Punk goes Oper: Der Zar / Die Kluge
An einem der bisher heißesten Tage des Jahres in die Oper ist durchaus eine Erfahrung. Eine von uns drei musste auch wetterbedingt zu Hause bleiben. Und auch sonst sind viele wohl ob der Hitze zu Hause geblieben. Unser 3. Rang war seeehr leer.
Es war unsere letzte Vorstellung für diese Saison. Gespielt wurden 2 Opern. Vermutlich, weil der Oper eine allein zu mickrig vorkam. Aber – halber Spoiler – eine der beiden hätte gereicht. Und nicht nur wegen der Hitze. (Kleiner Funfact: Während ich auf dem Punk-Konzert am Wochenende zuvor eine der wenigen mit einem Fächer war, war in der Oper fast jede*r Zuschauer*in mit Fächer unterwegs.)
Die erste Oper des Abends war die Opera buffa „Der Zar lässt sich phorographieren“ von Kurt Weill. Er selbst bezeichnete sie wohl Zeitoper. Joah, passt durchaus besser denn wirklich komisch war die Oper nicht. Sie war eher klamaukig und anstrengend. Musikalisch auch nicht gerade mitreißend. Das einzig Gute: Sie hat nur einen Akt und dauert knapp eine Stunde.

Ach nein, es gab noch was Gute: Das Bühnenbild war durchaus spannend. Besonders gefallen hatte uns der Chor, der durch die Fenster auf die Bühne sang, weil die Totenkopfmasken in den dunklen Fenstern einen coolen Effekt hatten.
Während der Pause überlegten wir tatsächlich kurz, ob wir den zweiten Teil schwänzen. Es war heiß und wir hatten durchaus etwas Angst, dass die zweite Oper ähnlich schwierig würde. Wir einigten uns darauf, der Klugen eine Chance zu geben.
Das war eine gute Entscheidung: Musikalisch und auch von der Story her war „Die Kluge“ von Carl Orff durchaus sehenswert.* Es ist ein vertontes Grimm’sches Märchen. Vermutlich gab es daher auch immer wieder Sprechpassagen. Das war okayish, aber so richtig gut finde ich es nicht. Wirklich gut gemacht war das Bühnenbild, die die Drehbühne nutzte.
Es hätte sehr gereicht, nur diese Oper aufzuführen. Ich muss nicht auf Biegen und Brechen über 2 Stunden in der Oper sitzen.
Da der Vorverkauf für die nächste Saison schon offen ist und wir wieder zusätzliche Gutschein-Abos haben, nutzten die eine Freundin und ich die Zeit vor der Oper einen Plan für die nächste Saison zu machen. Wir konnten uns gut auf 5 zusätzliche Opern einigen und verteilten sie gut zwischen den eh schon fest stehenden 5 Terminen. Schon während der Pause wollte ich „mal eben“ die ersten Termine buchen, musste aber feststellen, dass bei jedem Wunschtermin nicht nur „unsere“ Reihe, sondern auch die guten bis okayen Plätze unserer Preisklasse so gut wie gar nicht mehr vorhanden waren. Das war im vergangenen Jahr definitiv anders. Da konnte ich noch über eine Woche nach VVK-Beginn in unserer Reihe buchen. Zu Hause schaute ich in Ruhe. 2 Wunschopern mussten dabei rausfallen, dafür kam eine andere mit rein. Für die 5. Oper startet der VVK erst später.
Wir freuen uns auf 10 spannende und „unbekannte“* Opern in der nächsten Saison.
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* Die Oper wurde am 20. Februar 1943 in Frankfurt uraufgeführt.
** Eine der Inszenierungen haben die beiden anderen bereits gesehen und eine Oper habe ich schon mal in einem anderen Haus gesehen.


