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Tag: 12. Juni 2016

Ruhig gestellt

Ruhig gestellt

Mittlerweile haben mir ein paar Menschen mitgeteilt, dass sie den midi-monsieur recht umgänglich finden. Mal abgesehen von – wie ich finde – normalen Reibungen zwischen uns finde ich das ja eigentlich auch. Vor allem weil er das Pech hat, fast immer das einzige Kind zu sein, wenn ich mich mit Erwachsenen treffe und ihn dazu mitnehme bzw. dabei ist. Glücklich bin ich darüber auch nicht immer, weil ich weiß, wie doof es ist, keine*n mehr oder weniger Gleichaltrigen zu haben, mit der*dem man spielen kann.

Ich besteche ihn dann immer mit seinem meinem alten Handy, auf dem er dann so viel daddeln darf, wie das WLAN hergibt. Lustigerweise ist er meist sehr vertieft in sein Spiel, bekommt aber dennoch viel von dem mit, was um ihn herum getan und geredet wird, und bringt sich hin und wieder ein. Er legt das Handy auch immer wieder weg und beteiligt sich aktiv am Geschehen. Selbst wenn er die Möglichkeit hat, möchte er sich nicht separieren und in einen anderen Raum gehen. Er will beim Rudel sein.

Und so sehr er auch bei mir gelegentlich die Einzelkind-Diva gibt, kann er sich im Zusammenspiel mit anderen Kindern gut unterordnen bzw. geht insbesondere auf jüngere Kinder meist sehr gut ein. Klar hat er eine Schmerzgrenze und wenn er immer nur zurückstecken muss, dann platzt es auch aus ihm heraus, aber er akzeptiert generell viel und nimmt sich zurück.

Um so „beeindruckter“ bin ich dann immer wieder, wenn ich erlebe, dass Freund*innen von ihm rumzicken und unter (Krokodils-)Tränen austicken, nur weil sie ihren „Willen“ nicht bekommen. Denn das kenne ich vom midi-monsieur eigentlich gar nicht. Dann frage ich mich immer, ob sich der midi-monsieur sich das nicht traut, ob er Angst (vor mir) hat oder ob er einfach weiß, dass er mit einer solchen Masche bei mir auf Granit beißt?

Vielleicht – hoffentlich – passt auch einfach das Geben und Nehmen zwischen uns. Dass die Freiheiten, die ich ihm gewähre, es ihm leichter machen, „Verbote“ bzw. Situationen, in denen er nicht die erste Geige spielt, zu akzeptieren.

(Angst vor der Pubertät habe ich trotzdem.)