Entscheiden

Entscheiden

Manchmal bin ich ja von der Radikalität und Konsequenz meiner Entscheidungen selbst erschreckt erschrocken. Und so sehr es manchmal nach unüberlegten Schnellschüssen aussieht, so sehr stehen hinter diesen Entscheidungen – mehr oder weniger lange – Denkprozesse. Ich habe aber tatsächlich mit den Jahren gelernt, dass „zerdenken“ nicht wirklich etwas ändert. Außer vielleicht eine (unnötige) Verzögerung. Und dabei verpasst eine auch schnell den „richtigen“ Zeitpunkt. Wobei es bei vielen Entscheidungen eh nie _den_ richtigen Zeitpunkt gibt. Oft muss eine einfach machen.

Wenn ich fühle, das Dinge nicht gehen, gehen sie nicht. Oder ich spüre, dass Dinge so oder so sein sollten. Und dann muss ich das ändern. (Natürlich läuft das nicht immer nur intrinsisch ab, sondern hat auch extrinsische Auslöser.) Ich mache, was ich für richtig halte. Und ich habe bislang keine meiner radikalen Entscheidungen bereut. Eigentlich habe ich immer die bereut, bei denen ich versucht habe, einen Kompromiss oder Konsens zu finden. Doch das war eigentlich immer halbherzig und machte mich nicht glücklich. Das gilt für zwischenmenschliche Beziehungen genauso wie für allgemeine Entscheidungen oder Job-Dinge. Jede entsprechende Entscheidung in der Vergangenheit hat Platz gemacht für etwas Neues, das definitiv besser war bzw. ist.

Und das hat nichts damit zu tun, dass ich Dinge nicht aushalten kann oder will. Ich weiß, dass es immer mal Durststrecken gibt. Dass eine sich auch durch Dinge durchbeißen muss. Aber ich weiß, dass ich meinem Bauchgefühl vertrauen kann, wenn es mir sagt: „Hiermit geht es Dir nicht gut. Es lohnt sich nicht, das auszuhalten.“

Was ich spannend finde, ist zu sehen, wie manchmal andere Menschen, die gar nicht von meinen Entscheidungen betroffen sind, auf diese reagieren. Es wirkt, als stürze ich sie in Loyalitätskonflikte – innere und äußere. Was machen meine Entscheidungen mit ihnen? „Zwingen“ sie sie darüber nachzudenken, ob sie auch Entscheidungen treffen sollten? Nur weil eine andere – ich – das schafft?

Ich kann und will keine zwingen zu entscheiden und/oder zu handeln. Das muss jede für sich entscheiden. Ich entscheide ja auch nur für mich.

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