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Tag: 11. November 2019

Tränen

Tränen

Das Kind war heute im Schwimmbad. Er sollte um 19h00 zu Hause sein. Um 19h01 klingelte er und stürmte zur Tür rein. Mit offener Jacke und offener Hoodiejacke drunter. Damit war bei ca 6 °C seine Brust lediglich mit einem T-Shirt geschützt gewesen.

Ich dachte, ich guck nicht richtig und weil ich ja in der Regel meine Zuge nicht im Zaum halten kann, wenn mich was aufregt, blieb es nicht beim Denken, sondern das Kind fing sich eine Predigt deutliche Ansprache ein, wie bescheuert ich es finde, bei diesem Wetter mit allem offen durch die Gegend zu rollern (laufen wäre natürlich auch nicht besser gewesen). Es fielen auch die Worte „Lungenentzündung“ und „Krankenhaus“ und dass er durchaus schon mal bessere Ideen gehabt hatte.

Er war deutlich zerknirscht und ich gehe davon aus, dass er die Botschaft verstanden hat.

Beim Essen kam es noch einmal auf seine Nacktfahrt. Es fielen wieder die Worte „Lungenentzündung“ und „Krankenhaus“. Das Kind guckte bedröppelt, aber da war der RB schon weitergaloppiert und sagte: „Und außerdem kann man an einer Lungenentzündung sterben.“

Bämm.

Das Kind schluckte. Das Kind sackte in sich zusammen. Und dann sah ich schon die Tränen in den Augen.

Uffz.

Trösten. Gut zureden. Relativieren.

Ich seh’s mal positiv: Die Lektion ist gelernt. Das Kind fährt nie wieder mit offener Jacke. Zumindest wenn es kalt ist.