Freud und Leid

Freud und Leid

Ausschlafen … war nicht. Um 9h00 war ich wach. Aber ich blieb im Bett, las ein bisschen, döste wieder weg und dann forderten die Puffins Fisch bat ich dem Mann um Tee. So schaffte ich es bis 11h30 im Bett zu bleiben. Nach dem Fühstück war die Zeit dann auf einmal knapp, aber ich wollte noch den Coleslaw vorbereiten und duschen, bevor der zweite digital #BAdventskaffee starten sollte.

Auch der zweite Termin war toll. Es waren wieder andere Menschen dabei und dank der Breakout-Räume im Zoom ist es ein bisschen wie beim Live-#Badventskaffee: Die Gäste können sich auf verschiedene Räume verteilen und so „kleine“ Unterhaltungen führen. Auch kann von Raum zu Raum gegangen werden. Wie halt in Echt, wenn eine in der Küche einen Schnack am Glögg-Topf oder an den Keksdosen hält, dann im Wohnzimmer oder im Flur hängen bleibt. Oder die Raucherinnen, die rausgehen müssen. So verteilten sich die ca 25 Keksesserinnen gut. Und es war wieder schön. Das ist in dieser Pandemie eine willkommene und wichtige Abwechselung.

Nicht so schön war danach, dass das Kind mit dem Kv gesprochen hatte. Dieser nun weiß, dass das Kind nicht über Weihnachten kommen wird. Und statt Verständnis musste sich das Kind anhören, dass er sich Hilfe suchen solle, um an seiner Paranoia wegen der Pandemie zu arbeiten. Das Kind kann seine Gefühle noch gar nicht sortieren. Er ist enttäuscht, verzweifelt und hat Angst. Ja, er hat Angst, dass der Kv ins Auto steigt, um ihn abzuholen. Ich kann seine Angst verstehen. Der Kv neigt zu Impulsivität und Unberechenbarkeit. Aber ich teile seine Angst nicht: Ich habe das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Ich habe alle Papiere. Und der Kv müsste auch erstmal hier in die Wohnung kommen, um dem Kind nahezukommen. Was will er also letztlich machen? Das Kind gegen dessen Willen mitnehmen?! Ich bin mir recht sicher, dass der Kv nicht kommen wird. Ich hoffe, dass ich es geschafft habe, dem Kind diesbezüglich Sicherheit zu geben.

Das Kind ist – verständlicherweise – durch den Wind: Er muss beim Kv erwachsen und vernünftig sein. Er muss über Dinge nachdenken, Sorge tragen, die überhaupt nicht seine Aufgabe als Kind sind. Er ist doch erst 12. Ich könnte schreien. Ich würde dem Kv gerne schütteln, bis er anfängt darüber nachzudenken, was er dem Kind aufbürdet. Würde ihm gerne klar machen, was er anrichtet, was hier los ist, wenn er wieder solche Klopper raushaut. Aber 1) wird er das niemals sehen und 2) bin ich nicht für die Beziehung zwischen Kv und Kind zuständig. Wenn er sie kaputt macht, ist das sein Pech. Ich werde da sein – für das Kind. Die Scherben zusammenkehren. Ich werde ihn auffangen. Ich fange ihn auf … so wie immer und wie heute, wo er nach alldem wieder klein war, Nähe brauchte. Nicht einschlafen konnte und sich seit langem mal wieder ein Schlaflied singen ließ.

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