Maximal komisch

Maximal komisch

Heute morgen wachte ich nach einer etwas kurzen Nacht auf und hatte einen Gedanken. Oder bin ich von diesem Gedanken wach geworden? Ich weiß es nicht, auf jeden Fall war er direkt total präsent:

Ich kann nicht mit anderen Menschen zusammenwohnen.

Ja, das ist jetzt etwas ungünstig, weil ich ja zumindest mit dem Kind zusammenlebe(n) /-wohne(n muss). Aber da ist das vielleicht was anderes, denn ich bin ja verantwortlich für ihn.*

Der Gedanke lässt mich den ganzen Tag über nicht los. Und wenn ich ehrlich bin, habe ich meine glücklichsten und entspanntesten Zeiten immer gehabt, wenn ich alleine gewohnt habe. Bislang habe ich drei Gründe dafür identifiziert:

1. Ich bin zu dominant: Ich bin von meinen Herangehensweisen überzeugt. Ich tue mich sehr schwer, andere Umsetzungen zu akzeptieren und erwarte, dass mein Weg mindestens ausprobiert, aber am besten einfach übernommen wird, weil er ja richtig ist. Ist natürlich schwierig, wenn ich auf eine andere erwachsene Person treffe, die bis dahin auch gut mit ihren Herangehensweisen überlebt hat.

2. Ich bin ein Verantwortungsschwamm: Deute nur ein Problem an und ich versuche es zu lösen. Signalisiere mir, dass es dir schlecht geht und ich kümmere mich um dich. Du hast Sorgen?! Ich will sie dir nehmen. Und ja, ich vergesse dabei auch gerne mich selbst.

3. Mir fällt es total schwer, meinen Tagsrhythmus dauerhaft auf andere Menschen abzustimmen. Es stresst mich eh schon, dass ich früh raus muss, damit das Kind zur Schule kommt. Und so geht es über den Tag weiter: Wann kommt er nach Hause? Was will er dann? Er muss essen. er muss rechtzeitig ins Bett. Dazu noch ein Mensch mit eigenem Tagesrhythmus, dem ich ja auch irgendwie gerecht werden will, macht es für mich nicht leichter.

Und jetzt frage ich mich, ob ich maximal komisch bin. Oder vielleicht maximal egozentrisch?

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* Wobei ich mit zunehmendem Alter (des Kindes) merke, wie sehr es mich nervt, dass meine Abende nicht mehr planbar sind, weil er – zumindest am Wochenende – bis ewig aufbleibt.

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