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Tag: 10. Januar 2020

Rien ne va plus*

Rien ne va plus*

Nein, es ging nicht (gar) nichts mehr heute, aber es ging recht wenig, so zum Beispiel ging

  • ein Zug morgens nach Paris,
  • ich 6,6 Kilometer durchs 9. Arrondissement,
  • die eine oder andere Busverbindung,
  • fast am Gare du Nord verloren,
  • das alltäglich Leben in Paris weiter,
  • das Taxibusiness in Paris sehr gut,
  • der midi-monsieur mit mir 500 Meter stramm den Boulevard de Strasbourg entlang,
  • die Rückverbindung trotz dreimal Umsteigen sehr gut.

Nicht (mehr) ging

  • meine ursprünglich geplante Verbindung hin (daher 2 Stunden früher los**),
  • der größte Teil des Pariser ÖPNV, insbesondere die Metros,
  • irgendwann der Bus, in dem ich saß,
  • es mit dem Taxi weiter, als wir 500 Meter vor dem Gare de l’Est waren,
  • was bei mir am Abend zu Hause nach dem Essen*** und als das Kind im Bett war.

Ich stehe dem Streik in Frankreich recht wohlwollend gegenüber****, denn ich kann wirklich verstehen, dass die Französinnen keine Agenda2010 haben wollen*****. Und so normal das Leben in Paris weiterging, so zeigte sich deutlicher als sonst schon:

  • Die Stadt ist nicht für den motorisierten Individualverkehr ausgelegt.
  • Die Maßnahmen, die die Stadt sehr massiv getroffen hat, um den ÖPNV (Busse) und den nicht-(verbrenner)motorisierten Individiualverkehr (Fahrrad, e-Roller) zu stärken******, schränken den motorisierten Individualverkehr ein. Das ist gut so, funktioniert aber nicht, wenn der unterirdische ÖPNV nicht zur Verfügung steht.

Und abgesehen von dem Stress wegen des ausgefallenen Busses auf dem Weg zum Montparnasse und der Taxifahrt vom Gare Montparnasse zum Gare de l’Est (nach 40 Minuten stiegen wir aus (s.o.), mit der Métro 20 Minuten) hatten, hatte ich eine insgesamt gute Zeit und einiges zu sehen:

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* Nicht geht mehr.

** weswegen ich gefühlt gar nicht total schlecht geschlafen hatte

*** total fertig

**** ja, so von außen und ohne betroffen zu sein, sagt sich das leicht, aber dennoch…

***** auch wenn sich sicher nicht um eine Renten- und auch Arbeitsmarktreform herumkommen werden, aber das schlechteste vom Schlechten aus Deutschland zu übernehmen kann es nicht sein.

****** Aus normalen Fahrspuren wurden Busspuren (auf denen auch Fahrräder und Limes, aber auch Taxis fahren dürfen) oder baulich abgetrennte Fahrradwege.