Genderkacke

Genderkacke

Wer hat eigentlich beschlossen, dass es von allen möglichen und unmöglichen Dingen extra was für Mädchen und Jungs braucht? Wie das aussieht, sammlt das Nuf.

Gendermarketing. Das Wort allein klingt schon so bescheuert, dass das, was dabei rauskommt, wohl kaum sinnbehaftet sein kann.

Und die Auswüchse werden immer schlimmer und abstruster. Und ich bin (noch) ganz froh, eine Jungsmama zu sein. Ich hab es schon persönlich nicht mit Rosa. Ein rosa Mädchen hätte ich wohl zu Adoption freigegeben. Und es wird immer rosaner.

Klar hat sich die Mode für Jungs auch verändert. Die Überpräsenz von jungstypischen (Helden-)Figuren schränkt die Auswahl erheblich ein. Aber letztlich ist Jungs-Mode aber immer noch erträglicher als die aktuelle Mädchen-Mode. Dieser Rosa- und Lolita-Overflow ist nicht mehr nachvollziehbar. Mädchen werden damit von klein auf in ein Schema gepresst, das weder natürlich noch soziologisch, pädagogisch sinnvoll ist.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass diese ganze Genderkacke vor allen Dingen für die weibliche Zielgruppe entwickelt worden ist. Irgendwer kam mal auf die Idee, dass Mädchen was Eigenes (bei Loriot reichte damals noch ein Jodelkurs) brauchen bzw. mit was Eigenem leichter zu ködern sind: „Guck mal Mama, Lüller-Fee und rosa und Glitzer: Das will ich haben.“ Und wenn man sich dann schon die Mühe macht, dann kann man ja auch gleich auch eine Jungsversion machen.

Wobei bei Jungs da eher das Ausschlussprizip funktioniert: „Das ist für Mädchen. Ich nehm das andere.“ Wenn sie es nicht schon von zu Hause eingeimpft bekommen haben, dann kümmern die sich eigentlich nicht darum, ob etwas für Mädchen oder Jungs ist. Die sind ja meist einfach nur mit sich und ihrem Testosteron beschäftigt.

Doch letztlich gilt das (also nicht die Sache mit dem Testosteron) auch für Mädchen. Denn:

Kinder haben unterschiedliche Interessen. JEDES Kind ist ganz individuell.

Und das ist auch das, was mich an der Genderkacke am meisten aufregt. Kinder können nicht mehr wirklich nach Interessen entscheiden. Ein Mädchen, das auf Dinos steht, braucht schon ein ganz schönes Selbstbewusstsein hat in ihrer Peergroup bisweilen einen sehr schweren Stand. Und Jungs „dürfen“ nicht mehr mit Puppen spielen.

Denn es findet schon (viel zu) früh eine zu deutliche Unter- und Zuteilung statt, der man (Mutter, Vater, Kind) nur schwerlichst entziehen kann, ohne dass man als Nerd abgestempelt wird. Und die Grenze ist scharf. Eine Durchmischung findet nicht statt. Die Folge:

Kinder wünschen sich nicht mehr Dinge, weil es eben ihren Interessen entspricht oder lehnen sie ab, weil es eben nicht ihr Ding ist. Sondern wählen nur noch nach dem Prinzip , ob es für das eigene oder das andere Geschlecht bestimmt gebrandet ist.

Und so standen der mini-monsieur und ich im Laden und hatten die Wahl zwischen

Ohne die Motive im einzelnen gesehen zu haben, lehnte das Kind die rosane Packung ab mit „das ist für Mädchen“. Aus Prinzip hätte ich fast ebendiese Packung mitgenommen. Aber da meinte der mini-monsieur, dass er Elfen und Prinzessinnen eben nicht so toll findet (und ich kann’s ihm nicht verdenken).

Aber warum muss es überhaupt zwei Versionen geben? Passen Elfen nicht neben Piraten? Heißt es nicht immer: „Die Mischung macht’s“?

Ich finde es so schade, dass unseren Kindern so die Möglichkeit genommen wird, schubladen- und stereotypenfrei aufzuwachsen. Dass unsere Kinder in Rollen gedrängt werden. Dass ihnen ein Rollendeken aufoktroyiert wird, das sie im schlimmsten Fall nicht mehr los werden.

Daher wäre es schön, ohne die Themen gleichsetzen zu wollen, obwohl sie wahrscheinlich eine Menge miteinander zu tun haben, wenn #genderkacke eine ähnliche Aufmerksamkeit bekäme wie #aufschrei.

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