Vorhang auf

Vorhang auf

(Naja, einen Vorhang gab es nicht.)

An der Schule vom Kind gibt es nicht sooo viele* Arbeitsgemeinschaften. Die paar, die es gibt, sind recht begehrt. Besonders beliebt ist die Theater-AG. Der Lehrer, der die anbietet, ist auch recht beliebt. Allerdings dürfen an der Theater-AG nur die Dritt- und Viertklässlerinnen teilnehmen – so wegen Aufmerksamkeit, Konzentration und Textlernen (nein, das muss ich nicht diskutieren).

Der midi-monsieur kündigte schon Ende Klasse 2 an, dass er in Klasse 3 an der Theater-AG teilnehmen wolle. Gut, wenn er das will, darf er das machen. Und weil die Theater-AG so überlaufen ist, wurde gelost und so konnte er erst im zweiten Halbjahr mitmachen. In diesem kurzen, total vollgepackten und eng getackteten Halbjahr. Aber gut, so war es halt.

Schnell stellte sich heraus, dass er nicht damit gerechnet hatte, Text lernen zu müssen. Und dann bekam er auch noch drei Rollen. Tjanun…

Ein paar Mal wollte er hinschmeißen und fluchte wild. Insbesondere in der letzten Woche war es arg, als die Klassenlehrerin ankündigte, in dieser letzten Schulwoche vielleicht mit der Klasse ins Freibad zu gehen**. Denn in dieser letzten Schulwoche waren die Aufführungen der Theater-AG angesetzt. Von Montag bis Donnerstag jeden Tag Aufführungen. Montag, Dienstag, Mittwoch und heute fanden vormittags Aufführungen für die anderen Klassen statt. Wodurch die Theater-Kinder so gut wie keinen Unterricht hatten und dementsprechend auch nicht – zumindest die Kinder „unserer“ Klasse – den Aufsatz schreiben mussten. Auf einmal war all der Ärger übers Textlernen und die vielen Termine vergessen. Heute am späten Nachmittag gab es die – für den midi-monsieur – wichtigste Vorstellung – die für die Eltern***.

Ich hatte mittags noch einen Termin in Köln. Aber dank Sprinterstrecke kann eine von 13h00 bis 14h00 eine Veranstaltung in Köln besuchen und trotzdem rechtzeitig um 17h00**** im Theater sitzen.

Ich mag ja minimalistische Bühnenbilder.

Aufgeführt wurde „Die wilden Schwäne“ von Hans Christian Andersen. Und das Kind war König, …

… Erzähler und …

… Bischof.

Aber nicht nur der midi-monsieur hatte mehr als eine Rolle. Die Kids haben das toll gemacht. Dass der midi-monsieur angeblich etwas textschwach war, war gar nicht zu merken. Zumindest hat er sich Hänger nicht anmerken lassen. Und es war toll ihn zu sehen: Er stand fest und selbstbewusst auf der Bühne. Wenn er Lampenfieber hatte, hat eine das nicht gemerkt. Er hat laut gesprochen und tatsächlich auch geschauspielt.

Das Stück selbst war auch gut. Andersen-Märchen sind ja immer etwas speziell, aber halt auch sehr schön. Außerdem sind Andersen-Märchen nicht so bekannt und daher auch nicht so ausgenudelt.

Mal sehen, ob er in Klasse 4 doch noch mal in die AG will.

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* Es gibt verschiedene Gründe dafür. Ein zentraler ist leider, dass es den Lehrkräften zu viel Arbeit ist. AGs bedeuten zusätzliche Arbeit, weniger Freizeit und erfordern Engagement.

** nur bei entsprechendem Wetter

***Der midi-monsieur war sehr enttäuscht, dass der RB nicht dabei sein konnte.

**** Ich war schon um 16h40 am Theater.

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