Drachengeburt

Drachengeburt

Dieser Artikel ist für Nike.

Als der mini-monsieur das Thema für seinen ersten Kindergeburtstag verkündete, freute sich die kleine Eventmanagerin in mir. „Ritter & Drachen“ – so ein schönes Thema. Die Möglichkeiten sind quasi unendlich. Aber ich musste ja auch bedenken, dass der mini-monsieur und seine Gäste nicht älter als 4 sind. Was macht 4-Jährigen Spaß? Beziehungsweise was überfordert sie nicht?

Ziemlich schnell stand fest, dass es eine Schatzsucher-Schnitzeljagd-Irgendwas geben sollte. Das hat auf anderen Geburtstagen gut funktioniert, sorgt für Bewegung und Spannung, ist gut für den Teamgeist – viel mehr brauchen die Lütten nicht. Und was lag beim Thema „Ritter & Drachen“ näher als einen Drachen zu jagen?

Und nachdem ich hier und dort mal über Pinatas gestolpert war, wuchs die Idee, dass das sicherlich ein großer Spaß wäre für die kleine Horde: eine Drachenjagd, an deren Ende eine Drachen-Pinata erlegt werden musste.

Ich schaute mich im Internet um, wie man an Pinatas käme. Kann man so was kaufen? Macht das Sinn? Wie schwer leicht ist es, eine selbst zu basteln?

Mal abgesehen davon, dass es nichts zu kaufen gab, was meinen Vorstellungen entsprach, hatte ich auch einfach große Lust, mit Zeitungsschnipseln und Tapetenkleister zu matschen. Noch im Urlaub überlegte ich grob, wie das aussehen könnte, was benötigt würde.

Zuerst wollte ich den Drachenkörper aus einem GROSSEN Ballon machen. Das erschien mir allerdings ob der Preise für GROSSE Luftballons etwas kostspielig unsinnig. Also entschied ich mich für zwei mittelgroße Ballons, die den Körper bilden sollten. Irgendwas röhriges für den Hals und ein kleiner Ballon für den Kopf. Und während ich so die Sachen zusammensuchte und vorbereitete, schalteten sich meine messieurs ein. Der große konstruktiv und der kleine destruktiv fordernd: Ein Drache müsste mindestens 3 Köpfe haben, sonst wäre es NUR ein Dino. *hüstel* Wie soll das denn bitte gehen?

Zum Glück ist der mini-monsieur gerade im Bastel-Wahn: Alles Pappe wird erstmal aufgehoben, weil es ja ver- und beklebt werden könnte. So haben wir Eierkartons um ein ganzes Zimmer schallzudichten und abgerollte Küchen- und Klorollen um das Abwassernetz von Hamburg nachzulegen.

Und so legten der monsieur und ich potentiele Teile zusammen, hielten sie gegeneinander, zogen Schnüre. Irgendwann waren wir uns einig und es ging los:

20130625_155919

Im Akkord beklebten der monsieur und ich die beiden Luftballons mit mehreren Schichten Zeitungspapier.

Nachdem sie angetrocknet waren, kam der erste kniffelige Teil: die drei Hälse (jeweils unterschiedliche lange Küchenrollen) mit den Köpfen mussten mit dem Rumpf verklebt werden. Wir hatten an den Kopf-Ballons Schnüre befestigt und durch den Hals die Röhre gefädelt und dann am anderen Ende des Tunnels der Röhre angeklebt. So waren die Köpfe erstmal fest. Die „Hälse“ haben wir unten mehrfach eingeschnitten und umgeknickt (so wie Blütenblätter), damit wir Anklebefläche haben.

20130625_171256

Zum Ankleben sollte am besten einer halten und der andere kleben. Aufpassen, dass man nicht zu viel Kleister nimmt, da sonst die Pappe durchweicht und instabil wird. Wir haben erstmal zwei Schichten Papier verklebt und auch gleich den Kopf mit. Da der Hals selbst aus Pappe ist, haben wir ihn nicht beklebt (sonst durchweichen etc…). Der monsieur basteltet an sein äh das Drachen-Hinterteil noch einen Schwanz aus aufgerolltem Zeitungspapier.

20130630_132614

Das haben wir dann wirklich gut trocknen lassen.

Dann gab es erst die nächsten Schichten Zeitungspapier. Insgesamt hat der Körper mindestens 5-6 Lagen Zeitungspapier. Je mehr, desto länger dauert das Trocknen und auch das spätere Zerschlagen. Die Köpfe habe nicht so viel Zeitungspapier abbekommen, da wir uns um das Gewicht sorgten.*

Zumal an die Köpfe ja auch noch Mäuler gebastelt wurden. An die kleineren kamen Mäuler aus zugeschnittenen Klorollen und an den großen aus Eierkarton-Oberteilen (der war praktischerweise schon grün). Aus den Unterteilen der Eierkartons haben wir Stacheln auf dem Rücken und einem Kopf des Drachen gemacht und alles schön angekleistert.

20130630_132608

20130630_194028

Als alles trocken und hart war, begingen wir einen kleinen Fehler, sollte der Drache Farbe bekommen. Dazu beklebten wir den Drachen mit Tapetenkleister und Krepppapier** in verschiedenen Grüntönen. Doch als der Drache schon ziemlich grün war, fiel uns auf, dass er ja noch immer aus zwei Teilen bestand und dass auch noch die Luftballons drin waren.

IMG_20130630_135525

Also ließen wir das Grün erstmal trocknen und diskutierten, was überhaupt IN den Drachen rein soll. Die Mitgebseltüten für alle hätten den Drachen zu schwer gemacht. Außerdem war uns das Risiko, dass der Inhalt der Tütchen kaputtgeschlagen wird, zu groß.

Quasi auf dem Weg zum Zug (mein erster Tag in Frankfurt zum Arbeiten stand unmittelbar bevor) machte ich noch schnell einen „Stationszettel“, der zusammen mit ein paar Gummibärchen-Tütchen in den Bauch sollte, und ließ den monsieur mit der Vollendung des Werks allein.

An zwei, drei Stellen fluchte er so laut, dass ich es bis nach Frankfurt hören konnte über diverse Nachrichtekanäle, aber war schlussendlich sehr erfolgreich.

IMG-20130703-WA0003

So brauchte ich, als ich wieder da war, nur noch den Feinschliff machen: Augen, Deko, Flügel, Glitzerkleber, Beine, Krallen, farbige Federn und Pfeifenputzer. Flügel, Füße und Vorderkrallen waren aus grünem, etwas stabilerem Tonpapier. Flügel und Krallen habe ich Freihand entworfen. Für die Füße hatte ich Drachen-„Stelzen“ (so was wie Dosenlaufen) als Schablone (war auch die Schablone für die Spuren). Als Beine habe ich einfach äh zweimal je drei verschiedenfarbige Pfeifenputzer verflochten. Alles schön ver- und ankleben.

IMG_1684_ba

IMG_1682_ba

IMG_1675_ba

IMG_1681_ba

Fertig war der Drache!

IMG_1659_ba

Das letzte Problem war die Aufhängung: Durch die drei Köpfe hatte der Drache eine gaaaanz geringfügige Schwerpunktverlagerung Richtung Bug. Um das abzufangen, haben wir sowohl um die „Brust“ als auch um das Hinterteil transparente und gefaltetes Geschenkfolie gelegt und dann über stabile Schnüre miteinander verknotet. Für den Moment, in dem der Drache fliegen sollte, war es stabil genug.

* Für die Stabilität haben wir stattdessen die Balons dringelassen. Als den die Luft ausging, bekamen die Köpfe noch eine eigene Physiognomie.

** Der „Profi“-Tipp meiner Mutter war: Transparentpapier. Das soll angeblich nicht so stark abfärben.

3 Gedanken zu „Drachengeburt

  1. Tausend Dank nochmal (grade auf die Sache mit den Eierkartons wäre ich wohl eher nicht gekommen, dabei sind das ja die perfekten Stacheln)! Jetzt hoffen wir nur, dass ich sowas auch mal anbringen darf. Und dazu dann noch so eine wahnsinns Kuchen-Schokokuss Ritterburg!!
    Grüße
    Nike
    (40 vor 40? Auja mach mal! Bin schon neugierig, was da drauf stehen würde! Ich hab mir tatsächlich vorgenommen, nach dem nächsten Abstillen nochmal bunte Haare zu tragen. Hat mir einfach immer besonders gute Laune gemacht, wenn ich mich damit im Spiegel oder auf Fotos gesehen habe. Mal gucken, womit Du so umme Ecke kommst!)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.