Punk goes Oper: Madama Butterfly

Punk goes Oper: Madama Butterfly

Ich habe heute sämtliche Demos zum feministischen FLINTA*-Kampftag geschwänzt. Und ich werde wohl auch morgen nur bedingt streiken. So ganz happy bin ich damit nicht. Dabei war die heutige Oper mal wieder eine gute schlechte Erinnerung daran, wie wichtig der Kampf für FLINTA*-Rechte schon immer war und weiterhin ist.

Die Story von Madama Butterfly lässt einer die Haar zu Berge stehen und eine könnte denken, das Giacomo Puccini bzw. die Librettisten Giuseppe Giacosa und Luigi Illica bzw. die Autoren die Roman-Vorlagen John Luther Long und David Belasco bereits Epstein kannten. Es wäre durchaus passend gewesen, wenn die Oper Frankfurt sich getraut hätte Pinkerton in Epstein umzubenennen. Denn Pinkerton heiratet in Japan die 15-jährige Cio-Cio-San aka Butterfly. Vor allem wohl, um mit ihr legitimisiert „spielen“ zu dürfen. Der Typ ist vom ersten Akt an unsympathisch. Durch die Heirat wird Butterfly von ihrer Familie verstoßen. Nachdem er seinen Spaß hatte, geht er zurück nach Amerika. Dass er Butterfly geschwängert hat, weiß er wohl nicht, dennoch ist es halt eine lauchige Arschloch-Nummer, dass er in Amerika eine andere heiratet. Pinkerton erfährt nach 3 Jahren, dass er ein Kind mit Butterfly hat. Er kommt mit der Neuen nach Japan, um das Kind zu holen. Allerdings ist er nicht nur ein Arschloch, sondern auch ein Lappen: Er tut sich selbst leid und will Butterfly nicht sehen. Die Übergabe des Kindes sollen andere machen. Butterfly hingegen will ihn sehen, denn so richtig scheint sie sich in den Jahren ohne ihn nicht von ihm lösen können. Scheiß-Abhängigkeiten. Am Ende bekommt er das Kind und Butterfly bringt sich um. (Wer die Story in lang lesen will, kann das z.B. hier tun.)

Es war musikalisch großartig. Puccini hatte das durchaus schon drauf mit dem Komponieren. Gerade die Duette und Terzette sind toll. Vielleicht hätten wir einfach die Augen zu machen, nur der Musik, dem Gesang lauschen und die Geschichte ausblenden sollen.

 

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