Punk goes Oper: Mazeppa

Punk goes Oper: Mazeppa

Die zweite Oper der aktuellen Saison war eine russische Oper: Tschaikowskis Mazeppa. Wir haben uns sehr darauf gefreut. Sind russische Opern doch oft musikalisch seeeehr lohnenswert.

Bei den alten Opern darf ich als Feministin oft einfach nicht über die Story nachdenken. Ähnlich schlimm wie bei Madama Butterfly geht es wieder um eine ungesunde Liebe zwischen einem alten Sack (Mazeppa) und einem jungen Mädchen (Maria). Dazu kommt, dass er in einer absoluten Machtposition ist, ist er doch Kosakenhauptmann. Was für die damalige Zeit bewundernsanerkennenswert ist: Marias Vater (Kotschubej) ist sehr entschieden gegen diese Verbindung. Er legt sich dafür sogar mit Mazeppa, eigentlich Freund des Hauses Kotschubej, an und schmeißt ihn aus dem Haus. Das kann Mazappa nicht verknusen und das Unheil nimmt seinen Lauf. Am Ende sind – in der Frankfurter Inszenierung – 4 Menschen tot* und Maria hat den Verstand verloren ist schwer traumatisiert. Kein Wunder, musste sie doch die Hinrichtung ihres Vaters mitansehen und auch verkranften, dass sie von Mazeppa getäuscht wurde.

Unter der Wochen abends ist ein eher schwieriger Termin für einen vierstündigen Opern-Termin. Aber wenigstens hatte ich am nächsten Tag frei. Aber selbst wenn nicht: Dieser Opernbesuch war mal wieder musikalisch so erhebend und belebend, dass es sich in jedem Fall gelohnt hat. Nombulelo Yende war als Maria wunderbar. Der Chor hat uns mehrmals Gänsehaut beschert. So ein russisches Chorstück kann schon mal – im positiven Sinne – durch Mark und Bein gehen. Kotschubejs Bass passte bestens. Mazeppa wurde hervorragend gespielt: Wir fanden ihn maximal ekelig und als er die traumatisierte Maria am Ende allein ließ, hätte ich fast „Geh nur, du Lauch“ gerufen. Gesanglich war er leider am schwächsten. Die Stimme war etwas dünn, die Tiefen waren sehr gepresst und gegen das (recht laute) Orchester kam er teilweise gar nicht wirklich an. Wunderschön war das Duett von Mutter und Tochter.

Das Bühnenbild überzeugte einmal mehr. Es ist schwer zu beschreiben. Es spielte mit zwei Ebenen und sich bewegenden Räumen. Sehr gelungen. Und blutig, sehr blutig.

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* Es sterben laut Handlungszusammenfassung „nur“ Kotschubej (Marias Vater), Iskara (Kotschubej rechte Hand) und Andrej (Marias Kindheitsfreund). In Frankfurt war aber auch die Mutter tot.

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