Place to zock

Place to zock

Das Kind ist mit 12 schon sehr pubertär. Es gibt Tage, da möchte ich ihn an die Wand tackern oder zumindest wie seine sechs Kuscheltierfledermäuse unter sein Hochbett hängen. Aber gleichzeitig ist er sehr selbstständig und zuverlässig, dass ich die hormonbedingten zerebralen Aussetzer weiterhin weglächeln und schnell vergessen kann.

Zum Pubertieren gehört auch dazu, dass er eigene Welten hat. Welten, die mich nichts angehen, die mich nur bedingt interessieren. Bei uns ist es hauptsächlich das Zocken. Ich habe damit keinen Vertrag. Meine Computerspiel-Karriere endete bei Lemmings. Videospiele finde ich seit jeher uninteressant*. Und Handyspiele sind auch nichts meins**.

Das Kind also zockt. Aber nicht allein und so war bzw ist es während der Pandemie ein großer Teil seines Soziallebens. Eine Win-Win-Situation. Eigentlich sogar eine Win-Win-Win-Situation, denn er zockt zu Hause und ich muss keine Angst haben, dass er mit seinen Kumpels irgendwo draußen rumhängt, wo ich Angst haben muss, dass er in Situationen gerät, die er (noch) nicht kontrollieren kann***.

Und da ich seine Hobbies in d er Regel gerne unterstütze, unterstütze ich auch das Zocken – mit Equipement zum Geburtstag, Spielen zu Weihnachten, ein neuer Stuhl, weil nötig und gerade im Angebot etc. Oder halt wie gerade – weil ich gerade in meiner „Schöner Wohnen“-Phase bin – mit einem vernünftigen und Pubertier-gerechten Platz zum Zocken in seinem Zimmer:

 

Das Grün haben wir gestern zusammen gestrichen. Die Tischplatte haben der RB und ich zugeschnitten, die Böcke hatte der RB noch übrig. Die Haken für die Kopfhörer dümpelten seit mindestens acht Jahren hier rum.

Das Kind ist happy. Ich bin es auch (und hoffe ein bisschen, dass es ihn animiert, etwas mehr Ordnung zu halten.)

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* Ich erinnere mich dunkel daran, dass während meines Studiums für einige Zeit die Konsole meines jüngeren Bruders an unserem Fernseher angeschlossen war und dass ich da irgendwas durchgespielt habe.

** Ab und an überkommt es mich und ein Spiel ist sehr temporär installiert.

*** Ich vertraue ihm sehr und weiß, dass er sehr umsichtig ist, daher darf er auch allein durch den Frankfurter Straßenverkrehr radeln. Wobei ich immer auch etwas Angst habe, das ich den motorisierten Verkehrsteilnehmern nicht traue.

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