Kurtag 17

Kurtag 17

*** Erkenntnisse ***

Da für heute nur ein Termin um 9h30 ansteht, können der mini-monsieur und ich entspannt zum Frühstück gehen, was ich auch genieße. Die Rückenschule hat es dafür in sich. Wo man alles Muskeln hat, ist ja fast aufregend 🙂

Ich hänge mit den Gedanken aber woanders. Der Psychologentermin wirkt immer noch nach. Ich versuche, meine Gedanken auf Papier zu bringen. Das hilft ein bisschen. Ich fasse mir ein Herz und bitte meine Psychologen um einen Extratermin. Es fällt mir nicht einfach, mir einzugestehen, dass ich das brauche. Aber er hat mir beim letzten Termin das Gefühl gegeben, dass er meint, dass ich einen brauchen könnte. Ich bin mir sicher, dass ich diesen Schritt nicht machen würde, wenn er es mir nicht so deutlich zu verstehen gegeben hätte.

Nach dem Mittagessen bin ich auf einmal – wie schon die letzten Tage – total müde. Ich MUSS mich hinlegen. Aber vorher muss ich noch das neue Lego-Set aufbauen. Das dauert tatsächlich eine dreiviertel Stunde. Danach schlafe ich ein. Und wache gegen 13h45 auf. Der mini-monsieur verkündet, dass er jetzt sofort in den Kindergarten möchte. Also gehen wir runter und stellen fest, dass ein Ausflug gemacht werden soll. Der mini-monsieur will mit und ich muss noch mal hochsprinten um Regensachen und Wanderstiefel holen.

Als das Kind weg ist, renne ich etwas wie Falschgeld rum. Wirklich was machen will ich gerade nicht. Die Ereignisse mit dem monsieur in den letzten Tagen lassen mich nicht los und ich will da was klären. Also rufe ich ihn an. Auch wenn ich sofort wieder Französisch mit ihm spreche, habe ich das Gefühl, dass es mir total schwer fällt, mich auszudrücken. Es ist ein komisches Gespräch, das auch erst einen Hauch von Normalität bekommt, nachdem ich aufgelegt habe (und er wieder angerufen hat). Glücklich bin ich mit dem Gespräch nicht. Ich muss jetzt irgendwo Energien ablassen. Also gehe ich in den Ergometerraum. Da kein Sporttherapeut da ist, lasse ich mir das Gerät von einer anderen Mama erklären und trete in die Pedale:

1. Ziel: 20 Minuten
2. Ziel: 100 kcal
3. Ziel 10 km

Dann noch eine kleine Speedrunde und dann schrittweise die Watt-Zahl im Minutentakt runterfahren. Ende der Fahrt: über 35 Minuten, über 15 km, über 150 kcal.

Danach schnacke ich noch eine Runde. Dieses Reden hier tut schon sehr gut (und ist wohl auch einer DER Unterschiede zu einem Urlaub). Kurz vor knapp hole ich mein Kind ab, das wohl einen sehr schönen Nachmittag erlebt hat. Bis wir um 17h40 zum Abendbrot gehen, spielen wir ein bisschen.

Eine andere Mutter will mit ihrem Sohn in die „Spielscheune“. Da sie anbietet, den mini-monsieur mitzunehmen, habe ich noch mal einen Moment mit einer anderen Mama zu reden. Als der mini-monsieur wieder da ist, darf er sich ein Eis holen. Ganz alleine macht er das. Ich bin sehr stolz auf ihn, welche Schritte er hier in Richtung Selbstständigkeit gemacht hat. Viele Wege will er allein bewältigen. Auch die Sache mit dem Selbstbezahlen klappt ganz gut. Allerdings kommt beim Wechselgeld der Calvinist in ihm durch: Er feilscht um jeden Wechselcent.

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