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Tag: 13. Juli 2020

RudeVoges, Tag 1

RudeVoges, Tag 1

X-21 Tage bis zur zweiten Welle

Wir schlafen sowas wie aus. Genehmigen uns unsere Heißgetränke auf dem Balkon mit Blick auf die Zitadelle*. Anschließend gehen der RB und ich einkaufen. Wir bringen ein kleines Mittagessen mit. Danach machen wir uns fertig, um eine Runde durch Gegend.

Eigentlich wollen wir essen gehen. Uneigentlich ist morgen Nationalfeiertag und deswegen haben heute Abend schon keine Restaurants mehr auf. Zum Glück haben wir genug eingekauft, so gibt es Abendbrot und Salat auf dem Balkon. Den Schinken müssen wir teilen:

Das Kind hat heute nach 3,5 Wochen erstmals wieder mit dem Kv geskypt. Er hatte nach der letzten Nachricht vom Kv leise Hoffnung, dass der Kv verstanden hätte, worum es ihm geht. Doch mitnichten. Der Kv möchte sich nicht einschränken, wenn das Kind kommt. Er hat auch nochmal wiederholt, dass es nicht so schlimm sei, wenn Kinder an Covid19 erkranken. Er signalisierte dem Kind auch, dass er sauer auf ihn sei. Und auf mivh sowieso. Und er betonte nochmal, dass er ein Recht am Kind habe. Tjanun, nur blöd, dass das Kind erst kürzlich in der Schule das Thema Kinderrechte hatte und auch so ziemlich genau weiß, was er will. Besonderer Knaller war auch, dass der Kv das Kind allen Ernstes fragte, ob er wirklich lieber bei mir bleiben möchte (während der Ferien), obwohl ich mich ja so wenig um ihn kümmere, weil ich ja arbeite(n muss).** Die traurige Quintessenz vom Kind ist: „Ich weiß gar nicht, ob der Papa sich wirklich für mich interessiert.“

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* Eine Zitadelle ist übrigens eine Hochburg. Hier in Bitche nehmen sie das sehr genau. Sehr hoch über der Stadt. Sehr Burg.

** Dass diese Arbeit dem Kind ein Leben mit seinen Hobbys überhaupt ermöglicht, während der Kv keinen Cent zahlt. Ich zudem seit 5 Jahren jede Ferien Geld dafür ausgebe, um dem Kv Umgang mit seinem Kind zu ermöglichen. Das alles wird undankend einfach hingenommen. Zukünftig arbeite ich leider (zu viel), um das Kind durch die Gegend zu begleiten.