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Tag: 18. Dezember 2020

Falsch-Geld

Falsch-Geld

#ClosedAdvent (18) // Lockdown, Tag 3

Ausschlafen ist nicht so wirklich. Schließlich kommt die Putzhilfe heute. Der RB und ich räumen zusammen auf. Dann fährt er los Getränke kaufen. Das Kind hat Aufgaben in Moodle gefunden. Es ist etwas skurril, denn ich habe ja ab heute frei. Und ich kann tatsächlich frei machen*.

Während die Putzhilfe werkelt, gehe ich raus. Ich muss noch was beim Dorf-Buchhandel abholen. Vorher muss ich allerdings zur Bank, da der Dorfbuchhandel bei Abholung nur Bargeld nimmt. Nein, ich rege mich darüber nicht auf. Es ist einfach so. Also zur Bank, um Bargeld zu holen. Es gibt zwei Schlangen an der Tür, eine rechts für die IN-der-Bank-Kundinnen, links für die Automaten im Vorraum. Ich reihe mich in die Automatenschlange ein. Gerade wird ein Automat repariert, es sind drei Techniker im Raum. Plus dem Sicherheitsheizel. So können nicht so viele an die Automaten: immer nur zwei (und selbst das ist ja in dem unbelüfteten Raum etwas grenzwertig). Eine ältere Frau kommt dazu: „Stehen Sie alle für die Automaten an?“ „Nein, die rechte Schlange ist für in die Bank. Ich bin das Ende der Automatenschlange“, sage ich. Sie guckt unwirsch und stellt sich … neben mich. Eine Person kommt raus. Die Person vor mir in der Schlage geht rein. Die Frau neben mir hampelt rum: „Aber können da nicht mehr rein?“ „Da wird doch gerade an dem einen Automaten gearbeitet. Und der Sicherheitsmann ist auch drin. Dazu zwei Kundinnen. Das sind 6 Personen. Wollen Sie da wirklich noch mit rein?“ „Aber es dauert so lange.“ „Ja, aber das Gras wächst auch nicht schneller, wenn Sie daran ziehen.“ Sie hampelt weiter neben mir und somit vor der Tür rum. „Es wäre gut, wenn Sie sich hinter mich stellen, damit Sie nicht direkt vor der Tür stehen. Die Leute müssen ja irgendwie rauskommen.“ „Hören Sie auf mir Anweisungen zu geben“, zischt sie mich an. Ich atme und bin kurz davor, sie vorzulassen. Einfach um sie dumm dastehen zu lassen. Aber dann sehe ich, dass sie einen Stapel Überweisungen in der Hand hält. Da kommt endlich wieder wer raus und ich kann rein. Ich bin so schnell, dass die hampelnde Frau nach mir dran ist. Sie steht nun direkt vor der Tür. Ich mache die Tür auf und gucke sie an. Sie guckt mich an und merkt schon, dass sie nicht an mir vorbei kommt. Ich gucke sie intensiver an. „Sie müssen schon den Platz VOR der Tür frei machen, damit ich rauskann.“ Nur widerwillig tritt sie beiseite.

Menschen.

Beim Buchhandel geht es schnell. Dann hüpfe ich noch kurz in den dm. Das ist auch nicht sonderlich aufregend. Selbst Klopapier bekomme ich.

Nachmittags schleiche ich zunächst rum wie Falsch-Geld. Ich müsste noch meine Stunden eintragen, aber ich will nicht. Ich kümmere mich um die Wäsche, räume rum. Schleiche wie Falsch-Geld umher. Der RB und ich planen das Essen bis nach Weihnachten. Und fassen dabei einen Pommesföhn-Beschluss, den ich kurzerhand bestelle**. Vor Weihnachten soll er noch geliefert werden.

Der RB muss sich entspannen und geht in die Wanne. So gehe ich gegen 18h30 einkaufen. Es ist erstaunlich leer im Supermarkt. ich bekomme alles und komme gut durch. Ich freue mich einmal mehr über den Hackenporsche. Er ist so praktisch und es geht so viel rein. Der Einkrauf für eine über eine Woche. Yeah, müssen wir nur noch auf den Markt und direkt vor den Feiertagen nochmal Milch und eins-zwei frische Sachen kaufen.

Wir essen Muscheln zum Start ins NixMas-Schlemmen. Mit Herz.

Danach ist #CorotäneKneipe und es ist wieder – wie immer – schön, mit all den lieben Menschen Zeit zu verbringen. Und wir sind zwischenzeitlich mal wieder ganz viele.

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* Ich muss noch meine Stunden eintragen und einen internen Text schreiben.

** Ja, bei großen A. Und nein, bei technischen Geräten habe ich kein schlechtes Gewissen. Denn der nächste Elektrofachmarkt mit eventuell ausreichender Auswahl ist keine Option ja eh zu. Aber selbst wenn offen wäre: Ich brauche keine Beratung, also sehe ich nicht ein, durch die Gegend zu gurken und im schlimmsten Fall nicht das zu bekommen, was ich will oder halt deutlich teuerer.