Dazugehören

Dazugehören

Das Kind möchte dazugehören. Am liebsten zu den Coolen. Natürlich zu den Coolen. „Alle“ wollen zu den Coolen gehören. Und wenn eine nicht dazugehören kann, dann will sie wenigstens nicht auf deren „Abschussliste“ geraten. Geachtet bzw. Beachtet wäre natürlich noch toller.

Doch wer sind eigentlich die Coolen? Sind das die, die am lautesten sind? Die, die sich ständig gegenseitig bestärken (müssen), um zu wissen, dass sie was sind?

Ich halte nicht viel von Cliquen und noch weniger von Coolness. Schon in der Schulzeit war ich eine Wanderin zwischen den Welten. Ich verstand mich mit den Strebern genauso wie mit den „Coolen“. Aber mir war es nie wichtig, dazuzugehören. Vielleicht, weil ich immer meine Bereiche außerhalb der Schule hatte.

Ich weiß nicht, was das Kind und seine vermeintlich coolen Mitschülerinnen gemein haben. Und ich weiß auch nicht, ob das Kind wirklich was sieht. Er verdreht zurecht die Augen über seine Kolleginnen, wenn sie ihn einen Rassisten nennen – als Antwort auf einen #NazisRaus-Aufkleber auf seinem Lernzeitheft. Mit Fußball kann er auch nichts anfangen. Und auf „Scheiße bauen“ oder Schwänzen hat er auch keinen Bock. Hoffentlich bleibt das so.

Ja, das Kind möchte dazugehören, aber er weiß vermutlich nicht wozu. Die Coolen sind gar nicht cool, sondern nur laut. Und die anderen, mit denen er gut auskäme, sind in deren Windschatten (noch) nicht zu erkennen.

Die Spreu wird sich vom Weizen trennen.

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