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Tag: 1. März 2020

Sonntag, 1. März

Sonntag, 1. März

Der Tag begann höchst ramontisch. Denn das Kind hatte sich was ausgedacht. Ich hatte ja schon eine kleine Ahnung. Immerhin sollte ich ihm gestern Abend noch ein Waffelrezept raussuchen. Außerdem habe ich aus dem Augenwinkel beobachtet, was er gestern mit dem Upcycring-Frank gewerkelt hatte. Hachz.

Da der RB und ich die Nacht wegen Schnarch getrennt verbracht hatten, wurde ich gegen 10h30 gedrängt, mich doch wieder auf meiner Betthälfte einzufinden.

Kaum war ich umgesiedelt, stand das Kind mit frischen, allein zubereiteten Waffeln im Zimmer, Tee und Kaffee warteten schon, und war etwas enttäuscht, dass der RB nicht einfach die Augen aufriss und wach war.

Als alle aufnahmefähig waren, kam das Kind mit zwei kleinen Päckchen: eins für den RB und eins für mich.

Der Inhalt aus meinem Päckchen war allerdings für den RB und umgekehrt. Nein, das Kind hatte nichts vertauscht, aber er wollte, dass wir uns nach seiner fragenden Feststellung „Ihr wollt doch?!“ die Ringe gegenseitig ansteckten, um so die Fakeverheiratung zu vollenden.

Dann war für den Standesbeamten alles erledigt und er ließ das junge Glück allein.

Wir überlegten, was wir machen wollten mit dem Sonntag, entwarfen einen Plan, der uns gut gefiel.

Allerdings ging ich dann in des Kindes Zimmer und sah die Baustelle aka erst nur halb aufgebautes Bett. Ach, wenn der RB mal da ist, kann er ja mal kurz helfen, denn so ein Vollholzhochbett ist durchaus sperrig und schwer. Wir montierten die Leiter. Dann stellte ich fest, dass bestimmte Teile nicht an der richtigen Stelle waren. Also Leiter wieder ab und Teile tauschen. Dann baute ich weiter und der RB kochte (für morgen vor*). Ich musste nochmal Holmen tauschen, doch mit weniger Aufwand. Ich verzweifelte kurz an vermeintlich fehlenden und ebenso vermeintlich zu vielen Teilen, hatte dann aber eine Eingebung.

Wir werkelten und kochten und schwubs war es 16h00 vorbei. Der Plan war damit obsolet, aber lüften mussten wir uns alle dennoch.

Wir spazierten in den nächsten Park, ließen das Kind beim Fußballplatz und führten unseren Gang in politischer Mission fort.

Als es dunkel wurde, gingen wir nach Hause. Der RB kochte wieder, ich tat mit dem Kind noch letzte Handgriffe am Bett.

Das steht jetzt schon in seiner Ecke und wartet nur darauf, dass der Matratzenbezug gewaschen ist. Dann kann das Kind in luftiger Höhe von 1,90 Metern schlafen.

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* Mist, ich hab den Rotkohl vergessen.