Es geht doch

Es geht doch

Hoch lebe die Digitalisierung und das Internet. Hoch leben Ärztys, die die Digitalisierung und das Internet nutzen. Und damit meine ich nicht das Pflichtprogramm in Form von E-Rezept oder AU-Bescheinigung ohne Papier. Nicht Pflicht, aber erlaubte Kür: Schnupfen-Krankmeldung ohne in die Praxis latschen zu müssen.

Wie großartig ist es, Termine online machen zu können?

Wie großartig ist es, nicht dringende Fragen, z.B. wann kann ich zum Impfen kommen, per E-Mail klären zu können?

Next Level sind Telesprechstunden: Zu krank oder zu ansteckend, um zur Ärzty zu gehen? Einfach per Video-Sprechstunde abklären, wie schlimm die Lage ist. Oder auch, um überhaupt beim Facharzty vorstellig zu werden. Klar, das geht nicht bei jedem Problem. Sobald Messungen erforderlich sind, ist ein Praxis- oder Hausbesuch nötig. Aber so mancher Wartezimmerstau ließe sich mit solchen Tools auflösen.

Oder halt manch ein Fachärtzy-Mangel umgehen – wie zum Beispiel in der Dermatologie. Jaja, angeblich gibt es keinen Mangel in diesem Fachgebiet. Trotzdem fühlt es sich oft genug an, dass es wahrscheinlicher ist, das Bernsteinzimmer zu finden, als zeitnah einen Termin beim Hautärzty zu bekommen? Denn mal ehrlich: Welches Fachgebiet außer der Dermatologie ist dafür geeignet, Beschwerden ohne Praxisbesuch beurteilen zu können. Hautprobleme sind in vielen Fällen Blickdiagnosen. Und klar, live und in Farbe ist das alles noch genauer. Aber eine gute Ärzty ist sicherlich auch mit guten Fotos in der Lage zu beurteilen, wie dringlich das präsentierte Problem ist.

Daher war ich kürzlich sehr froh, eine Hautärzty* gefunden zu haben, die Dienstleistung über OnlineDoctor anbietet. Ich klickte mich durch, stellte fest, dass meine GKV diesen Service prizipiell bezahlt. Allerdings ist die gewünschte ärztliche Leistung keine Kassenleistung. Aber egal, die potentiellen Folgen waren es mir wert, die kanpp 40 Euro zu bezahlen. Ich lud drei Bilder hoch und harrte der Dinge, die da binnen 48 Stunden kommen sollten. Zum Glück musste ich nicht so lange warten, sondern bekam ein paar Stunden später die Einschätzung der Hausärzty: Ja, da ist was suspekt. Ja, das sollte besser genauer, also in der Praxis, untersucht werden. Am nächsten Tag schrieb ich eine e-Mail – ich hasse es, wegen Ärzty-Terminen zu telefonieren – mit Verweis auf die Online-Bewertung an die Praxis und … tadaaa … Termin für zwei Wochen später.

Bis dahin versuche ich mir möglichst viele beruhigende Gedanken zu machen.

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* eigentlich hat dieser Haushalt eine Hautärzty. Aber die arbeitet nicht mehr in der Praxis, in der sie vor zwei Jahren arbeitete. Und über Doctolib hätte ich in der Praxis erst im Mai einen Termin bekommen. Telefonisch gar keine Chance.

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