Zwischenbilanz

Zwischenbilanz

Heute vor 12 Wochen hatte ich meine erste Panikattacke und es war der Beginn einer meiner heftigsten Phasen im Leben. Denn es war das Ende der BurnDown-Spirale und der BurnOut präsentierte sich in seiner vollen Pracht. Und so schmerzhaft, anstrengend, kräftezehrend und tränenreich gerade der Beginn war, so stolz bin ich auf mich, wo ich heute stehe. Heute in drei Wochen fange ich wieder an zu arbeiten und auch mit Blick darauf habe ich eine Zwischenbilanz gezogen.

Zu Beginn der Phase habe ich resultierend aus Gesprächen und den therapeutischen Wanderungen eine Mindmap erstellt, mit der ich mir visualisert habe, welche meiner Lebensbereiche und Verhaltensweisen zu meinem BurnOut beigetragen haben. 13 waren es, die mehr oder weniger starken Einfluss auf meinen BurnOut hatten: Verantwortungsschwamm, Preussin, Wohnung, Trennung, Pragmatismus, Arbeit, Kind, Familie, Pandemie, fehlende Freizeit(aktivitäten), Beziehung, Gesundheit.

An vielen davon habe ich gearbeitet. Sie geprüft, auf links gedreht, grundlegend geändert, besprochen oder verarbeitet: Wohnung, Trennung, Arbeit, Freizeit, Beziehung und Gesundheit. Hinzu kommt, dass die Pandemie mich nicht mehr so belastet und einschränkt bzw. ich mich nicht mehr so belasten und einschränken lasse. Hinsichtlich Familie beschränke ich mich gerade auf ein Kontaktminimum. Das, was für mich gut ist. Mehr geht nicht. Das war letztes Jahr nach Papas Tod einfach zu viel. Beim Kind ändert sich nicht so viel, aber ohne BurnOut bin ich deutlich gelassener und kann die Pubertät besser ertragen. Und ja, einen neuen Job habe ich auch. Allerdings kann ich derzeit nur hoffen, dass er nicht so ein BurnOut-Treiber sein wird wie der alte.

Bleiben Verantwortungsschwamm, Preussin und Pragmatismus. Wobei letzteres noch der geringste BurnOut-Treiber ist und war. Und die Preussin tritt auch vorrangig um Job auf. Also versuche ich am Verantwortungsschwamm zu arbeiten, was vor allem bedeutet:

  • Nicht immer alles mitdenken und schon gar nicht für alle.
  • Das Kind ggf. mal auflaufen lassen.
  • Meine Bedürfnisse klarer sehen und benennen und adressieren.
  • Nicht alles alleine machen.
  • Um Hilfe bitten.
  • Auf mein Bauchgefühl hören: Alles, was keinen Joy sprakt, wird entweder nicht gemacht, aussortiert oder zumindest nochmal überdacht – wissend, dass der erste Impuls der beste Ratgeber ist.

Ich bin stolz auf meine Zwischenbilanz. Ich habe viel erreicht und bin an vielen Stellen auf einem guten Weg. Mittlerweile freue ich mich auch darauf, bald wieder zu arbeiten.

Aber bis dahin gehe ich noch ein paar Mal mit mir wandern, hole mir Impulse, lasse mich inspirieren, arbeite an mir und auch an der Wohnung.

2 Gedanken zu „Zwischenbilanz

Schreibe einen Kommentar zu Dirgis Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.