Ohne

Ohne

Es ist erstaunlich ohne was man alles leben kann. So habe ich vor einigen Jahren mal gefastet. So richtig mit nur Trinken. Eine Woche lang. Das ging ganz gut und ich hätte das auch noch ein bisschen länger aushalten können. Aber ich war zu einer Hochzeit eingeladen… Und rückblickend muss ich sagen, dass ich das Experiment nicht wiederholen muss. Dazu bin ich einfach zu sehr Genussmensch.

Eine Kollegin is(s)t vegan. Spannend und in einer Großstadt wie Hamburg ihrer Aussage nach auch kein größeres Problem. Für mich wäre das allerdings zu viel Verzicht. Auch wenn die Kollegin sagt, dass sie nicht verzichtet.Und in Zeiten von „Geiz isst Gaul“ und weiteren Lebensmittel-Skandalen denkt man über so was noch mehr nach. Aber der Genussmensch in mir sagt NEIN. Und die messieurs an meiner Seite würden NEIN schreien.

Aber so ein bisschen OHNE von Zeit zu Zeit hilft. Daher mag und mache ich „7 Wochen ohne“ – ganz ohne den christlichen Hintergrund (zudem gibt es ja Fastenzeiten in vielen Religionen). Dieses Partial-Fasten macht bewusst für Dinge, die schon (zu) alltäglich sind oder Verhalten, das sich zu sehr eingfahren hat.

Mein erstes Mal „7 Wochen ohne“ habe ich vor 16 Jahren gemacht. Da habe ich auf Zucker verzichtet. Ganz! Ich habe jedes Lebensmittel unter die Lupe genommen ob seines Zuckergehalts. Es ist erschreckend, wie viel Zucker in all diesen vorgefertigten Lebensmitteln ist. Und es ist so eine Offenbarung, wie gut, pur und direkt einfach Selbstgekochtes schmeckt (nicht, dass es in meinem Elternhaus übermäßig viel K*orr, Ma*gi und Co gab). Es ist sehr anstrengend, ganz auf Zucker zu verzichten. Rein physiologisch ist das auch nicht ganz sinnvoll und an eine gute Tomatensoße gehört nun mal auch eine gute Prise Zucker. Und wirklich alles selber machen, um den Zuckergehalt zu kontrollieren, artet auch in Stress aus. Doch das Resultat: Ich nutze seitdem keine Kochtütchen mehr und auch sonst nur wenig Convinience.

Diese Jahr mache ich wieder mal „7 Wochen ohne“ (nach dem letzten Jahr könnte man zwar meinen, es ist jetzt auch mal wieder genug mit Verzicht, aber das ist ein anderes Thema). Denn es war zu viel in der letzten Zeit und zu maßlos. Daher sieben Wochen ohne Süßkram – also keine Süßigkeiten, kein Kuchen, keine Desserts o.ä. Und es geht gut. Mir geht es gut damit. Banale Erkenntnisse wie „ein Müsli mit Banane und Joghurt macht deutlich satter als ein Franzbrötchen“ sind schon fast peinlich, zeigen aber deutlich, warum er mal wieder nötig war der bewusste Verzicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.