Lockdown, Tag 1

Lockdown, Tag 1

#ClosedAdvent (16)

Da das Kind nicht um 8h15 in der Schule sein muss, muss hier auch niemand zu unsäglichen, dem Biorhythmus komplett widerstrebenden Uhrzeiten aufstehen. Das ist gut. Zumal die Nachtschicht halt ausreichend lang dauerte. Aber sechs Stunden Schlaf durfte ich trotzdem bekommen.

Ich brauche etwas, bis ich in die Gänge komme, aber die Dusche hilft, dass ich um 10h00 halbwegs frisch aussehe, als die erste Videokonferenz ansteht. Die zweite folgt umgehend. Dann etwas Projektarbeit und mit dem Kind feststellen, dass keine Aufgaben in Moodle stehen. Tja nun. Kann er sich mit Ethik beschäftigen. Wobei ich die verhältnismäßig intensive Bibelarbeit, die gerade ansteht doch recht befremdlich finde. Ich bin gespannt, ob sich in diesem Außmaß auch mit Koran und Thora beschäftigt wird.

Zwischendrin legt mir der RB ein Päckchen auf den Tisch: „Da ist wohl ein Päckchen vom #Badventskaffee zurückgekommen.“ Ich bin etwas irritiert, hatten doch alle, die da waren ihre Kekse. Ich brauche etwas, bis ich schalte: Die liebe S. hat „meine“ Verpackung genutzt, um mir einen Keksgruß zurückzuschicken. <3

Sogar die Streudeko wurde recyclet.

Ich jongliere diverse Projekte und weiß schon mittags, dass ich wieder eine Nachtschicht einlegen muss. Tja nun, ab Freitag habe ich frei, das wird schon irgendwie gehen.

Der RB rotiert, weil nun der nächste Mitarbeiter krank ist. Der luftleere Luftballon ist nicht mehr weit. Aber natürlich ist der RB bei allem Stress sehr dankbar, dass er noch offen haben darf. Und sein Hygienekonzept ist so gut, dass ihm bislang auch die obligate Herbst-Winter-Erkältung erspart geblieben ist.

Das Kind hat sich sehr schnell selbst in WhatsApp eingewiesen und telefoniert nun fröhlich durch die Gegend. Es tut sehr gut zu hören, dass er mit anderen Kindern Kontakt hat. Sie zusammen zocken. Er sich draußen mit ihnen trifft.

Meine letzte Videokonferenz ist um 18h30 zu Ende. Der RB muss um 20h00 das nächste Online-Tasting bestreiten. JETZT ist also Zeit zum Essen. Gekocht hat – natürlich – niemand. Also bestellen wir erneut, was der RB und ich zusammen abholen gehen, damit ich überhaupt mal rauskomme. Und ja, ich bin gerade sehr dankbar, dass wir es uns leisten können, einen dritten Tag in Folge Essen bestellen zu können. Genauso wie ich dankbar dafür bin, dass wir uns eine Putzhilfe leisten können. Ich wüsste nicht, wie wir uns aufreiben würden, müssten wir die Dinge anders handhaben.

Die Nachtschicht geht lange, aber ist wenigstens sehr produktiv. Ohne die nächtliche Ruhe wüsste ich derzeit nicht, wann ich Texte schreiben sollte.

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