Konsequent

Konsequent

Nach langem Hin und Her und eigentlich ungenießbarem Kind fiel gestern dennoch ein Schwimmbeschluss – genau ein Spaßbadbeschluss – für heute. Als der midi-monsieur gestern ins Bett ging, sagte ich zu ihm: „Ich möchte nicht, dass Du morgen früh, bevor wir zum Schwimmen fahren, Fernseh guckst.“ Vornehmlichster Grund: Er wird so dermaßen von der Flimmerkiste absorbiert, dass geordnetes und flottes Frühstück und Sachen packen nicht funktioniert. Weil er dann „noch schnell“ diesdasjenes zu Ende gucken muss. Kurzum: Fernsehverbot für heute morgen. (Vorsorglich hatte ich die Fernbedienung fernab des Fernsehers gelagert.)

Der Wecker klingelte. Ich brauchte einen Moment zum Wachwerden. Da half es auch nicht viel, dass sich das Kind zwischen mich und den RB quetschte und wresteln kuscheln wollte. Ich erbarmte mich irgendwann und stand auf. Suchte schnell die Schwimmsachen raus und ging dann los, um BrotBrötchenIrgendwas zu besorgen. An Pfingstmontag nicht das einfachste Unterfangen, aber eine Bäckerei in Laufweite hatte auf.

Damit sich der RB und das Kind schon mal um den Frühstückstisch kümmerten, rief ich auf dem Rückweg auf dem Festnetz an. Nach nur zweimal Klingeln war der midi-monsieur schon dran. Verdächtig und deswegen fragte ich direkt: „Sag mal, guckst Du Fernsehen?“ „So halb-halb.“ Ich kochte vor Wut: „Damit ist Schwimmbad heute gestrichen“, und legte auf.

Kurz drauf war ich zu Hause und meine Wut war alles andere als verraucht. Ich musste dem Kind die Leviten lesen. Ich war so genervt und enttäuscht, dass er sich noch nicht einmal an so eine kleine Absprache halten konnte bzw. wollte. Zusammen mit dem Stress, den wir seit Freitag miteinander hatten, musste es raus.

Und dann musste ich raus. Mit knallender Wohnungstür verließ ich das Geschehen und stapfte wütend durchs Viertel. Ich regte mich nur langsam ab. Sehr langsam.

Irgendwann konnte ich zurück. Ich redete in Ruhe mit dem Kind. Wir frühstückten zusammen.

Wir gingen nicht schwimmen.

Das Kind hatte demonstrative Langeweile. Ich hatte Emo-Kater.

Und nein, das Kind durfte auch später nicht alleine ins Schwimmbad im Viertel gehen.

Er bzw. wir brachten den Nachmittag dann doch noch ok rum.

Und nach dem Essen las ich ihm seit Langem mal wieder vor. Er wurde ganz ruhig und entspannt. Und vielleicht vermutlich ist es das was ihm bzw. uns fehlt: Solche Momente, in denen er einfach wieder klein sein kann, während es von Außen heißt: Du bist doch schon groß. Und die Hormone anfangen, Chaos im Kopf und im Körper zu verbreiten.

Was könnte da mehr Sicherheit geben, als den Kopf an Mamas Schulter zu bucken und zuzuhören, was sie vorliest.

2 Gedanken zu „Konsequent

  1. Das ist hier früher auch das ein und andere Mal passiert und ehrlich, wir sind doch keine Roboter… völlig ok und ja, sie sind halt weder Fisch noch Fleisch und fühlen sich häufig überfordert, denken nicht von 12 bis Mittag und im Grund wollen sie alles richtig machen, aber das geht glaub ich gar nicht…. die nächsten Jahre gute Nerven.

    In 10 Jahren kannste drüber lachen , das ist das Gute daran.

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