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Tag: 23. März 2020

Abschottung, Tag 10

Abschottung, Tag 10

Die Nacht war hochgradig bescheiden. Der Stress ist stressiger als es ich es wohl wahrhaben will. Konzentriertes Arbeiten wäre heute nicht dringewesen. Also habe ich mich krankgemeldet. Ich musste raus, mir fehlt Bewegung, Abwechselung, frische Luft.

Der RB widmete sich dem Kind und dessen Englisch-Hausaufgaben, als ich wach wurde. Ich guckte kurz in meine e-Mails und beschließe dann, dass ich laufen muss. Es dauert noch etwas, bis ich endlich fertig bin, aber dann wartete das gute Wetter auf mich. Wieder einmal bin ich dankbar, dass wir da wohnen, wo wir wohnen, denn von uns aus ist eine wirklich schnell im Grünen.

Das Seckbacher und Enkheimer Ried ist nicht weit und so schaffe ich es 10 Kilometer zu laufen. Die Luft ist super, das Wetter noch besser. Ich komme runter. Und am Schluss tun mir die Beine angenehm weh.

Das Moos sah sehr einladend aus. Ich war kurz versucht mich reinzulegen.

Ich fahre mit dem ÖPNV zurück und habe ein schlechtes Gewissen, aber die restlichen 5 Kilometer zu laufen wäre nicht gut. Auf dem Rückweg kehre ich noch beim Bäcker ein: Die Kundinnen dürfen nur einzeln eintreten. Vor dem Laden steht eine Schlange, in der jede 2 Meter Abstand zur Vorderfrau hält.

Zu Hause gibt es Kaffee und Kuchen für alle. Es wird langsam schwierig, das Kind aus seiner Zockerhöhle zu locken holen. Aber zum Essen geht es noch. Und eine Runde zusammen Karten zocken, ist auch noch ein Lockmittel.

Später schreibe ich dann endlich den Text, der schon längst hätte irgendwo sein sollen.

Ich sollte überlegen, nicht nur dem Kind, sondern auch mir einen Tagesplan zu machen, damit ich mich strukturierte fühle und vielleicht auch das Kind weiß, wann ich arbeite und wann er mich stören darf. Außerdem muss ich noch mehr Zeit einplanen, die ich dem Kind widme.