Im Reinen
Es war gestern durchaus großartig, dass ich mich aufgerafft habe, zum Au-Fest zu fahren. Quasi allein. Aber in einer Subkultur ist eine ja nicht allein. Schon in der S-Bahn gabelte ich den ersten Bekannten auf, an der Haltestelle Rödelheim den nächsten. Und so zog ich meine Runden, hielt hier und dort einen Schnack und freute mich über das bunte Publikum, das sich eingefunden hatte. Ich finde es interessant, mich zu beobachten, seit ich nicht mehr „die Frau“ des Ex bin (obwohl ich von sehr vielen auf ihn angesprochen wurde, als ob wir noch ein Paar wären). Ich agiere viel offener bzw. mein Umfeld agiert mit mir viel offener. Als hätte ich mich in der Beziehung hinter dem Ex versteckt, was ich ja gar nicht gemacht habe. Keine Ahnung, was passiert ist. (Vielleicht wandere ich darüber mal therapeutisch.)
Obwohl ich durchaus betrunken nach Hause kam, kam ich heute gut aus dem Bett. Nach Frühstück auf dem Balkon war ich unschlüssig, was ich machen wollte, entschied mich dann aber doch für Sport. Danach war es auch schon spät und ich machte mich schnell fertig, um zum Hafen2 zu düsen: Eine spannende Band war angekündigt und was spricht gegen ein Konzert am Sonntagnachmittag. Ich hätte das Konzert auch alleine genossen, aber es war dann doch nett, dass eine Freundin sich noch aufraffen konnte. Und dann trafen wir noch zwei und so wurde es noch unterhaltsamer.
Auf dem Weg nach Hause dachte ich: Ja, so mag ich das. Das bin ich. Dinge tun, auf die ich Bock habe. Auch alleine. Spontan. Leute treffen und kennenlernen.
Ich bin gerade sehr mit mir im Reinen. Das fühlt sich ziemlich gut an.