Kurtag 15

Kurtag 15

*** schmerzhaft ***

Der mini-monsieur ist irgendwie heute Nacht wieder zu mir gekrabbelt. Um 5h20 werde ich das erste Mal wach und überlege, ob ich für die verbleibenden anderthalb Stunden noch das Bett wechsel. Doch ich bin zu müde und schlafe wieder ein, bis das Handy um 6h45 das erste mal nervt. Ich muss hoch und mich schnell fertig machen, da ich um 7h00 beim Wiegen sein soll. Der mini-monsieur ist mit mir wach geworden, will aber im Zimmer bleiben. Dabei soll er sich anziehen. An der Waage ist eine ungewöhnlich lange Schlange. Ich vermute schon, dass das Kind unruhig wird. Und da steht es dann auf einmal auch vor mir. Immerhin angezogen, wenn auch ohne Puschen. Er sieht die Schlange und ist beruhigt, dass ich nicht verschwunden bin und zieht wieder ab. Um 7h20 machen wir uns dann auf zum Frühstück. Ich bin irgendwie gestresst, weil mein erster Termin des Tages der beim Psychologen sein wird. Das Gespräch verläuft gut, aber auch schmerzhaft. Er sagt viele Dinge, die stimmen und ich muss gucken, wie ich das umsetzen kann. Aber ich muss. Sonst gehe ich vor die Hunde.

Ich bin so semi-begeistert, dass ich anschließend gleich zur Rückenschule muss. Aber es tut auch gut, abgelenkt zu werden. Die Rückenschule hat es in sich. Und ich merke, dass ich echt nciht in Form bin. Das muss auch weiter geändert werden, wenn wir wieder zu Hause sind. Danach ist erstmal Pause.

Eigentlich hatte ich ja dem mini-monsieur versprochen, ihn früh aus der Betreuung zu holen, damit wir – das Wetter ist bestens – endlich zur Sommerrodelbahn fahren können. Aber dann fällt mir ein, dass er heute Sport hat und ich weiß, dass er darauf nicht verzichten möchte. Also rodeln wir heute nachmittag nach meinen letzten Termin für heute. Ich hoffe, dass ich mir von wem hier ein Auto leihen kann.

Auto kann ich mir nicht leihen. Ist aber auch egal, denn nach dem Essen habe ich auf dem Zimmer die Eingebung bei der Sommerrodelbahn anzurufen. Zwei Pleiten reichen mir. Und tadaaa: Heute ist Revisionstag. Also wieder nicht rodeln. Der mini-monsieur ist traurig. Und ich bin froh, nachgefragt zu haben. Wir überlegen, was Plan B sein könnte. Der Kidnergarten macht einen kleinen Ausflug. Aber mein Kind will nicht mit. Ich schlage vor, dass wir uns endlich mal die Ameisenstrasse angucken. Der mini-monsieur ist begeistert. Also muss er nur kurz, während ich Krankengymnastik habe, in den Kindergarten.

Die Krankengymnastik hat es in sich. Heute nichts mit Massage oder Triggerpunkten. Nee, heute muss ich ran. Ein paar fiese – ja zum Teil schmerzhafte – Übungen hat der Physiotherapeut vorbereitet. Aber ich bin ja nicht zum Spass hier. Und außerdem habe ich ja morgen Massage.

Direkt danach sammele ich den mini-monsieur ein, wir ziehen die Wanderstiefel an und ich packe den Rucksack. Dann müssen wir auch los, damit wir den Raupenzug erwischen, der nur einmal pro Stunde fährt. Wir haben aber noch Zeit unterwegs nach den Entenküken zu gucken.

Wir müssen nur eine Station fahren. Und haben Glück: Die Schaffnerin war noch nicht bei uns, als wir wieder aussteigen müssen. Von der Haltestelle aus sieht man schon den ersten Hinweis auf unsere Ausflugsziel.

IMG_3968_baIm Wald ist es ruhig und angenehm. Allerdings dauert es etwas, bis die Stationen anfangen und bis dahin, wollte der mini-monsieur gefühlte 100 Mal umdrehen, weil es ja soooo langweilig ist.

IMG_3974_baIMG_3983_baDie Stationen sind dann aber spannend genug, dass jede ausprobiert werden muss. Und sie sind wirklich schön gestaltet.

IMG_3987_ba IMG_3992_ba IMG_3997_ba IMG_4005_ba IMG_4011_baDas einzige Manko ist, dass es keine genaue Karte zur Ameinsenstraße gibt. Nur so ein Flyer, auf dem die Strecke schematisch abgebildet ist. Auch die Wander-App ist da nicht schlauer. Aber wir kommen an 25 der 34 Stationen vorbei.

IMG_4021_ba IMG_4023_ba IMG_4029_ba IMG_4035_ba IMG_4057_baAls ich auf die Uhr gucke, ist es schon 16h15. Da wir nicht zurückfahren sondern -wandern werden, müssen wir langsam mal den Rückweg in Angriff nehmen. Immerhin müssen wir einmal quer durch den Ort. Wo auf einmal ein paar Kühe direkt am Straßenrand liegen.

IMG_4073_baZum Glück ist zwischen uns und der Kuh mit dem Kalb ein Elektrozaun.

Auch wenn wir rein theoretisch direkt Abendessen bekommen werden, wenn wir wieder da sind, verspreche ich dem mini-monsieur ein Eis. Und als wir dann mit dem Eis auf einer Bank sitzen und er ganz versonnen „köstlich! magnifique“ sagt, da muss ich ihn einfach knutschen.

Das letzte Stück Weg ist ein Klacks. Und so sind wir um 17h30 nach etwas über sechs Kilometern auf den Beinen wieder in der Klinik. Auch wenn ich noch satt bin vom Eis, gehen wir zügig zum Abendbrot. Denn heute kommen die Neuen und dann ist es immer so wuselig. Zu allem Überfluss stellen mein Tischpartnerin und ich fest, dass unsere nette 4er-Runde durch eine weitere Mutter mit Kind gestört wird. Als wäre es nicht eh schon total eng. Ich bin irgendwie in Anti-Stimmung (meine Tischnachbarin noch mehr, weil Ihr Mann am Wochenende kommen wird und nun kein Platz mehr für ihn ist) und habe keine Lust auf Smalltalk mit der Neuen. Außerdem finde ich es schon etwas doof, dass sie am Tisch telefonieren muss. Ich weiß, dass das nicht sonderlich nett ist, aber ich kann gerade nicht anders. Ich schmiere für den mini-monsieur noch jeweils ein Brötchen, die wir mit aufs Zimmer nehmen.

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