Abschottung, Tag 30

Abschottung, Tag 30

(Dieses Durchzählen ist wirklich deprimierend.*)

Die Nacht war nicht sooo gut. Keine Ahnung warum. Vor 4h00 bin ich vermutlich nicht richtig eingeschlafen. Um 9h00 werde ich wach, weil das Kind Ostereier auf dem Balkon sucht und sich mit der Nachbarsfamilie unterhält, die gleiches im Hof macht. In meinem Kopf rauscht es. Ich schlafe – zum Glück aller – nochmal ein. Als ich gegen 11h30 wieder aufwache, rauscht es in meinem Kopf immer noch.

Das Osterfrühstück ist eher ein Mittagessen. Aber immerhin auf dem Balkon.

Danach machen wir einen kurzen Familienausflug. Gestern hatte ich ja absichtlich viele kleine Hefezöpfe und mehrere Rübli-Muffins statt einem großen Kuchen gemacht. Ich wollte sie nämlich an den einen oder anderen Alleinstehenden im Freundeskreis verteilen. Also gehen wir mit einem improvisierten Osternest in die erweiterte Nachbarschaft.

Dann kümmere ich mich um den Kartoffelsalat à la Oma**, den sich das Kind zum Osterschnitzel gewünscht hat. Mein Kreislauf ist zickig und in meinem Kopf rauscht es immer noch. Entweder ist es das durchaus schwüle Wetter oder eine Prodromiphase. Ersteres wäre mir lieber.

Als der Kartoffelsalat fertig ist, nehmen der RB und ich drei weitere Impro-Osternester und fahren gen Offenbach und verteilen drei weitere Male Brioche und Rübli-Muffins. Bei den einen bekommen wir im ungeplanten Austausch Mundschutze Rotzbremsen.

Es tut sehr gut, die Freunde zu sehen. Ich hätte sie gerne umarmt. Das fehlt mir schon. Ich würde gerne „bald wieder“ sagen. Aber ich glaube nicht daran. Das geht höchstens bald, wenn die ersten Covid19 durchgemacht haben***.

Zu Hause essen der RB und ich erstmal Kuchen. Das Kind hängt an der Nadel einem Bildschirm und zockt und hat sich wohl an Osterschokolade übergessen.

Während später das Kind unter des RBs Anleitung Schnitzel macht, lege ich mich nochmal hin. So ganz wohl ist mir nicht. Wenigstens rauscht es nicht mehr in meinem Kopf.

Schnitzel und Kartoffelsalat sind lecker.

Das Kind hat später wieder Blues. Papa-Blues. Oma-und-Opa-Blues****. Zum Glück schläft er dennoch schnell ein.

—————————-
* Vor allem, weil ich ja noch 14 Tage aufrechnen muss, in denen ich – abgesehen von einem Tag – bereits im HomeOffice war.

** also Oma vom Kind = meine Mutter; traditionell gibt es den bei uns nur zu Weihnachten, aber Soulfood ist dieser Tag wichtig.

*** Also, wenn entweder ich oder diejenige, die ich umarmen will, SARS-CoV2-Antikörper hat. Ansonsten ist es nämlich auch witzlos.

**** Ich fürchte, dass an diesere Stelle das gestrige Gespräch zwischen dem Kind und mir nachwirkt, in dem ich ihm gesagt habe, dass Covid19 für Opa eine tödliche Bedrohung ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.