Riiiiiiiiingggggggg

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Wer mit einem Teenie zusammenlebt, weiß sicherlich, dass Kommunikation mit der heranwachsenden Brut nicht immer einfach ist. Der JMW und ich sind zwar auch der Anpamp-Phase raus, aber so ganz unfallfrei tauschen wir Informationen dennoch nicht immer aus. Zum Glück führt es eher zu Situationen, die Familienanekdoten-Potential haben. Im guten bis lustigen Sinne.*

Seit er die Ausbildung macht, sind unsere Tagesrhythmen versetzt und die Zeitfenster, in denen wir Dinge absprechen können, sind relativ kurz.

Schon einige Tage zuvor hatte ich dem JMW erzählt, dass ich abends einen Termin hätte. Kurz darauf ergab sich, dass an dem Abend die alte Spülmaschine für den Sperrmüll rausgestellt werden musste. Wir schafften es noch zu klären, dass der JMW die Spülmaschine alleine rausstellen könne. Bis abends hatte er zwar vergessen, wo er sie hinstellen sollte, aber das konnten wir noch klären. Er schickte mir ein Foto von der vollendeten Tat und ich bedankte mich:

Wie zu erkennen ist, beantwortete ich ihm seine erste Frage noch. Und zwar so, wie ich sie verstanden hatte: Wann kommen denn die Menschen, um den Sperrmüll zu holen. Seine Antwort darauf sah ich erst zwei Stunden später, als ich mich auf dem Weg nach Hause befand. Ich wunderte mich über sein „Auf ernst?“, da ich es absurd fand, dass er die Maschine morgens vor der Arbeit hätte rausschleppen wollen. Seine Frage nach meinem Aufenthaltsort verbuchte ich unter: Er hat mir mal wieder nicht ganz zugehört.

Um kurz nach Mitternacht war ich zu Hause. Da ich davon ausging, dass der JMW schlief, steckte ich vorsichtig den Schlüssel ins Schloss und stellte fest, dass von innen auch einer steckt. Mir schossen verschiedene Dinge durch den Kopf und für einen kurzen Moment auch, ob der JMW aus reiner Bockigkeit, weil ich ihm nicht mehr geantwortet hatte, micht aussperren wollte**. Es war aber auch egal. Ich stand vor meiner Wohnung und wollte rein, weil ich ins Bett wollte. Es half nichts: Ich musste klingeln. Das Gute an unserer Klingel ist, dass sie einen Dauerton macht, solange eine auf den Taster drückt. Das nicht so Gute an unserer Klingel ist, dass eine sie auch im Hausflur recht gut hört. Und so fürchtete ich schon, dass diverse Nachbar*innen entweder wach wurden oder sich mindestens wunderten, war bei uns los war. Zumal ich nach einigen langen Momenten zusätlich zum Klingeln auch gegen die Tür klopfte (klopfen musste).

Das Problem in der Situation: Der JMW hat einen wirklich tiefen Schlaf. Wenigstens ist sein Zimmer direkt an der Wohnungstür und damit auch am nächsten an der Klingel, sodass er tatsächlich irgendwann wach wurde und mich sehr schlaftrunkend reinließ. Bevor er wieder einschlief, konnten wir klären, dass seine Frage „Wann kommen sie denn“ mir galt. Aber wie hätte ich denn ahnen sollten, dass er mich auf einmal siezt. Und damit nahm das Unheil seinen Lauf: Er ging davon aus, dass er über Nacht alleine sei und fand es sicherer, wenn er die Tür von innen abschließt.

Wir haben bestimmt beide was daraus gelernt, aber ich bin mir auch sicher, dass wir auch in Zukunft derartige Anekdoten produzieren.

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* Im letzten Jahr hatte ich dem JMW fast ein halbes Jahr lang erzählt, dass wir mit dem Zug nach Polen reisen werden. Nur dass er am Ende vom Lied 4 Wochen vor Abreise aus allen Wolken fiel, das hätte ich ihm nie erzählt.

** Da sieht eine mal, wie tief es in mir steckt, dass der Kv mich mal aus unserer Wohnung ausgesperrt hatte, weil er der Meinung war, dass ich zu spät nach Hause gekommen war.

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