte fertig. Als der RB nach Hause kam, holte ich TeilStückchen. Dann kümmerte ich mich um die Hardwareaufrüstung in diesem Haus: ein neues Tablet mit ordentlicher Schutzhülle fürs Kind und Bloothoth-In-Ears für mich. Später versuchte ich mit dem Kind eine Ethikaufgabe zu machen, aber er war nur bedingt aufnahmefähig. Der RB war zwischendurch noch einmal einkaufen und brachte die richtigen Drogen*** gegen die immer noch persistenten Kopfschmerzen mit. Dann machte ich mich ans Abendessen. Dank eines Hamstekaufanfalls ziemlich zu Beginn der Abschottung konnten wir aus den Vorräten schöpfen (der RB kaufte nur Milch für seinen Kaffee).

Nach dem Essen alberten wir so rum. Das Kind führt für den RB und mich ein Punktesystem ein. Ich verweigerte mich, einen schlechten Witz zu erzählen, sondern pickte**** weiterhin im Abendessen, worauf das Kind mir folgendes überreichte:

Dank fehlendem Tablet schaffte es das Kind sich doch selbst zu beschäftigen mit den Dingen, die sonst in seinem Zimmer sind. Das ist auch mal ganz gut.

Beschlossen, dass wir wieder mehr Ritual zusammen brauchen und so begann ich heute, ihm die Känguru-Chroniken vorzulesen. Er geisterte danach auch nicht ganz so viel rum wie sonst.

Der RB und ich beschlossen den Abend auf der Couch mit Uhtred. Ein weitere Pussyhat ist fast fertig.

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* Natürlich nicht den ganzen Balkon, sondern Herrn Weber, die Sitzecke und den Strandkorb, die allerdings noch vom nächtlichen Regenschauer nass waren.

** Die Ibu half allerdings nicht wirklich.

*** Manchmal muss es ASS sein, auch wenn mein Magen das nicht so mag.

**** Nicht dies mäkelige Herauspicken von Dingen die eine (nicht) mag, sondern das Picken von Resten direkt aus dem Topf, weil es so lecker war.

2 Gedanken zu „Abschottung, Tag 48

  1. Hallo Little B,
    ….haben Sie es schon mit Thomapirin Intensiv versucht?
    Mein Mittel der Wahl bei ähnlicher Kopfwehproblematik.
    LG Ilona

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