Ee Schnibbelsche

Ee Schnibbelsche

Eine Zeit lang ging ich nicht so gerne auf unseren kleinen Markt im Viertel. Er ist immer mittwochs und samstags. Und wirklich schnell zu Fuß zu erreichen. Aber die Qualität war nicht so toll. Ein paar Mal hatte ich wirklich Pech mit dem Päggscher Grie Soß und auch sonst kam mir zu vieles nicht aus der Region. Dann ging auch noch das Waffeleisen beim Metzger kaputt. Und mal ehrlich, wie soll eine denn den Samstag zelebrieren, wenn sie keine Waffeln zum Kaffee bekommen kann.

Doch der Erzeugermarkt ist auch nicht mehr das, was er einmal war. Bieten die Stände mittlerweile Gemüse aus allen Ländern an. Warum also in die Ferne schweifen?!

Waffeln gibt es auf unserem Märktchen zwar immer noch nicht wieder. Doch die Qualität von Obst und Gemüse ist besser geworden. Und der Metzger, der zwar keine Waffeln mehr hat, ist wirklich gut und lecker – also seine Fleisch- und Wurstwaren. Die lange Schlange spricht jeden Mittwoch und Samstag für sich. Und das Team ist auch immer für einen Scherz zu haben:

Der RB steht wie es sich gehört mit etwas Abstand zu mir, während ich schon bedient werde.
„Junger Mann, wie können wir Ihnen helfen, oder gehört“, die zweite Verkäuferin blickt zu mir, „der zu Ihnen?“
„Ja, wir gehören zusammen.“
„Einer muss ja die guten Sachen nach Hause tragen“, meint die erste, unsere, Verkäuferin.
„Mal sehen, wie schwer das wird. Ob ich das überhaupt schaff.“
„Ja, geben Sie dem armen Mann lieber ee Schnibbelsche Wurst, bevor er völlig entkräftet ist“, grinse ich.
Unsere Verkäuferin grinst zurück, nimmt die Kinderwurst aus der Auslage, schneidet eine Scheibe ab und reicht sie dem RB: „Jetzt sollte es gehen.“

Ja, bis nach Hause hat er unsere Einkauftaschen geschafft.

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