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Tag: 30. April 2019

Luxus

Luxus

Heute fuhr ich mit zwei Fahrrädern im Kofferraum durch hessische Lande, also von Frankfurt nach Wiesbaden und zurück. Das war so nicht geplant, aber ließ sich heute morgen um 11h00 auch nicht mehr ändern. Ich hätte sonst umständlich nach Hause fahren müssen, Räder ausladen und dann … ach … war ich auch ein wenig gefühlig, denn um 11h00 war die Gurke, wie ich liebevoll das uralte Motobecane-Rad meines Vaters nannte und dass ich seit einiger Zeit für Stadtfahrten nutzte, für tot erklärt worden. Ich hatte ja gehoff, dass es mit „neue Kette“ drauf nochmal eine Weile gute Dienste leisten können, aber die Fahrradmechanikerin sprach sehr fachfrauisch und vertrauenserweckend, dass ich schweren Herzens einsah: Das Rad ist nicht mehr zu retten. Vielleicht hänge ich den Rahmen mit der Gabel einfach an die Wand.*

Kurz zuvor hatte die Mechanikerin schon das Rad vom midi-monsieur in Augenschein genommen. Da war – das wusste ich schon vorher – mindestens die Hitnerradbremse kaputt, aber auch sonst bräuchte es dringend eine Wartung. Die Fachfrau sprach aber auch von einem neuen Antrieb – also Ritzel, Kettenblätter und Kette (ja, die war besonders ausgeleiert). Aber bevor sie über all das sprach merkte sie äußerst genau an, dass das Fahrrad ja größenechnisch ausgereizt sei. Ja, auch das stimmte: Weiter hoch hätte der Sattel nicht gekonnt. Klar wären die erforderlichen Reperaturen möglich und sicherlich auch sinnvoll, ABER halt nicht für ein Rad, das das Kind höchstens noch 6 Monate fährt und dann halt definitiv rausgewachsen sein wird. Zumal die Kosten für die Reparaturen so hoch wären, dass ich davon auch ein neues Rad für das Kind bekäme.

Also lud ich die Räder wieder ein und fuhr sie halt durch die Lande.

Am  Nachmittag kam dann eins zum anderen: Ich war früher zurück als gedacht, der gefundene Parkplatz lag so, dass ich noch einen kleinen Schlenker zum Drahteselhändler des Viertels machen konnte und dort auch zwei potentielle Objekte fand. Dann war immer noch so viel Zeit, dass ich das Kind vom Hort abholte und mit ihm die Vorauswahl genauer begutachtete. Es passte nur das eine der beiden, aber dafür so gut und der midi-monsieur war so happy, dass wir es direkt mitnahmen. Schließlich braucht er ein Fahrrad.

Das Fahrrad ist letztlich ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk, aber dennoch bin ich sehr dankbar, dass ich „einfach so“ ein neues (ja, diesemal nagelneu) Rad kaufen kann.

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* Mal abgesehen davon, dass ich nicht wüsste, an welche Wand, fände der RB das sicherlich auch nicht so knall. Ich werden dem Rad wohl anders ein Denkmal stechen lassen setzen.