Schlaf Kindlein, schlaf

Schlaf Kindlein, schlaf

Jeder der Kinder hat, kennt mehr oder weniger große Sorgen und Probleme rund um das Thema Schlafen. Nicht nur, dass das Ein- und Durchschlafen der Brut an sich störanfällig ist, es hängt blöderweise auch der eigene Schlaf davon ab.

Mit dem mini-monsieur haben wir im Großen und Ganzen Glück gehabt. Dunkle (zumindest nicht dunkler als sonst) Ringe unter den Augen kannten wir nicht. Insbesondere in den ersten Monaten durften wir ausreichend und auch lange schlafen. Der mini-monsieur ist glücklicherweise auch eine Eule und Langschläfer, was sehr dem Biorhythmus vom monsieur und mir entgegenkommt.

Klassisch mit knapp sieben Monaten fiel dem kleinen Mann jedoch ein, dass einfach so ganz alleineeinschlafen ziemlich langweilig ist. Und prompt tappten wir in die Falle. Es entwickelte sich ein – zu Glück nur vorrübergehendes – sehr langwieriges und nerviges Einschlafritual und ich war kurzfristig geneigt, dieses komische Buch zu besorgen, das verspricht, dass jedes Kind schlafen lernen könne. Aber ganz ehrlich: Die Grundidee mein Kind schreien zu lassen, ist mir im höchsten Maße zuwider und unerträglich. (Ich weiß grob, dass es nicht nur das ist, aber…)

Es regelte sich von selbst… wie so vieles.

Nach dem Abstillen pendelte es sich dann darauf ein, dass sich einer von uns beiden (im Normalfall ich), den mini-monsieur ins Bett brachte, sich daneben legte, das Kind Ohrli machte und recht schnell einschlief. Durchschlafen war kein Regelfall. Irgendwann nachts kam das Kind zu uns und legte sich dazwischen.

Mit dem Umzug nach Hamburg bekam der mini-monsieur ein eigenes Zimmer (er hatte schon in Ffm allein geschlafen, aber bei einer 2-Zimmer-Wohnung kann man nicht von eigenem Zimmer sprechen) und ein Hochbett. Stolz wie Oskar wurde es bezogen und wir konnten das Einschlafritual ausschleichen. Nicht nur in Einzelfällen schlief das Kind alleine mit Buch ein. Auch wurde er nicht mehr jede Nacht wach.

Juhuuu.

Doch man soll ja bekanntlich nicht den Tag vor dem Abend loben: Der Kindergarten begann, der Spätsommer und der Herbst liefen ausgesprochen suboptimal (weil Mama und Kind allein). Zu viel auf einmal für so einen kleinen Kinderkopf. Damit konnte und wollte ich ihn abends nicht allein lassen. Wer Nähe braucht, soll diese auch bekommen. Und möglicherweise sicherlich habe ich damit auch mein schlechtes Gewissen beruhigt, dass ich den kleinen Mann tagsüber so viel fremdbetreuen (Kiga und Babysitterin, Kiga und Onkel) lassen musste und abends auch nicht so viele Stunden für ihn hatte (irgendwann muss er ja auch mal schlafen, wenn er morgens um 8h30 im Kiga sein muss).
Also krabbelte ich abends neben ihn auf sein Hochbett, las ihm eine Geschichte vor und ließ ihn Ohrli machen, während ich ihm vorsang, bis er einschlief.

Und dieses Ritual haben wir seitdem: Mittlerweile darf nicht nur ich, sondern auch immer öfter der monsieur mit aufs Bett. Aber es ist anstrengend. Der Mann hasst es, aufs Bett zu steigen. Der Abend ist kaputt vor allen Dingen, wenn wir daneben einschlafen. Und die Nächte sind auch nicht gut. Denn es gibt keine Nacht, in der der mini-monsieur nicht wach wird und ankommt.

Ich schlafe nicht schlecht, aber dadurch eben nicht durch und das zehrt schon an den Nerven. Und wie ein Wink des Himmels fiel mir bei meiner Mama der Herr Renz-Polster in die Hände. Ich habe es ja eigentlich gar nicht mit Erziehungs-Ratgebern. Ich finde, dass sie den Blick aufs Kind verstellen und das Bauchgefühl erschlagen. Außerdem habe ich meine Mama: ihres zeichens Erzieherin und mein fleischgewordener Ratgeber 🙂

Aber ich suchte bei meinen Eltern was zum „blättern“. Und als ich hinten drauf las: „Warum schläft das Kind nicht ein? Warum wacht es immer wieder auf?“ schlug ich es mal auf. Ich hatte nicht viel Zeit und habe bislang nur quergelesen. Aber das, was ich da mit den Stichworten „Brücke“ und „Einschlafassoziation“ las, war so einleuchtend, dass es gleich in die Tat umgesetzt werden musste:

Der mini-monsieur bekommt seitdem unterm Bett vorgelesen und geht dann alleine ins Bett. Noch bleibe ich im Zimmer, aber ich singe nicht und er darf auch nicht Ohrli machen. Und wenn es mir zu lange dauert, gebe ich vor, auf Toilette zu müssen.

Und siehe da: Es funktioniert!

Seitdem hat er jede Nacht durchgeschlafen und ich habe auch das Gefühl, dass er so schneller in den Schlaf findet.

In diesem Sinne: GUTE NACHT!

4 Gedanken zu „Schlaf Kindlein, schlaf

  1. Was ist „Ohrli machen“?

    Wir haben hier auch unterschiedliche (Durch-)schlafphasen, immer gerne neu und anders bei Entwicklungsschüben, Änderungen im Tagesablauf.. Bei F3 muss immer alles möglichst gleich ablaufen, sonst schläft er unruhig… Sehr gruselig: er hat manchmal den „Nachtschreck“.. Allgemein kann ich aber, auch von den anderen beiden, sagen, dass es mit zunehmendem Alter besser wird.

  2. Ha. „geohrlt“ hat meine kleine Schwester auch. Der Lütte schläft im Regelfall gnädig unaufwändig ein, pennt aber die zweite Hälfte der Nacht bei uns… halb nervig halb schön. Denke, wenn der Leidensdruck hoch genug wird, werde ich mich Dankbar an den Herrn enz-Polster erinnern!
    Grüße
    Nike

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