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Kategorie: aufgeschnappt

Fridays For Future – ein Statement

Fridays For Future – ein Statement

Dem höchst treffenden rantigen Thread bzw. Thread-Rant von Ulrike auf Twitter zu #FridaysforFuture ist nix hinzuzufügen:

Diese Diskreditierungsversuche von #FridaysForFurture aus der (deutschen) Politik machen mich so wütend, dass ich jetzt mal einen Sonntagmorgenthread dazu ablassen muss.

1) Verweis auf die Schulpflicht: Ich halte die allgemeine Schulpflicht insgesamt für eine gute Sache, aber für dieses Argument wird sie instrumentalisiert – u. a. von denen, die es seit Jahrzehnten (!!) nicht nur nicht hinbekommen, die Schulen zu erfolgreichen Lernorten für alle zu machen, sondern die es offenkundig überhaupt nicht juckt, wie viel Unterreicht wegen Lehrkraftmangel sowieso ständig ausfällt. Ich brauche nur an die Diskussion mit einem Bremer Lokalpolitiker zu denken, der mir allen Ernstes erklärt hat, Eltern würden den Unterrichtsausfall überschätzen, seine Statistiken zeigten, dass Unterricht zu 98 % stattfinden könnte.

2) Seit Beginn der PISA-Studien (die auch problematisch sind, aber anderes Fass) wissen wir, dass es auch in den deutschen Schulen massive Probleme gibt. Die Politik reagiert darauf mit hektischem Hin und Her in der Schulpolitik, echte Besserung ist m.E. nicht in Sicht. Trotzdem soll oberste Piorität sein, auch nur ja keine Stunde des schulischen Angebots zu versäumen?

3) Wen das PISA-Argument nicht überzeugt, braucht nur mal darauf zu schauen, wie sich schulische Bildung zum Rest des gesellschaftlichen Lebens verhält – angefangen von dem Konsens, dass Schule ein notwendiges Übel sei („soll ja auch keinen Spaß machen“, „muss halt sein“, „Horrorfach Mathe“), über die wenig nachhaltige Wissensvermittlung („braucht man nie wieder im Leben“, „habe ich mal in der Schule gelernt, aber soooo lange her“) bis hin zu Phänomenen wie Flat Earthern Homöoopathiegläubigen und Impfverweigerern, die es gar nicht geben dürfte, wenn die Schule flächendeckend ihren Bildungsauftrag erfüllen würde. Mal ganz abgesehen von dem mangelnden Verständnis der Ergebnisse der Klimaforschung.

3) Ähnlich wie 2): Alle, die es bisher in verantwortlichen politischen/gesellschaftlichen Positionen verbockt haben, das Ruder rumzureißen, um die globale Erwärmung zu stoppen, haben doch die schulische und in der Regel noch weitere Bildungsanstalten durchlaufen – das allein nützt offensichtlich nichts.

4) Da es mir hier bes. um die Äußerungen aus der dt. Politik geht: Eure Parteien haben alle Jugendorganisationen. Viele eurer Promis sind als ganz junge Leute in eben diese Jugendorganisationen eingetreten – & jetzt argumentiert ihr, in dem Alter hätte man keine Ahnung? Meint ihr im Ernst, so lockt man Nachwuchs an? Indem man jungen Leuten sagt, sie wüssten nix, könnten nix und sollten erstmal alt werden, wenn sie mitreden wollen? Mir bleibt da echt der Mund offen stehen.

5) Oft gesagt, aber offensichtlich immer noch nicht verstanden: die Forderungen von #FridaysForFuture sind doch gar nicht neu – das fordern Wissenschaft und große Teile der Gesellschaft schon lange, nur bisher leider nicht in dieser Radikalität. Ich bin soooo dankbar, dass die Jungen ihre Energie und Leidenschaft und Freiheit einsetzen, um so laut zu sein.

6) Zu allen diesen Punkten, besonders zu den Mängeln in der Schullandschaft (hallo, liebe dt. Politik, schon vergessen, wie lange ihr euch gerade erst beharkt hab, als es darum ging, dt. Schulen langsam mal auf den Stand zu bringen, der in jedem Unternehmen Mindeststandard ist?) könnte ich noch erweiternde Unterpunkte aufmachen, aber das erspare ich euch & mir.

Ich mache jetzt Waffeln & Tee & gehe laufen, & wenn ich zurückkomme, will ich in meiner TL keine Anti#FridaysForFuture-Statments aus der dt. Politik mehr sehen. Danke und schönen Sonntag!

Erst die Arbeit, dann … die Care-Arbeit

Erst die Arbeit, dann … die Care-Arbeit

Gestern wurde ich auf einen SZ-Artikel zum Thema HomeOffice aufmerksam. Huch. Tja.

Ich fange mal beim Text selbst an:

  • Das Bild geht gar nicht. Bei wem HomeOffice so aussieht, macht meiner Meinung nach was falsch. Aber dazu später mehr.
  • „Beruf und Familie zu vereinbaren, wird für Millionen Deutsche zur Herausforderung, seit Mütter arbeiten gehen.“
    Dieser Satz ist eine Unverschämtheit, denn er suggeriert, dass die Herausforderungen bei der Vereinbarung alleinig daher rühren, dass Mütter arbeiten gehen (von Wollen vs. Müssen will ich gar nicht erst anfangen).
  • Das Beispiel mit der Ärztin hinkt (zudem ist es aus der Studie „geklaut“), denn als Ärztin ist HomeOffice wahrlich nicht so einfach. Insbesondere wenn sie praktisch (also niedergelassen oder in der Klinik) arbeitet. Und selbst wenn die Praxis in dem Haus ist, ist das nun doch nicht HomeOffice (zumal sich wohl jede Ärztin dreimal überlegt, ob sie ihr Kind mit in (ihre) Praxis schleppt).
  • „Beruf und Familie zu vereinbaren, wird für Millionen Deutsche zur Herausforderung, seit oft beide Eltern arbeiten gehen.“
    Ach, der Satz geht auch in etwas neutraler. Tjanun, ist nur nicht so ein plakativer Einstieg.
  • „Homeoffice und flexibles Arbeiten gelten als Abhilfe: Wer den Weg ins Büro spart und den Tag frei einteilen kann, bringt Kinder und Karriere leichter unter einen Hut.“
    Wenn ich bedenke, was manche Menschen täglich an Weg zur und von der Arbeit absolvieren, bringt das nicht nur „Kinder und Karriere“, sondern generell mal „Leben und Karriere“ unter einen Hut.
  • „Homeoffice ermöglicht Müttern, sich jede Woche drei Stunden mehr um ihre Kinder zu kümmern.“
    Ganz einfache Rechnung: Wenn ich nicht mehr 1,5 Stunden pro Weg tote Zeit habe, kann ich die ins Kind investieren. Und wenn ich zu Hause arbeite, kann ich auch früher anfangen und habe effektiv mehr vom Tag.
  • „Sie [die Studie] zeigt aber auch: Flexibles Arbeiten zementiert traditionelle Rollen von Mann und Frau.“
    Dieser Schluss ist an dieser Stelle nicht offensichtlich. Ist mir auch zu einfach. Aber auf die Studie gehe ich später noch ein.
  • „Denn Väter nutzen Homeoffice ganz anders: Sie machen im Durchschnitt einfach zwei Überstunden mehr die Woche als Kollegen, nehmen sich aber nicht mehr Zeit für die Kinder.“
    Ah, hier kommt die vermeintliche Erklärung für den Satz davor. Da ist bei mir eine Werbung zwischen, wodurch natürlich der vorherige Satz erstmal prima wirken kann.
    Ich stehe Überstunden ja kritisch gegenüber. Insbesondere, wenn sie sich kurz- bis mittelfristig nicht ausgleichen. Dann hat eine nämlich grundlegend zu viel zu tun.
  • „Sie [die Mütter] sind doppelt belastet und bleiben mit dem Stress allein.“
    Das liegt aber nicht am HomeOffice, sondern daran, dass da etwas grundlegend ungleich verteilt ist bei diesen Frauen und ihren Partnern. Das kommt dann in den folgenden Zitaten gut raus:
  • „‚Wie es für die Familie genutzt wird, hängt von der Einstellung von Vätern und Müttern ab.‘ Gerade männliche Führungskräfte glaubten, viele Überstunden leisten zu sollen. ‚Die Mütter machen bei dieser Verteilung mit. Sie halten weiter den Männern den Rücken frei.'“
    Ich sagte ja, das Problem ist nicht das HomeOffice, das Problem ist die Partnerschaft, das Verständnis und die Verteilung der Care-Arbeit.
  • „… Mütter … gehen in Teilzeit. Auch wenn dadurch ihre berufliche Entwicklung leidet und sie finanziell von ihrem Mann abhängig werden.“
    Ich sage da ja immer: Erwachsene Menschen treffen da Entscheidungen. Aber auch hier gilt: Das hat nichts damit zu tun, ob die Mutter im HomeOffice arbeitet oder nicht.
  • „Väter arbeiten viele Stunden am Stück. Mütter stückeln ihren Tag, um sich zwischendrin immer wieder mit den Kindern zu beschäftigen. Der Nachwuchs spricht die Mutter an … seltener den Vater, der zu Hause ist.“
    Hier möchte ich beiden Seiten zurufen: „Selbst schuld!“ Es hängt ja viel davon ab, wie der Job geartet ist und ob eine Stückelung überhaupt möglich ist.
  • Der erste Absatz unter dieser Überschrift: „Väter, die traditionelle Muster ändern wollen, stoßen genauso auf Hürden“ ist interessant. Mal abgesehen davon, dass nicht erklärt wird, auf welche Hürden Väter so stoßen. Aber ja, die Sache mit dem HomeOffice hat sich noch nicht so wirklich durchgesetzt. Natürlich ist nicht jeder Job geeignet für HomeOffice. Aber selbst die, die einen Job haben, der auch gut im HomeOffice zu erledigen wäre, stoßen nur allzu oft an irgendwelche obskuren Argumente. Vielleicht sind „die Deutschen“ da zu preußisch: Arbeit wird in der Fabrik, der Wekrstatt, im Büro erledigt. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Und überhaupt, das war schon immer so! Wo kommwa denn hin mit sonnem neumodischen Gedöns.
    Umdenken ist gefragt. Umdenken auf allen Seiten. Ich kann als Arbeitgeberin keine Agilität und Felxibilität von meinen Arbeitnehmerinnen erwarten, wenn ich ihnen keine ermögliche. Und Arbeitnehmerinnen müssen aus der Dankbarkeits- und Beweisfalle raus.
  • Die beiden letzten Absätze hingegen haben – mal wieder – nichts mit HomeOffice zu tun. Es geht viel mehr darum, wie der Ungleichverteilung vor allem von Care-Arbeit entgegengewirkt werden kann. Was da steht ist alles wichtig und richtig, aber hey, es ging um HomeOffice.

Die Studie
Lott Y. Weniger Arbeit, mehr Freizeit? Wofür Mütter und Väter flexible Arbeitsarrangements nutzen. WSI Report 2019; 47.

  • In der Studie geht es darum, wofür Mütter und Väter flexible Arbeitszeitmodelle – HomeOffice, Gleitzeit, selbstbestimmte Arbeitszeiten – nutzen. Also was machen sie mit der Zeit.
  • Deutschland hat im internationalen Vergleich eine höchst ungleiche Verteilung von Sorgearbeit.

Gender Care Gap

  • Mütter wenden pro Woche an Werktagen durchschnittlich 21,01 Stunden für die Kinderbetreuung auf, Väter nur 8,6.
    • Veränderung von 2000 – 2016: Frauen -1,49 Stunden; Männer: +1,3 Stunden. Wenn das in dem Tempo weitergeht, sind wir in 60 Jahren ungefähr auf gleichem Level.
  • Bei der geneuen Betrachtung, wie sich flexible Arbeitszeitmodelle auf die Care-Arbeit auswirken, kommen in der Studie allerdings andere Zahlen raus:
    • Frauen bringen im HomeOffice gut 21 Stunden für die Care-Arbeit auf (vs. 18 Stunden bei Frauen, die nicht im HomeOffice arbeiten).
    • Männer investieren – ob im HomeOffice oder nicht – 13 Stunden pro Woche in die Kinderbetreuung.

Gender Time Gap:

  • Mütter arbeiten im HomeOffice eine Stunde zusätzlich als Mütter ohne Homeoffice.
  • Männer machen im HomeOffice 6 Überstunden (vs. 4 Stunden ohne Homeoffice).

Gender Leisure Gap
(Keine Zahlen zum HomeOffice)

  • Generell verbringen Mütter 1,5 Stunden weniger mit Freizeitaktivitäten als Väter (4,5 vs. 6 Stunden).
  • Väter mit festen Arbeitszeiten haben die meiste Zeit für Freizeitaktivitäten (> 6 Stunden).
  • Bei Müttern ist die Auswirkung des Arbeitszeitmodels nicht so stark ausgeprägt.

Fazit

  • Väter arbeiten bei flexiblen Arbeitszeitmodellen mehr und wenden gleichzeitig weniger Zeit für die Care-Arbeit auf.
  • Mütter arbeiten mit flexiblen Arbeitszeitmodellen mehr als ohne, wende dabei aber mehr Zeit fr die Care-Arbeit auf.

Tja, was zeigt uns das?! Frauen müssen ihre Partner mehr in die Pflicht nehmen. Sie müssen sich weniger verantwortlich für alles fühlen und sich auch das Recht rausnehmen, etwas für sich zu tun. Flexible Arbeitszeiten können dazu viel beitragen, aber wenn das Potenzial nur von den Vätern genutzt wird, ist es halt auch eine Einbahnstraße. Und damit wären wir wieder bei meinem Frauentags-Appell.

Mein HomeOffice

Ich konnte mir lange Zeit nicht vorstellen, im HomeOffice effektiv zu arbeiten. Und nutzte es als Arbeitnehmerin auch nur selten. Außerdem fand und finde ich den zwischenmenschlichen Austausch im Büro ja durchaus nett. Er kann allerdings auch nerven. Als ich im ersten Jahr alleinerziehend (noch) festangestellt war, wollte ich keine HomeOffice-Lösung. Ich wollte, dass der Job zu Ende ist, wenn ich das Büro verlasse. Mir hatten die drei Monate alleinerziehend mit Wurschtel-HomeOffice-Lösung in Hamburg gereicht, danach war ich fertig.

Doch dann kam die Entscheidung, selbstständig freiberuflich zu arbeiten, was natürlich impliziert, dass ich erstmal in der Regel im HomeOffice arbeiten muss (außer ich hätte mir ein Extra-Büro gemietet). Mein erster Auftraggeber bot mir dann aber tatsächlich an, auch vor Ort zu arbeiten, was ich aber aufgrund der Entfernung nur gelegentlich in Anspruch nahm.

Anfangs war es etwas schwer, wirklich in den Tritt zu kommen. Das Kind war zwar vormittags in der Schule und danach im Hort, aber oft machte ich erstmal dieses und jenes, bevor ich anfing zu arbeiten. Erschwerend kommt dazu, dass ich morgens oft unglaublich langsam bin. Was ich abends in zwei Stunden schaffe, dafür brauche ich vormittags oft zweieinhalb bis drei Stunden. Und ich mag auch die Ruhe am späten Abend.

Mittlerweile hat sich das alles ganz gut eingependelt mit dem HomeOffice. Was sicherlich auch daran liegt, dass ich als Festfreie mit einem definierten Stundenkontingent pro Monat dieses erstmal abarbeiten muss. Das alles in die Abendstunden zu legen, wäre höchst ambitioniert. Außerdem arbeite ich meiner Auftraggeberin nicht nur zu, sondern stehe auch selbst im direkten Kundenkontakt, was eine gewisse Erreichbarkeit voraussetzt.

Vom Prinzip her gibt es feste Zeiten, zu denen ich grundlegend verfügbar bin. Was aber nicht bedeutet, dass ich außerhalb dieser Zeiten nicht arbeite. Entweder nutze ich die Zeit für andere Aufträge oder halt um aktuelle Projekte, die jetztsofort fertig werden müssen, zu bearbeiten. Diese Projekt-Peaks gibt es in meinem Bereich immer wieder. Genauso wie Flauten. Was auch ein Grund ist, warum ich lieber selbstständig denn angestellt arbeiten möchte. Gerade bei Flauten kann ich so einfacher sagen: „Diese Woche stehen nur wenig an. Ich bin an den und den Tagen nicht erreichbar.“ Das ist angestellt (immer noch) schwierig. Dazu kommt, dass ich stundengenau abrrechne. Es wird nicht erwartet, dass ein gewisser Anteil an Überstunden schon direkt abgegolten ist (in „meiner“ Branche durchaus üblich). Umgekehrt habe ich natürlich keinen Urlaubsanspruch und auch bei Krankheit ist das mein Problem. Doch das Stundenkontigent lässt es zu, dass auch das möglich ist.

Ich bin regelmäßig bei meiner Hauptauftraggeberin, aber täglich würde ich nicht hin wollen. Denn es würde mich täglich zwischen 2-3 Stunden Fahrtzeit kosten. Das ist wertvolle Zeit, die ich nich abrechnen kann, die ich aber auch nicht fürs Kind, den Haushalt oder mich nutzen kann. So bin ich in der Regel zu Hause, wenn das Kind nach Hause kommt. Wenn es die Zeit zulässt und meine Motivation ausreichend hoch ist, habe ich dann auch schon eine Sporteinheit absolviert. Außerdem können der RB und ich durchs HomeOffice morgens entspannt zusammen frühstücken. Allein unter diesen Aspekten ist das HomeOffice für die Vereinbarkeit super.

Allerdings geht das Kind zwar vormittags in die Schule, aber nur an drei Tagen in den Hort (demnächst nur noch zwei und ab Sommer dann hoffentlich auf eine Ganztagsschule). An Tagen, an denen er nicht in den Hort geht, heißt das aber nicht, dass ich mit ihm Halligalli mache (außer es ist gerade mal Flaute). Dann wird gegessen. Danach macht er Hausaufgaben. Allein. In seinem Zimmer. Danach muss er – sofern ich arbeiten muss – in seinem Zimmer spielen. Ja, da hilft uns das Tablet viel. Aber auch an Tagen, an denen – warum auch immer – Tablet-Verbot besteht, klappt das in der Regel gut. Mittlerweile. Anfangs hat er nicht verstanden, dass ich zwar zu Hause, aber letztlich – für ihn – nur anwesend und nur bedingt verfügbar bin. Aber ich kann meine Arbeit nicht machen, wenn ich mich nicht mal eine Weile am Stück konzentrieren kann. Das führt auch dazu, dass der RB nicht immer Musik hören darf, wenn er morgens mit mir im Wohnzimmerbüro sitzt.

Was aber ohne HomeOffice nicht möglich gewesen wäre: Dass das Kind zum Rugby geht. Ich wüsste nicht, wie ich es hätte schaffen sollen, dass er pünktlich um 17h00 am Pitch ist – außer mit einer externen Bereuungsperson.

Die Hausarbeit hat nichts vom HomeOffice. Ja, vielleicht werfe ich mal eine Waschmaschine mehr an. Und die Maschine muss nicht nur abends laufen, aber sauberer ist es bei uns auch nicht und das Thema Putzhilfe ist weiterhin ein großes. Wobei ich mich frage, wo ich dann hin soll, wenn die Person gerade in der Wohnung wirbelt.

Ich bin ich

Ich bin ich

Ich fand die Idee bei Dorothea. Die wiederum fand sie bei Christian. Und ich finde die Idee so gut, dass ich sie nachfolgend aufgreife:

Ich hab mir noch nie etwas aus Rosa gemacht. Zumindest kann ich mich nicht aktiv erinnern. Wenn meine Großmutter für mich nähte, suchte ich mir oft blauen Stoff aus. Mein liebstes Kleid war ein blaues Samtkleid mit weißer Stickborte. Dazu weiße Strumpfhosen und schwarze Lackschuhe. Meine Puppe Franziska hatte das gleiche Kleid. Aber richtig viel habe ich mir aus Puppen nicht gemacht. Ich habe mehr mit Lego gespielt und rumgetobt. Wo Action war, war auch ich.

Und wo es laut war, war ich auch. Das ist auch heute noch so.

Ich war ein Draußen-Kind. Habe Staudämme gebaut, Höhlen im Gebüsch entdeckt, war immer unterwegs. Ich hatte sicherlich mehr Schürfwunden und blaue Flecken als Kind als meine Brüder zusammen. Wenn ich mit den Freundinnen mal Vater-Mutter-Kind spielte, war ich meist der Vater. Ich fand Pferde und Barbies komisch. Versuchte mich aber daran, weil die Freundinnen das so machten.

Als Kind trug ich Hosen lieber als Röcke – es war ja so viel praktischer. Heute trage ich auch immer noch meistens Hosen. Wobei ich meine Röcke und Kleider auch sehr mag. Ich mag allerdings keine Strumpfhosen und damit ist die Zeit für Röcke und Kleider begrenzt.

Ich hatte Ballettunterricht und habe später den „obligaten“ Tanzkurs geliebt. Gerne hätte ich Handball gespielt, aber es gab keine Möglichkeit.

Sachkunde war mein liebstes Fach in der Grundschule. Mathe fiel mir immer leicht. Doch auch das Schreiben in Deutsch sowie die von vielen verhassten Rechtschreib- und Kommaregeln liebte ich. Mein Wahlpflichtfach am Gymnasium war Informatik und Mathe ein Leistungskurs. Ich habe keine Angst vor Zahlen und Technik. Ich wollte Ingenieurin werden. Aus Gründen brach ich das Studium ab.

Ich studierte Biochemie mit dem Ziel Professorin zu werden. Ich machte mein Diplom und hängte die akademische Karriere dann an den Nagel. Ich schlug einen Werdegang ein, der nicht vorgezeichnet war. Den nicht immer jede versteht oder auf den ersten Blick nachvollziehen kann. Aber das ist mir egal.

Ich habe mich selbstständig gemacht, als ich (relativ) frisch getrennt war. Ich hatte kein Backup, keinen Mann, der mich (finanziell) hätte auffangen können.

Ich hatte einige Männergeschichten und sicher ging es nicht immer um die große Liebe. Oftmals war ich ein weiblicher Macho (dieses Sprachkonstrukt klingt sehr komisch), aber Mann wusste immer woran er war. Ich brauche keine Beziehung um glücklich zu sein und definiere mich auch nicht darüber, in einer Beziehung zu leben.

Ich habe früh geheiratet. Es war damals richtig so. Ob ich die Entscheidung nochmal treffen würde, weiß ich nicht. Aber sie war nicht falsch. Ich hatte kein weißes Prinzessinen-Kleid. Wir wollten eine Party. Wir machten eine Party. Als ich mich trennte (und scheiden ließ), dachte ich nicht einen Moment darüber nach, wie ich denn nun als Frau (finanziell und gesellschaftlich) dastünde.

Lange Zeit konnte ich mir nicht vorstellen, ein Kind zu bekommen. Ich fand die Idee, Kinder zu adoptieren viel sinnvoller. Und nach einer Schwangerschaft – die wirklich problemlos verlief – sage ich auch immer: Einmal reicht mir.

Als das Kind da war, war ich die Alleinverdienerin. Der Kv war Hausmann. Für mich war das so richtig. Denn es war schon immer klar, dass ich nicht Hausfrau allein sein kann. Dem Kind hat das nicht geschadet. Dass die Beziehung zum Kv kaputt war, hatte nichts mit dieser Aufteilung zu tun (hat die Probleme allerdings verstärkt). Das Kind hatte lange Haare und das musste auch nicht begründet werden. Wenn er Nagellack wollte, machte ich ihm welchen drauf.

Ich versuche als Alleinerziehende nicht, dem Kind Mutter und Vater zugleich zu sein. Aber ich zeige ihm, dass Menschen Dinge können. Dass ich sein Fahrrad reparieren kann – und nicht nur, weil ich es muss, sondern weil ich es gerne mache. Dass ich aber gleichzeitig auch gerne backe und koche. Ich habe als Alleinerziehende nie dem klassischen Vater-Mutter-Kind-Konstrukt nachgetrauert. Aber für mich war das auch noch nie das allein seligmachende Familienbild.

Ich stelle mein Frausein nicht in Frage, aber frage mich dennoch, was Frausein wirklich bedeutet. Lange Haare, hübsche Kleider, Make-up und rasierte Achseln und Beine, Brüste, die einen BH brauche, eine Vulva sowie Vagina sind es nicht. Wieviel ist Frausein (und auch Mannsein) ein gesellschaftliches Konstrukt? Sind wir nicht letztlich alle einfach Menschen?

Das ist auch die Basis, auf der ich habe all meine Entscheidungen getroffen. Stets als Mensch, nicht als Frau. Ich habe nie gedacht „aber eine Frau macht sowas nicht“ oder „eine Frau sollte besser diesdasjenes machen“.

Liebes Tagebuch am Fünften (März 2019)

Liebes Tagebuch am Fünften (März 2019)

Uiuiui, der fünfte Tag in Folge, an dem ich blogge. Und weil es auch der Fünfte des Monats – heute März – ist, beantworte ich die allmonatliche Frage von Frau Brüllen: WMDEDGT?

0h15 S05.09 von Viking ist zu Ende und ich bin auch fertig. Wir gehen Zähneputzen und ins Bett. Und ich schlafe tatsächlich schnell und ohne Lesen zu müssen ein.

7h20 Das Kind stürmt das Schlafzimmer, weil es seine Rugby-Hose sucht. Er will sich für die heutige Karnevalsfeier als Rugby-Spieler verkleiden*. Er findet die Hose. Ich stehe auf, mache Brot, diskutiere nebenbei mit dem Kind, dass er besser den kleine Rugbyball mitnehmen soll. Er rennt erstmal mit dem großen und dem kleinen durch die Wohnung. Er sucht im Naschschrank nach Süßkram zum Mitnehmen und wird zum Glück fündig.

7h40 Er findet den kleine Rugbyball nicht mehr** und muss – jaja – doch den großen mitnehmen. Tschüss, bis später. Eigentlich müsste ich jetzt auf bleiben, aber mein Kreislauf ist dagegen. Ich lege mich nochmal hin und döse.

8h30 Das Handy weckt.

8h50 Jetzt muss ich mich aber an mein Tagewerk machen. Ich bin etwas gestresst***, weil echt viel zu tun ist. Mit Tee an den Laptop und e-Mails checken. Ich kümmere mich um ein Mini-Ding, damit das vom Tisch ist. Dann beginne ich mit dem ersten Großprojekt.

11h45 Ich schicke einen Zwischenstand an die eine Kollegin weiter, damit sie reinarbeiten kann. Arbeite aber dann an meinem Teil weiter.

12h00 Es klingelt: Unser Hello-Fresh-Paket kommt an. (Diese Woche testen wir das mal mit drei Gerichten.)****

Der RB ermahnt mich, was zu essen. Ich verstehe gar nicht, was er meint…

12h40 Ich werde gewahr, dass meine Zwischenstands-e-Mail von jemand, die cc war, an wen Drittes weitergeleitet wurde. Was totaler Quatsch war. Ich ärgere mich kurz. Und telefoniere.

12h55 Vielleicht ärgere ich mich doch etwas mehr. Zumindest ist meine Laune nicht sonderlich gut und der RB bekommt sie ab.

13h55 Telefonat wegen des Großprojekts. Alles fein.

14h25 Das Großprojekt ist endlich vom Tisch.

14h30 Telko zu den aktuellen und kommenden Projekten. Ich sag es mal so: Langweilig wird mir bestimmt nicht.

15h05 Telko-Ende. Ich schnaufe kurz durch. Dann gucke ich mir an, was in der Zwischenzeit an Dramen aka e-Mails aufgelaufen ist. Dann setze ich mich an das zweite Großprojekt.

15h35 Telefonat zu einem – nunja – etwas speziellem Feedback. Ein Text von mir kommt zurück und er ist komplett durch einen neuen ersetzt worden. DAS hatte ich noch nie. Nein, mein Ego kratzt das nicht an, aber ich hätte letzte Woche tiefenentspannt etwas anderes machen können, als diesen Text zu schreiben. Ich versuche mich nicht weiter zu ärgern, sondern mache am zweiten Großprojekt weiter.

16h45 Nochmal Telefonat zum „neuen Text“. Dabei eskaliert es noch kurz wegen eines anderen Mini-Projekts. Angeblich wurde mir das vorgehen anders gesagt. Blöd nur, dass ich es schriftlich habe und ich außerdem … ach, lassen wir das. Weiter am zweiten Großprojekt.

17h10 Der midi-monsieur kommt nach Hause. Trotz Hort halbwegs gut gelaunt.

17h29 Telefonat zu einem anderen Projekt. Das geht wenigstens schnell und reibungslos. Dann weiter am zweiten Großprojekt.

19h20 Uiuiui, wo ist die Zeit geblieben? Ich sitze immer noch am zweiten Großprojekt. Aber ich gucke schon ganz kariert. Und Hunger habe ich auch. Also suche ich mir die Rezeptkarte zum ersten Hello-Fresh-Gericht und fange an.

19h30 Der RB kommt nach Hause. Das Kind telefoniert mit seinem Vater*****. Ich merke, dass mich das Kochen entspannt. außerdem bin ich echt angetan von den Zutaten, dem Rezept und der einfachen Zubereitung.

20h15 Wir können essen. Es ist echt lecker und wirklich reichhaltig******.

Schwein mit Kartoffeln und leckerem Salat.

21h30 Nach etwa viel Gewese ist das Kind endlich im Bett. Und ich setze mich direkt wieder an das zweite Großprojekt. Ich will es heute noch vom Tisch kriegen, zumal es jetzt nur noch Fleißarbeit ist und meine Trüffelschwein-Qualitäten gefragt sind. Es ist nicht immer ganz einfach, wenn eine nur Nachname, Abkürzung des Jurnals und Veröffentlichungsjahr (bzw. Kongress und Jahreszahl) zur Verfügung hat und muss dann eine richtige Quellenangabe dazu finden. Aber bis auf eine, bei denen die Autoren wohl die asiatischen Pendants zu Müller und Schulze haben (und vermutlich die Jahreszahl nicht stimmt), und den beiden Data on file (das sowas überhaupt genutzt werden darf…) habe ich alle gefunden.

22h50 Das Projekt wird verschickt. Die Kollegin braucht es morgen früh. Ich könnte jetzt Schnaps gebrauchen. Ich könnte auch mit einem der anderen Projekte anfangen. Aber nach 14 Stunden mehr oder weniger durchgehend am Rechner ist auch irgendwann mal Schluss. Lieber tagebuchblogge ich.

So, nun ist nicht mehr viel Fünfter übrig. Vielleicht jetzt doch noch Schnaps.

—————————–
* Das ist zwar nicht wirkliche ein Kostüm, aber wenigstens auch keine kulturelle Aneignung.

** Ich finde den kleine Ball irgendwann im Laufe des Tages im Bad.

*** Was ich vor allem daran merke, dass ich mich beim Tee machen unverhältnismäßig stark über die chaotische Küche ärgere.

**** NEIN, das ist keine Werbung. Ich bezahle dafür und ich bekomme auch kein Geld dafür, das ich darüber schreibe.

***** Auch so ein obskures Phänomen: Der Kv hat kurz bevor er nach D kommt, um das Kind zu sehen oder zu holen, immer das total Redebedürfnis (zum Glück nicht mit mir).

****** Eine weiß ja immer nicht, was eine Person so bedeutet und hier wohnen ja auch keine Hungerhaken.

Liebes Tagebuch am Fünften (Februar 2019)

Liebes Tagebuch am Fünften (Februar 2019)

Ich bin noch nicht wieder im Blogflow. Keine Ahnung, warum. Vielleicht ist es einfach so. Aber Tagebuchbloggen geht immer und so beantworte ich Frau Brüllen gerne ihre Frage: WMDEGT?

0h30 Nachdem ich die Puffin-Tour für den Schottland-Urlaub im Juli gebucht, mit dem RB noch seine Broschüre durchgeguckt und besprochen habe, rufe ich die Bettzeit aus. Also ab ins Bad.

3h00 Während der RB neben mir seelig schläft und schnurchelt, komme ich nur in so einen Dämmerschlaf und wache immer wieder auf, weil der RB eben nicht nur schnurchelt, sondern auch schnarcht. So geht es die ganze Nacht weiter, bis um

7h15 der Wecker klingelt. Ich kann aber völlig orientierungslos nicht aufstehen, sondern erst um

7h35 Da finde ich das Kind wach (gut) in seinem Zimmer. Lesend (toll). Nicht angezogen (nicht so gut). Also schnell anziehen (das Kind) und Frühstücksdose bereiten (ich).

7h50 Das Kind ist auf dem Weg zur Schule. Und ich muss mich wieder ins Bett legen.

10h10 Der umgestellte Wecker weckt. Ich werde langsam wach.

10h30 Ich bekomme einen Tee ans Bett gebracht <3 Habe aber keine Ruhe, ihn im Bett zu genießen. Stehe auf.

10h40 Kurz eine e-Mail verschickt. Der RB ist mit Brötchen zurück. Wir frühstücken. Dann mache ich mich fertig, verabschiede den RB ausgiebig, denn er ist über Nacht weg und steige um

12h00 ins Auto, um in die Landeshauptstadt zu fahren.

12h45 Ankunft in der Agentur. Ich kümmere mich um ein Projekt, geselle mich dann kurz zur Mittagsgesellschaft.

14h00 Meeting 1

14h30 Meeting 2

15h00 Telefonkonferenz

16h15 Briefing

16h30 Ich mach noch kurz was an dem Projekt, das ich vor dem Meetingmarathon angefangen habe.

16h45 Abfahrt nach Hause. Nur gut, dass das Kind schon groß ist und mit dem Schlüssel allein in die Wohnung kann.

17h45 Ankunft zu Hause. Kurz diesdasjenes machen, das Kind redet auf mich ein, ich sortiere mich. Dann mache ich Pfannkuchenteig und Pfannkuchen.

18h40 à table! (So früh essen wir selten. Aber eigentlich ist das ganz gut.)

20h00 Das Kind durfte, naja, konnte, bis jetzt (nun ist das Internetz an seinem Tablet weg) daddeln und schlüpft ohne Diskussion in den Pyjama, geht sich die Zähne putzen und ins Bett. Huch?! Ich sage gute Nacht und will mich vor den Fernseher fleezen, aber dann fällt mir die Wäsche ein, die der RB angemacht hat. Und dann sehe ich, dass er Kochwäsche mit 95 °C interpretiert hat. Nun, es scheint, als hätten alle Wäscheteile die noch nie erlebte Hitze überlebt. Dann aber aufs Sofa und „This is us“ gucken.

22h15 Heute passiert nicht mehr viel.

Gute Nacht!

12von12 (Januar)

12von12 (Januar)

Weil ich Samstag erst spät zu Hause war, dann noch ein Post-Konzert-Dinner einnehmen, duschen und Serie gucken musste (also alles nicht nur ich, sondern wir), und ich dann gestern nicht richtig an das Blog/ WordPress kam, halt erst heute die 12von12-Sammlung.

Mehr 12von12 sammelt wie immer Draußen nur Kännchen.

Liebes Tagebuch am Fünften (Januar 2019)

Liebes Tagebuch am Fünften (Januar 2019)

Das Tagebuchbloggen vonmitfür Frau Brüllen ist womöglich eine gute Gelegenheit, wieder in den Blogflow zu kommen. Hier also mal wieder ein Einblick in „WMDEDGT?

0h10 Wir, der RB und ich, kommen nach einem Konzert in Aschaffenburg und einem kleinen Abstecher zum Laden nach Hause. Unser Tagesrhythmus ist noch etwas aus den Fugen, weswegen wir erst jetzt die unterwegs besorgten Döner als Abendessen verspeisen.

0h25 Möglicherweise wäre ins Bett zu gehen vernünftiger, aber wir gucken lieber zwei Folgen von „The man in the high castle“ (Gefällt uns bislang sehr gut, nachdem wir Vikings abgebrochen haben.).

2h40 Zähneputzen und ab ins Bett.

8h40 Ich wache auf. Möglicherweise weil der RB nicht neben mir liegt. Ich finde ihn auf dem Sofa, wohin er wohl auswanderte, weil er mich mit seiner Husterei nicht wach machen wollte. Er kommt nochmal mit ins Bett. Wir schlummern so vor uns hin, bis um

9h30 die – naja, zumindest mein – Wecker klingeln.

11h05 Wir schlürfen Kaffee auf dem Markt. Wir haben an die Gemüsenetze und die Einkaufsliste gedacht. Zuvor haben wir zu Hause Wäsche sortiert und eine Maschine angemacht, das Essen für heute Abend geplant. Ich habe schon den Gelbwurst-Teig für afghanische Ravioli angesetzt. Der darf ruhen.

12h25 Wir sind wieder zu Hause. Der Markt war kleiner als sonst. Weswegen wir keine Äpfel bekamen. Aber sonst alles. Weil die Nacht kurz bzw. beim RB zudem recht bescheiden war, legen wir uns hin.

13h05 Wie geplant bin ich nach einer guten halben Stunde wieder frisch(er). Der RB darf liegen bleiben. Ich mache in der Wohnküche klar Schiff und bereite Raviolifüllung und Keema vor.

14h15 Als der RB wach wird, fange ich gerade an, die Ravioli zu basteln. Also erstmal den Teig ausrollen. Das ist ausreichend anstrengend und ich sinniere über die Anschaffung einer Nudelwalze nach. Aber dafür mache ich Aushak nicht oft genug. Der RB wirft ein, dass ich es evtl. öfter machen würde, wenn so ein Dings hier rumstünde. Ich denke darüber nach. Vielleicht würde auch einfach ein besseres Nudelholz helfen.

16h00 Die Nudeln sind vorbereitet. Der Joghurt tropft immer noch ab. Wir räumen weiter die Wohnung auf bzw. ich bereite die Galette des rois vor.

17h30 Alles ist vorbereitet. Ich versuche meine Mutter anzurufen.

17h45 Meine Mutter ruft zurück. Ich bin hin und her gerissen. Es ist schwer für sie. Also die Situation mit meinem Vater. Es ist schwer für meinen Vater. Sehr. Ich würde gerne (mehr) helfen, aber ich habe das Gefühl auf eine fixe Meinung (bei meiner Mutter) zu stoßen, der ich nur zustimmen kannsollmuss. Sicherlich wäre es einfacher, wenn uns keine 300 Kilometer trennen würden. Aber ich habe trotzdem das Gefühl, dass mein Anteil am „mental load“ größer ist, als die Anteile, die meine Brüder abbekommen. Aber ich rede ja nicht mit denen, also bleibt es ein Gefühl.

18h15 Telefonat beendet. Ich beschließe die Überlegung, noch duschen zu gehen, mit „nein“. Gut so, denn um

18h20 klingeln die Gäste.

Wir essen lecker:

  • Nüsslisalat mit warmer Champignonvinaigrette
  • Aushak
  • Galette des Rois mit Mandel-Mohn-Füllung und dazu
  • selbstgemachtes Granatapfeleis

Und trinken degustieren viele interessante Ginse:

  • Bertha’s Revenge
  • H2B
  • Citadelle
  • Skin Gin
  • Tinte-Gin
  • OriGinAl
  • Jinzu
  • Mackmyra Lab

Hach, schön und lecker war’s. Jetzt machen der RB und ich es uns noch auf dem Sofa gemütlich.

Bislang startet das Jahr ganz gut.

2018-F&A

2018-F&A

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
9.

Zugenommen oder abgenommen?
etwas zu.

Haare länger oder kürzer?
Viel kürzer.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Gleich.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr (für Urlaub).

Der hirnrissigste Plan?
Ich mache keine hirnrissigen Pläne – also aus meiner Warte heraus. Andere mögen das anders sehen.

Die gefährlichste Unternehmung?
So spontan ich auch bin, aber in Gefahr begebe ich mich nicht.

Der beste Sex?
Also, das ist … nein, ich werde jetzt nicht aus dem Nähkästchen plaudern.

Die teuerste Anschaffung?
Keine größeren Anschaffungen gemacht.

Das leckerste Essen?
Viel lecker gegrillt. Und die Crepes in der einen Creperie kurz vorm Pointe du Raz waren schon sehrsehr gut.

Das beeindruckenste Buch?
Ich kam nicht wirklich zum Lesen bzw. schlafe sicher nach 2-5 Seiten ein, sodass ich „Inside AfD“ bislang noch nicht beenden konnte, obgleich es durchaus spannend und interessant ist.

Der ergreifendste Film?
Ich habe nicht viele Filme gesehen. Und ergriffen hat mich davon eher nichts.

Die beste CD?
Die einzige CD, die ich mir 2018 gekauft habe, war die neue von Zaz. Aber hierläuft viel Musik. Viel neues ist mit dem RB eingezogen. DIE eine beste CD gab es aber 2018 nicht. Wobei … wenn ich mich entscheiden müsste, dann „Between the lines“ von The Hacklers.

Das schönste Konzert?
New Model Army (Ayo, Baboon Show, Feine Sahne Fischfilet, The Busters)

Die meiste Zeit verbracht mit…?
… dem mini-monsieur und dem RB

Die schönste Zeit verbracht mit…?
… RB.

Vorherrschendes Gefühl 2018?
Hui, alles anders, alles toll.

2018 zum ersten Mal getan?
ganz kurze Haare.

2017 nach langer Zeit wieder getan?
Mich verliebt. Mir Sorgen um meinen Papa gemacht. Urlaub.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
– Lungengeschichte von meinem Papa
– den Franzosen, der mein Nein nicht sofort akzeptierte
– Schlaganfall von meinem Papa

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Meinte Mutter davon, dass sie ihre Schmerzmittel nehmen soll (und muss). Ist noch nicht vollbracht

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Da zu sein. Ein kleines Geschenk als Geste.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Zeit, der RB sich selbst und Unterstützung.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
„Ja, klar will ich Dich wiedersehen.“

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
„Wir sind immer für Dich da“

Mehr Kohle oder weniger?
Mehr.

Besseren Job oder schlechteren?
Immer noch selbstständig, aber mit neuen Autraggebern.

Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Die Erkenntnis, dass ein Mann doch in mein Leben passt.

Mehr bewegt oder weniger?
Physisch habe ich mich etwas weniger bewegt. Ansonsten hat sich hier viel bewegt.

Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Nichts Ernsteres.

Davon war für Dich die Schlimmste?
nichts.

Dein Wort des Jahres?
Seebrücke.

Dein Unwort des Jahres?
Krankenhaus.

Dein Lieblingsblog des Jahres?
Ich habe keinen Lieblingsblog. Ich lese die Blog in meiner Blogroll gerne.

2018 war mit einem Wort…?
Glitzer-Flitter.

Dein grösster Wunsch fürs kommende Jahr?
Dass mein Vater weiter Fortschritte macht und der Frust über die kleinen Schritte nicht überwiegt.

Damals: 2017, 2016, 2015, 2014, 2013

12von12

12von12

Mit dem Bloggen hakt es derzeit etwas – Hitze, viel zu tun, RL und so -, da nutze ich gerne 12von12, um das Blog zu füllen.

Mehr 12von12 wie immer bei Draußen nur Kännchen.

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* hat leider nur bedingt geholfen

** Rumpenheimer Fähre

*** Main

**** Accra Circle in Offenbach, Ghanaisches Restaurant

Liebes Tagebuch am Fünften (August 2018)

Liebes Tagebuch am Fünften (August 2018)

Die Gerade-noch-so-Ferien-Edition von „WMDEDGT?“ (Initiatorin wie immer Frau Brüllen):

Es ist nach Mitternacht, als wir zu Dritt nach Hause kommen. Der midi-monsieur putzt sich schnell die Zähne und geht ins Bett. Wir gehen schnell duschen und dann koche ich noch schnelle Pasta, denn wirklich viel haben weder der RB noch ich bislang, also den vergangenen Abend über, gegessen.

Danach fallen wir beide k.o. ins Bett.

Ausschlafen ist nicht wirklich: Gegen 8h00 steht das Kind am Bett, den ich nochmal ins Bett und Lesen schicke. Um 9h00 klingelt der Wecker vom RB. Bis 10h30 haben wir Zeit, zusammen zu frühstücken. Das fühlt sich nach den letzten beiden Tagen richtig gut an.

Dann muss der RB los. Ich überlege, ob ich mich hinlegen oder arbeiten will; kann mich aber nicht so recht entscheiden.

Nach der Sendung mit der Maus verdonnere ich das Kind, Schulsachen zusammenzusuchen und sein Zimmer aufzuräumen. Wir machen zusammen einen Fund der besonderen Art. (Nein, ich möchte nicht darüber reden, aber ich war froh, das es keine größeren Kolateralschäden gab.)

Als alles geräumt und sortiert ist, skypt das Kind mit seinem Vater und ich montiere die neue Lampe (Geburtstagsgeschenk).

Macht sich gut. Und das umgeräumte Regal ist auch besser.

Dann kümmere ich mich um die Küche und bereite unser Abendessen, aka Grillade, vor. Da kommt dann auch „schon“ der RB wieder nach Hause.

Wir grillen, essen und dann muss das Kind auch mal so langsam ins Bett. Aber er hat Stress wegen des Schulanfangs; die Ferien waren zu schön; ein Buch fehlt und überhaupt… Wir reden und dann kraule ich ihn in den Schlaf. In einen trotz der wirklich angenehmen, ja fast kühlen Temperaturen sehr unruhigen Schlaf – er kommt noch ein paar Mal diese Nacht.

Ich muss noch was arbeiten, aber bin so fertig, dass ich beim „Ich muss mal kurz die Beine hochlegen und lang machen“ neben dem RB einschlafe.

Gut, arbeite ich halt später.