Wenn und kein dann

Wenn und kein dann

Ich habe interessehalber einen BurnOut-Test (retrospektiv fürs letzte Jahr) gemacht: schwerer BurnOut.
Natürlich ist so ein Internet-Test keine Diagnose, aber als Anhaltspunkt sind die ja durchaus nicht verkehrt.

Das hat mich tatsächlich etwas unsanfter getroffen als gedacht. Gerechnet hatte ich mit „leichter“ oder „Anzeichen auf“ BurnOut. Ganz auf den Kopf gefallen bin ich ja auch nicht und dass das letztes Jahr etwas viel war, war mir ja durchaus bewusst.

Was soll ich dazu sagen: Wie blöde kann eine sein?! Ich bin letztes Jahr so dermaßen über meine Grenzen gegangen, dass ich noch nicht einmal das gespürt habe. Aber seien wir mal ehrlich: Ich habe nichts mehr gespürt. Ich war in einem Tunnel:

  • Ich muss mich jetzt durch den Job beißen: Wenn dieses eine Projekt durch ist, wird es besser. Joah, und was habe ich bis dahin alles gemacht und was ist passiert?
  • Wir müssen diese Pandemie irgendwie durchstehen, ohne dass eine von uns erkrankt: Fiebern auf die Impfung für uns alle. Hoffen, dass die ausreicht, dass wir uns nichts einschleppen. Sich (fast) alles verkneifen, was Ablenkung bringt.
  • Papas Tod ist/war nicht schön, aber der Schlaganfall hatte ihm so zugesetzt: Meine innere Preußin sah auch keinen tieferen Sinn darin, mehr als eine Woche nicht zu arbeiten. Warum auch, das macht es ja nicht ungeschehen. Außerdem musste ich ja nicht heulen und Arbeit lenkt ab.
  • Ich muss dafür sorgen, dass das Kind glücklich ist: Klar leier ich neben all dem noch einen Schulwechsel an.
  • Diese Hautsache: Bitte, bitte, lass das nichts Schlimmes sein. Ich kann nicht ausfallen. Ich habe Angst.

Gefühlt habe ich mich das ganze letzte Jahr von einem „wenn, dann…“ zum nächsten gehangelt und das „dann“ trat nie ein. Und so blieb alles auf der Strecke und ich riss auf der Abwärtsspirale alles mit, was mir wichtig ist.

3 Gedanken zu „Wenn und kein dann

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