Eskalation

Eskalation

X-43 Tage bis zur zweiten Welle

Uff, der Schlaf vom Kind ist kaputt. Klar, muss er während der Ferien nicht um 21h00 im Bett liegen. Er kann ausschlafen. Ich habe auch kein Problem damit, dass er abends noch daddelt. ABER es gilt dennoch, dass er irgendwann zwischen 22h00 und 23h00 im Bett sein sollte. Weil ich eben irgendwann mal Feierabend haben will. Zeit für mich. Zeit für den RB.

Heute war er draußen. Er sollte müde sein. Aber es fängt schon kritisch an, als ich ihm sage, dass er Zähneputzen gehen soll. Er habe noch Hunger. Nein, er hat erst um 21h30 gegessen. Ich wittere eine Abend-verlängernde Aktion und schicke ihn ohne Essen ins Bad. Dann klinke ich mich kurz aus der #Corotänekneipe aus und lese ihm vor. Als die Leseprobe zu Ende ist, macht er das Licht aus. Gute Nacht, Kind!

10 Minuten später: tapptapptapp, kurzer Blick ins Wohnzimmer – „ich muss noch mal“. Joah, dann geh halt.

Kurz drauf: Kind steht sich demonstrativ verschlafen die Augen reibend in der Wohnzimmertür. Er könne nicht einschlafen. Kind, da kann ich auch nicht viel machen. Ich schicke genervt ihn wieder ins Bett.

Mittlerweile ist es nach Mitternacht – genau 0h20 – und er schläft immer noch nicht. Er steht wieder in der Tür. Er habe Hunger. Nein, es gibt nichts. Ich bekomme echt die Motten. Ja, das klingt hart, aber ich bin dieses Abendverlängern leid. Zumal jetzt essen bedeutet, dass er danach 15 Minuten warten sollte, dann wieder Zähne putzen muss. Wenn er tatsächlich Hunger hat, hat er Pech. Denn wenn er Hunger hat, dann hat er den, weil er während des Daddelns nicht mehr mitbekommt, dass er Hunger hat. Ich schicke ihn wieder ins Bett. Nun schon sehr genervt.

Es ist 1h00 er steht heulend in der Tür und bittet theatralisch um Essen. Ich glaube, ich gucke nicht richtig. Ich bin zu diesem Zeitpunkt schon so genervt, dass ich nicht pädagogisch reagiere(n kann). Ich gehe mit ihm in sein Zimmer. Ich drücke meinen Unmut über seine Aktion aus. Er leidet. Ich kann aber nicht auf ihn eingehen. Aber ich hole ihm eine Banane. Der Hunger scheint wirklich groß zu sein.

Ich komme nicht runter. Ich bin auf 180. Ich stürme raus und drehe eine Runde um den Block. Durchatmen. Wieder zu Hause gehe ich Zähneputzen und ins Bett. Nach dem Kind gucke ich nicht mehr. Kann ich nicht. Ich möchte ihn nicht nochmal anschreien. Ich muss schlafen, es ist schon 2h00. Das Kind schläft noch nicht. Dann soll er halt die Nacht durchmachen. Vielleicht heilt das. Ich höre ihn – während ich mich müde lese – noch ein paar Mal über den Flur ins Bad tapsen.

Morgen wecke ich ihn, sobald ich wach bin.

Ein Gedanke zu „Eskalation

  1. Jetzt bin ich gespannt: hat das Wecken geholfen?
    Falls es irgendwie tröstet: hier wird es auch jeden Abend später und es graust mir davor, dass bald zwei Teenies wieder um 8 in der Schule sein müssen…

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