Was es mit mir macht

Was es mit mir macht

Nein, es ist nicht nur Internet. Es sind Menschen, die das Internet gestalten. Es sind Menschen, die trotz Entfernung und Pandemie für eine da sind. Der aktuelle Zuspruch tut gut. Wobei ich tatsächlich bei jedem einzelnen „Es tut mir leid für Dich“ anfangen muss zu heulen.

Ich muss auch heulen, wenn ich durch die Wohnung gehe. Sie steckt so voller schöner Erinnerungen. Ich ertappe mich bei dem Gedanken, ob ich nicht vielleicht umziehen sollte. Aber das macht beim Frankfurter Wohnungsmarkt wenig Sinn. Und dann denke ich weiter, ob ich nicht wenigstens mal raus sollte – also Kurztrip irgendwo hin. Aber a) es ist Pandemie, b) ich habe ja ein Kind und c) ich merke beim längern Nachdenken darüber, dass mir das Angst macht. Angst in einem fremden Bett zu schlafen (als könnte ich aktuell in meinem Bett schlafen) und in einer fremden Umgebung zu sein. So sehr mich mein Refugium schmerzt, so sehr brauche ich die Sicherheit des Gewohnten gerade.

Heute war ich zwischendurch sehr aufgebracht und hätte am liebsten Dinge kaputt gemacht.* Aber dann war ich mit Freundin J. zum Wandern verabredet. Das tat gut.

Dass ich in der Bahn zurück direkt wieder heulen musste, war allerdings nicht so geplant. Und dass mir mit jedem Schritt Richtung Zuhause schwerer ums Herz wurde, ist halt auch nicht so cool. Ich nutzte die Gelegenheit, schnelles Essen zu besorgen. Ich habe keine Kraft zu kochen. Was ziemlich blöd ist, denn die Kochbox kam gestern und auch sonst ist der Kühlschrank voll. Aber mehr als eine Dose auf- und den Inhalt heiß machen, geht einfach nicht. Zwei Gelüste hatte ich: Milchschnitte und roten Heringssalat. Das habe ich mitgenommen. Das sichert wenigstens etwas Energie zwischendurch.

Mir tut die (überfällige) Kommunikation sehr gut. Ich weiß nicht, was sie bringt – was sie bringen soll. Aber ich möchte gehört werden. Ich bin traurig, verletzt, enttäuscht und wütend. Das muss raus.

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* Würde ich eh nicht.

3 Kommentare zu „Was es mit mir macht

  1. Guten Abend, ich denke an Dich.
    Was mir damals gut getan hat war Bewegung, mich bzw. meinen Körper auszupowern. Rennen, rennen, rennen…
    Ich hoffe, Du hast sehr bald genug Kraft, etwas schönes für Dich zu tun, bspw. wieder etwas lecker gesundes zu kochen.
    LG aus Bockenheim
    Max

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