Der Obelix-Effekt

Der Obelix-Effekt

Ich habe durchaus Problem mit Drogen. Insbesondere wenn diese konsumiert werde, um sich den Kopf wegzuballern. Zum Genuss dienen meiner Meinung nach eh nur Alkohol und Cannabis. Bei allen anderen Drogen ist für mich der genussbringende Aspekt dem Wegballereffekt deutlich untergeordnet. Und auch bei Alkohol und Cannabis ist es je nach Persönlichkeit und bestimmter biochemischer Voraussetzungen auch eine mehr oder weniger große Gratwanderung, den Genussaspekt nicht aus den Augen zu verlieren.

Für mich sind Substanzen, die zu Veränderungen der Persönlichkeit führen oder mit Kontrollverlust einhergehen, höchst unheimlich. Bei manchen ist das bereits bei Alkohol so. Deutlich mehr beobachtet habe ich das bei Leuten, die kiffen*.

Vielleicht ist es mir da auch mehr aufgefallen, weil ich die Vorstellung Cannabis zu konsumieren für mich unvorstellbar finde. Ich reagiere auf das Zeug nicht nur gefühlt allergisch: Sobald wer in meiner Nähe kifft, bekomme ich Kopfschmerzen.

Wenn ich gefragt werde, warum das so ist, sage ich halb im Scherz: „Weil ich als Kind in einen Kessel Cannabis gefallen bin.“ Gut, es war kein Kessel und nicht ich bin in etwas gefallen, sondern etwas ist in mich „gefallen“:

Ich muss 10 oder 11 Jahre alt gewesen sein. Mein großer Bruder war mein Held. Sein Zimmer war der heilige Gral und was er machte, war aus Prinzip cool. Und eines Abends, er war mit seinen Kumpels ausgegangen und der heilige Gral war frei. Ich schlich mich rein und fand Kekse. Ja genau, sol.che Kekse. Ich weiß nicht, wie viele ich davon aß. Aber der Familiensage nach bin ich ungewöhnlich früh schlafen gegangen an dem Abend und klagte am nächsten Tag über Kopfschmerzen.

Später, mit 13 Jahren, las ich – gegen den Widerstand meiner Mutter – „Wir Kinder von Bahnhof Zoo“. Damit war meine Nicht-Drogenkarriere endgültig besiegelt.

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* synonym für diverse Möglichkeiten, Cannabis, Hash, you name it zu sich zu nehmen

2 Gedanken zu „Der Obelix-Effekt

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