Punk goes Oper: Werther

Punk goes Oper: Werther

Letztes Jahr im November vertrat der JMW eine meiner Opern-Freundinnen. Er kam freiwillig (!!!) mit in Boris Gudenow von Modest Mussorgskis. Das war eine mutige Entscheidung, denn Boris dauert gut 4 Stunden. Der JMW war begeistert. Und zwar so beigestert, dass er nochmal in die Oper wollte. Also schenkte er uns Karten zu Weihnachten.

Heute war es so weit: Werther von Jules Massenet.

Ja, der Werther aus „Die Leiden des jungen Werthers“ von Goethe. Das Libretto ist zwar über 100 Jahre nach dem Roman erschienen, aber es gab jetzt keinen ultimativen Plottwist. So ein bisschen wie beim Titanic-Film: Eine weiß ja, wie es ausgeht. (Vorsicht Spoiler) Werther begeht Selbstmord. Und bis dahin leidet er halt auch ganz viel. Ich bin ja froh, dass ich um den Schinken zu Schulzeiten rumgekommen bin. Die Kurzformen reichen mir.

Klingt nicht nach guten Voraussetzungen für einen gelungenen Opern-Abend.

Doch mitnichten: Musikalisch war es so toll, dass eine die Geschichte fast ausblenden konnte. Dass die Oper kurz vor dem Beginn des 20. Jahrhunderts komponiert wurde, hört eine durchaus raus. Es wirkte modern, hier und da fast wie Filmmusik. Sehr schön. Die weibliche Hauptrolle, Charlotte, wurde von Bianca Andrews gesungen und allein das hat für sehr viel entschädigt. Auch die Sophie hat besonders begeistert. Die Rollen Johann & Schmidt waren ein wenig lustig inszeniert und erinnerten an die Zwillinge Schulze und Schultze. Das Orchester war sehr stark. Und sehr laut. Teilweise irgendwie zu laut. Zumindest kamen gerade die männlichen Stimmen teilweise nicht dagegen durch. Und die Musiker*innen haben extrem laut ihre Noten umgeblättert. Das war bis in den 3. Rang zu hören.

Das Bühnenbild war auch wieder toll. Ich bin immer wieder begeistert, was uns in der Oper geboten wird. Schön war dieses Mal, dass die Kostüme an die Gründerzeit, also die Entstehungszeit der Oper, angelehnt waren. Und das erstemal gab es Bühnenschnee.

Auch diese Oper hat dem JMW gefallen und er möchte gerne nochmal mit.

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