Wandern oder Radfahren

Wandern oder Radfahren

Ich werde mich nicht jeden Tag testen, aber jeden zweiten. Also heute: negativ.

Lange dümpelte ich im Bett rum und las. Irgendwann merkte ich, dass das Liegen und Lesen nicht gut für mein Gemüt waren, obwohl ich das Buch wirklich spannend finde. Also musste ich raus. Zwischen Bäume. Atmen.

Wandern oder Radfahren?

Problem beim Wandern ist: Entweder laufe ich da, wo ich mittlerweile schon x-mal gelaufen bin oder es gibt keine Bäume. Oder es sind wirklich viele Menschen unterwegs. Immerhin war bestes Sonntagsausflugwetter. Oder ich muss mit dem ÖPNV erstmal hinkommen. Und darauf habe ich gerade nur wenig Lust.

Also Rad. Aber Rad ohne Ziel ist immer etwas speziell. Und im Zweifelsfall fahre ich dann wieder Routen, die ich schon gut kenne. Aber es ergab sich, dass ich noch was wegbringen konnte und so eine entsprechende Runde mit Zwischenstopp ausklügelte und damit auch eine neue Route fahren konnte. Es kam zu einer kurzfristigen Konfusion, die aber geklärt werden konnte. Und so fuhr ich ein hübsche Strecke von 30,4 Kilometern viel durch Wald, der leider immer noch nicht so grün ist, wie es mir gut täte, etwas am Main lang (uff, so viele Menschen) und natürlich auch etwas Straße – ich wohne nun mal in der Stadt.

Wo komme ich her? – Wo stehe ich – Wo will ich hin?

Fragen, die sich eine zwangsläufig an Weggabelungen* fragt. Ich lese gerade so viele verschiedene Bücher, die mir sehr spannende Impulse liefern, dass ich gepaart mit den Erkenntnissen des therapeutischen Wanderns vieles einfach grundlegend überdenke. Als eine, die nie Zukunftspläne gemacht hat oder sich gar irgendwelche Ziele gesetzt hat, ist es zum Teil etwas schwierig, mir darüber klar zu werden, wie ich meine Leben gestalten will in der Zukunft. Oder was ich dafür brauche. Ich kann das noch nicht klar formulieren, was für mich ein ziemlich eindeutiges Zeichen ist, dass ich es auch noch nicht klar sehe und fühle. Ich habe Angst, an der Gabelung eine Sackgasse genommen zu haben. Und dass es letztlich keine einfache Gabelung war, sondern der Kreisverkehr am Arc de Triomphe.

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* Meine Radtour war an dieser Stelle allerdings überhaupt nicht metaphorisch. Ich kam aus der linken Gabelung und fuhr am „Gabelstiel“ einfach weiter.

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