Wo der Baum die Locken hat
Da haben wir alle gedacht, dass unsere armen Stadtkinder für immer glauben werden, dass Kühe lila sind. Aber weit gefehlt: Stattdessen werden sie glauben, dass heimisches Obst vom Locken-, Tiger-, Lego- oder Mauer- sowie Knet-und-Brösel-Baum kommt. Zumindest der midi-monsieur und seine Klassenkameraden.
Seine Klasse war heute auf einer Streuobstwiese (die – wer hätte es gedacht – so heißt, weil dort verschiedene Obstbäume verstreut rumstehen). Davon gibt es erfreulicherweise noch ein paar im Frankfurter Grüngürtel. Die Klasse wird dort bei vier Terminen den Lauf der Natur beobachten. Heute war der erste. Und weil eine Lehrerin auf 19 Schüler*innen etwas wenig ist, bin ich als Aufsichtsperson mitgekommen. Das Programm vor Ort wurde von wem Fachkundigen durchgeführt.
Auf der Streuobstwiese angekommen herrschte erstmal ein bisschen Aufregung über die dortige Fauna

Wir hatten großes Glück mit dem Wetter, sodass die Kids sich beim Gelände erkunden erstmal austoben konnten. Sie sollten Dinge entdecken. Naja, entdeckt haben sie, dass man die Hügel prima runterpesen konnte. Danach wurde über die Unterschiede der einzelnen Baumarten gesprochen und anhand der Rinde fanden die Kinder den Lockenbaum
aka Kirschbaum,
den Tigerbaum
aka Pflaumenbaum,
den Lego- oder Mauerbaum
aka Birnbaum,
den Knet-und-Brösel-Baum
aka Apfelbaum.
Nur der Walnussbaum hatte eine profane glatte und raue Rinde

Danach wurde sich der niederen Flora gewidmet. Die Kinder lernten, dass auf so einer wilden Wiese allerhand Giftiges wächst wie z.B. Schlüsselblumen
oder Herbstzeitlose.
Aber auch Genießbares (und für Frankfurter Essentielles) wie die Pimpinelle.
Also ich fand es ja sehr interessant und lehrreich – auch was die Klassendynamiken anbelangt. Dem midi-monsieur fehlte „action“. Die gibt’s vielleicht beim nächsten Termin, wenn die Bienen dabei sind.
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