Browsed by
Tag: 30. Juli 2020

Fluchen erlaubt

Fluchen erlaubt

X-38 Tage bis zur zweiten Welle

Arbeit, Arbeit, Arbeit. Irgendwann geht das Kind in den Park. Und kurz drauf der RB zur Arbeit. Hiphiphurra, endlich wieder allein. Arbeit, Arbeit, Arbeit.

Kleiner Exkurs: Mein HomeOffice-Arbeitplatz befindet sich im Wohnzimmer. In der kleinen Nische direkt am Fenster. Das Fenster geht – wie das Wohnzimmer auch – zur Straße hin. Da wir parterre wohnen, fühlt es sich an manchen Tagen an, als säße ich auf der Straße. Leute, die wirklich laut schlechte Musik bei offenem Autofenster hören, tun ihr übrigens. Der Vorteil an diesem Platz: Bis zum frühen Nachmittag knallt nicht die Sonne drauf. Außerdem bin ich ganz nah am Internet. Jetzt im Sommer wechsele ich gerne nachmittags auf dem Balkon. Dann ist der im Schatten und das Mikroklima im Hof ist sehr angenehm.

Heute bin ich aber nicht gewechselt. Gegen 16h00 höre ich ein heulendes Kind. Noch nicht wirklich nah, vielleicht so an der Ampel 70 Meter entfernt. „Das klingt wie das Kind“, denke ich, arbeite aber erstmal weiter. Das Heulen kommt näher und wenn ich nicht sicher wäre, dass das Kind im Park ist, wäre ich sicher, dass es das Kind ist. Aber das Kind hat sein Handy dabei und wenn was wäre, riefe er bestimmt erstmal an. Also weiterarbeiten. Das heulende Kind ist mittlerweile recht nah. Hm, der Kindergarten nebenan hat gerade Schließzeit. Ob es vielleicht doch … das Heulen ist mittlerweile in unserem Fahrradhof angekommen. Aufgrund der Höhe des Hofs hallt es da besonders gut. Ich suche meinen Schlüssel und flitze raus. Da versucht das Kind gerade sein Fahrrad einzuparken – heulend und fluchend. Ich ging im Kopf Dinge durch: Handy verloren, Schlüssel verloren – ach nein, kann nicht sein, er ist ja reingekommen -, Ärger mit anderen Kindern gehabt. Währenddessen höre ich ihn weiter fluchen*: „So eine Kackscheiße. Drecksviecher.“ Mir dämmert es. „Wespen sind die unnötogsten Tiere überhaupt.“ Aha. Er streckt mir den Arm hin. Ich sehe … nichts. Okay, ich stehe auch noch recht weit weg. Ich lotse ihn rein, er wäscht die Händer, ich betrachte das Elend den Stich – nichts drin, nicht großartig geschwollen -, hole ein Kühlpack und verarzte das Kind, inkl. blitzdingsen. Nicht schön, aber nicht schlimm. Weiß er jetzt endlich auch, dass Wespenstiche nicht toll sind, aber in seinem Fall kein, absolut gar kein Grund für Panik sind. Schlauer durch Aua…

——————————
* Ja, hier darf geflucht werden.