Neujahr

Neujahr

Ob ich wieder regelmäßig(er) blogge, weiß ich noch nicht. Ich habe zwar ein paar Vorsätze, nein, Ziele für dieses Jahr. Das Blog gehört nicht dazu, aber das heißt ja nicht, dass ich es weiterhin brach liegen lassen muss.

Das Kind ist heute zum Kv geflogen. Und ich bin erstaunlich sentimental gewesen. Daher bin ich auch zwei S-Bahn-Stationen vor „meiner“ ausgestiegen und bin knapp 6 Kilometer nach Hause gelaufen. Das Wetter war mild. Und der Weg führt größtenteils am Main lang. Das ist immer schön und tat gut. Zu Hause erwartete mich allerdings eine leere Wohnung und irgendwie fühlte sich das komisch an.

Das Kind und ich haben gerade eine gute Zeit miteinander. Ich bin immer wieder erstaunt, wie gut das Kind auf Erklärungen reagiert. Wie krass gut ich an seinen Verstand appellieren kann. Das ist so einfach wie schwer. Aber entspricht mir sehr, da ich keine kategorischen Verbote ausprechen will. Nur Regeln aufstellen, die er auch nachvollziehen kann. Meistens gelingt das gut. Ein paar Themen haben wir dennoch. Er ist halt in der Pudertät. Er muss sich auflehnen. Er muss sich an mir reiben. Und er hat durchaus ein paar Punkte gefunden, mit denen er seine linke, feministische und antifaschistische Mutter auf die Palme bringen kann. Er ist trotzdem ein toller Kerl und ich bin mir sicher, wichtige Grundsteine gelegt zu haben.

Doch zurück zu meiner Sentimentalität. Die rührt nicht nur daher, dass das Kind und ich uns gerade so gut verstehen. Der Hauptgrund ist „leider“, dass ich gestern Alkohol getrunken habe. Ich beobachte zunehmend, dass ich – auch wenn es nur wenig Alkohol war – am nächsten Tag keinen körperlichen, aber einen emotionalen Kater habe. Dass ich latent heulig bin und dass sich das nicht gut anfühlt.

Das Thema Alkohol beschäftigt mich seit dem letzten Jahr noch mehr als eh schon. Zwei Mal bin in 2023 böse abgestürzt. Ohne Filmriss, aber mit wirklich schlimmem Kater am nächsten Tag. Das war nicht schön. Und gesund schon mal gar nicht. Seit ein paar Monaten gärt der Gedanke in meinem Kopf, ganz aufzuhören Alkohol zu trinken. Und nicht, weil ich Angst habe, dass mein Alkoholkonsum generell schwierig ist. Mein Glück ist vermutlich, dass ich – egal wie viel ich trinke – keinen Rausch und auch keinen Kontrollverlust habe. Eins muss mich auch gut kennen, um zu wissen, wann ich betrunken bin.

Ich trinke und vertrage ja eh nur wenige Alkohlsorten (klaren Apfelwein und Guinness) und wenn es die nicht gibt, trinke ich gar keinen Alkohol. Härteren (Wein) und harten Alkohol (Whisky und Gin) trinke ich mittlerweile wirklich selten, weil ich merke, wie stark schon ein Glas davon nachwirkt (nicht immer, aber oft). Ich weiß, dass ich keinen Alkohol trinken muss, um irgendwo Spass zu haben. Ich trinke Sauergesprizten oder Guinness auch nicht, weil das Alkohol drin ist, sondern tatsächlich, weil es mir schmeckt. Ich trinke ja auch gerne alkoholfreien Apfelwein und werde mal alkoholfreies Guinness probieren. Das Problem: Es gibt zwar hier und da, wo ich ausgehe alkoholfreies Bier, aber definitiv kein alkhohlfreien Äppler oder Guinness. Und ich kann nicht einen ganzen Abend Wasser, Schorle oder Cola trinken.

Dazu kommt, dass ich auf Konzerten teilweise so eine üble Druckbetankung bei anderen erleben, dass mir schon vom Zusehen die Leber weh tut und es mir tatsächlich auch den Spaß am Alkohol nimmt. Und vor zwei Tagen hörte ich dann auch noch einen thematisch passenden Podcast, der mich weiter nachdenken lässt.

Und so gärt nun in mir, ob ich mich tatsächlich zu Straight Edge kommitte – also so ganz für immer (und mit neuem Tattoo).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.