Erste Male*

Erste Male*

Ich dachte ja, dass ich heute nach ewiger Zeit mal wieder 12von12 mitmachen könnte. Das erste Bild war auch ganz vielversprechend:

Das Bild hatte ich auf genommen, als das Kind auf dem Weg zur Schule war und ich mich nochmal hingelegt hatte, denn die Nacht war mal wieder suboptimal. Mir dröhnte der Kopf und der Kreislauf war irgendwo, aber nicht bei mir. Entsprechend schnell und tief schlief ich nochmal ein und träumte wirres Zeug: Es ging ums Missy Magazin, für das ich arbeitete (ich habe noch nie das Missy Magazin gelesen). Herr Buddenbohm und seine Söhne kamen auch darin vor. Und war sehr verstört, als der RB mich weckte.

Der RB weckt mich oft, wenn ich morgens nochmal schlafe(n muss), und bringt mir dann für gewöhnlich einen Tee. Heute bracht er keinen Tee, sondern schlechte Nachrichten: Das Kind hatte ihn angerufen, weil er mich nicht erreicht hat (Handy ist halt lautlos). „Das Kind hatte eine Rauferei und kann den Nacken nicht mehr bewegen.“ Ich war in meinem Zustand etwas überfordert, die Infos und Wörter – Rauferei?! Das Wort hatte ich schon ewig nicht mehr gehört. Aber Spoiler: Es traf die Angelegenheit sehr gut – zu verarbeiten. Damit war ich so beschäftigt, dass ich mich gar nicht als schlechte Mutter fühlen konnte, weil ich seine Anrufe nicht mitbekommen hatte. Und während ich noch versuchte, mein Gehirn in die Gänge zu bekommen, erläuterte der RB weiter, dass das Kind von der Schule abgeholt werden müsse und er sich auf den Weg machen würde. Sprach’s und machte sich quasi direkt auf den Weg.

Dann war ich auch endlich bei mir und rief das Kind an, der war halbwegs gut drauf und erkläuterte mir den Vorfall: Er war mit einem Mitschüler aneinander geraten und nach eine Überreaktions seinerseits hat ihn der Mitschüler in den Schwitzkasten genommen und dann ist er gestolpert und beide zusammen unglücklich gestürzt, wobei es wohl „krrrrk“ in des Kindes Rücken machte. Mit der Sekretärin diskutierte ich kurz, ob Selbsttransport wirklich ok ist, oder ob doch besser ein RTW gerufen werden sollte. Ich entschied mich gegen den RTW, vereinbarte aber mit dem RB, dass wir uns, sobald er das Kind eingesammelt hat, am (zu uns) nächsten Krankenhaus mit Notaufnahme treffen. Ich informierte die Arbeit, duschte und lief dann los.

Am Krankhaus warteten die beiden schon auf mich. Ich übernahm das Kind, das soweit ok aussah, allerdings den Kopf nicht drehen konnte. Deer RB fuhr nach Hause. Wir bahnten uns den Weg durch Krankenhaus zur Notaufnahme. Es dauerte nich lange, bis wir dran waren. Die diensthabende Chirurgin untersuchte das Kind eingehend, drückte und klopfte an ihm rum und beschloss, dass es rein muskulär sei, Röntgen nicht erforderlich. War für mich fein und das Kind war eh nicht erpicht auf langwierige Untersuchungen. Dass die Ärztin allerdings meinte, dass er mit Wärme liegen oder sich bewegen solle. Aber vor Bildschirmen sitzen sei nicht gut. Das Kind guckte mich auf dem Weg nach draußen konsterniert an.

Das gute am Krankenhaus: Davor stehen Taxen und eins davon nahmen wir, um nach Hause zu kommen.

Da angekommen verkrümelte sich das Kind auf sein Bett und ich zog los, Wärmendes fürs Kind zu besorgen: Nun haben wir wieder eine Kalt-Warm-Kompresse (ich musste erstmal googeln, wie eine sowas ohne Mikrowelle warm bekommt) und ein Kirschkernkissen. Das Wärmepflaster ist ja nur einmal nutzbar und das Kind trug den ganzen Nachmittag über. So konnte er am Abend bereits den Kopf in die eine Richtung drehen. Die andere braucht wohl noch etwas.

(Ich merkte nach dem Wärme-Shopping, wie das Adrenalin ausflutete, ich Entspannungskopfschmerzen bekam und so beschloss, dass ich den restlichen Tag eh nichts mehr ordentlich abgearbeitet bekomme. Ich muss ja eh morgen arbeiten, weil ich da einer – zum Glück nur virtuellen, dafür aber 6-stündigen – Veranstaltung beiwohnen muss, über die ich schreiben soll.)

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* Für mich war es das erste Mal, dass ich mit dem Kind in die Notaufnahme musste. Das Kind war bereits einmal in Frankreich, weil er gestützt war und an der Oberlippe genäht werden sollte. Aber da war ich ja nicht dabei.

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