(ö) Vom Mimimi und Boostern
Möglicherweise bin ich im Mimimi-Modus. Vielleicht bin ich auch einfach alt und falle auseinander. Aufgewacht bin ich von schlimmen Bauchschmerzen, die zum Glück nur temporär waren. Führte aber dazu, dass ich mimimiend bis zu Nachmittag im Bett lag.
Denn der Fuß zickt weiterhin rum. Laufen ist nicht. Das ist ziemlich ärgerlich und macht mich durchaus ungehalten. Mimimi auf Twitter führte dazu, dass ich nun Gehhilfen habe. Das ist sicherlich nicht verkehrt.
In einem weiteren Mimimi-Tweet ließ ich mich darüber aus, dass ich mich als schlechte Mutter fühlte, weil ich mich nicht um einem Boostertermin für das Kind kümmere. Das war etwas verkürzt: Ich lese/höre „überall“, dass Menschen ihre Kinder boostern lassen. Das setzt mich irgendwie unter Druck. Muss ich das Kind jetzt auch boostern lassen?! Es pressiert nicht so wirklich:
- Er ist doch noch nicht mal fünf Monate vollständig geimpft.
- Die Zulassung umfasst nicht einen Booster für 12-18-Jährige.
- Es gibt noch zu wenig geimpfte Erwachsene, die den Impfstoff dringender bräuchten.
- In Hessen wird der Booster für U18 nicht offiziell, also in Impfzentren, angeboten.
- Das Kind ist seit einer Woche zu Hause und wird es auch so schnell nicht verlassen. Realen Kontakt hat das Kind derzeit nur zu mir und dem RB
ad 1: Die 5 Monate sind aber bald voll und ich habe mich auch nach 5 Monaten boostern lassen. Und zwischen 5-6 Monaten machen für mich bei Kindern irgendwie mehr Sinn als schon nach 3 Monaten. Ist allerdings eher ein Bauchgefühl.
ad 2: Ja, Off-Label-Use ist in dieser Pandemie nichts Neues. Aber für gewöhnlich fand der dann statt, wenn eh Daten zu erwarten waren. Soweit ich es weiß und recherchieren konnte, gibt es keine Studie zu Boostern in dieser Altersgruppe. Braucht diese Altersgruppe wirklich einen Booster? Zumal die T-Zell-Antwort auch bei 2fach-Impfung gut gegen Omicron funktioniert.
ad 3: Aber die Lager sind voll Impfstoff. Wer geimpft werden will, kann sich impfen lassen.
ad 4: Hier in Hessen wird sich fast zwanghaft an die StIKo-Empfehlung gekrallt. Und es gibt nur wenige Kinderärztinnen, die ohne StIKo-Empfehlung geschweige denn Off-Label impfen. Wir haben Glück: Unser Kinderarzt ist einer davon. Eltern aus ganz Deutschland pilgern mittlerweile zu ihm, um ihre Kinder impfen zu lassen. Er wird sicherlich auch das Kind boostern. Ich muss halt einfach mal anrufen und hoffen, dass ich durchkomme. Ich bin durchaus gerührt von den verschiedenen Unterstützungs-Angeboten.* Aber ich denke, das Telefonat schaffe ich schon. Und für alle in Frankfurt / im Rhein-Main-Gebiet, die keine impfende Kinderärztin haben, gibt es ein paar Angebote, die sich nicht um StIKo u/o Zulassung kümmern (zumindest für alle ab 5 Jahren):
ad 5: Ich hoffe ja auch ein wenig, dass die Schulen über den 10.1. hinaus geschlossen bleiben. Ich hoffe, dass in der ersten Januarwoche die Zahlen so explodieren, dass nichts anderes übrig bleibt als den Bumms dichtzumachen.
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* Ohne dass ich damit wen verurteile, die das macht, aber für mich kommt Impftourismus nicht infrage. Das ist vor allem ein Aufruf an alle Ärztinnen, sich mit den wissenschaftlichen Daten und auch mit ihrem Präventionsauftrag genau auseinanderzusetzen und entsprechend zu handeln, damit es umfassende Impfangebote überall gibt. So ist gerade die Kinderimpfung wieder nur ein Privilig derer, die sich kümmern können.