Geschichte das Jahres
Es ist definitiv die Geschichte des Jahres und hat auch die Bubble-Tea-Geschichte als DIE Geschichte zum Kind abgelöst*.
Anfang November fragte ich das Kind, was … ah, ich muss noch was vorweg schicken: Seit über einem halben Jahr esse ich kein Fleisch** mehr. Und nachdem das Kind dessen gewahr wurde, hielt mir mein Haus-Karnivore immer wieder „Vorträge“, wie wichtig Fleisch sei, und dass er Fleisch bräuchte. Er bekam ja auch weiterhin Fleisch.
Also, nochmal: Anfang November fragte ich das Kind, was er gerne für einen Adventskalender hätte. Die Antwort – die eine oder der andere ahnt es nach der Vorrede schon – war kurz und knapp: „Fleisch!“ Ich recherchierte und ward bei den Wurstgeschwistern fündig. Mitte November kam er an. Ich schaute rein, um sicher zu gehen, dass nichts gekühlt werden müsste.
Vier Tage vor dem Start des Adventskalenders kam das Kind zu mir: „Mama, übrigens …“ Wenn er so anfängt, kommt in der Regel nicht, dass er mir freudestrahlend erzählt, dass er freiwillig das Bad geputzt hat. „Ja, Kind?!“, fragte ich vorsichtig.
„Mama, übrigens: Ab morgen faste ich.“
„Okeee … Warum?“
„Adventsfasten bis Weihnachten.“ (aus religiösen Gründen, Anmerkung der Redaktion)
„Und was? Zucker? Süßkram? Handy? Computer?“
„Nee. Fleisch.“
„Fleisch?“
„Also genau genommen alles Tierische.“
„Also vegan.“
Er bestätigte und ließ mich verdattert zurück.
Den Adventskalender bekam er trotzdem. Und er macht ihn tapfer jeden Tag auf und guckt mal traurig auf die verschiedne Wurstigkeiten, die aus den liebevoll gestalteten Tütchen zieht.
Noch ist er eisern.
————————————
* Werde die Bubble-Tea-Geschichte trotzdem in die Hochzeitsrede vom Kind einbauen, sollte er denn wirklich jemals heiraten.
** Es gab einen Wurstbrötchen-Ausflug, weil es nur eine vegetrarische Alternative gab und die nicht sehr lecker war und ich noch Hunger hatte. Die wurst im Brötchen war allerdings auch komisch.