(ö) Internationaler FLINTA*-Tag

(ö) Internationaler FLINTA*-Tag

Weltfrauen-Tag – International Women’s Day!

Wobei es mir mittlerweile besser gefallen würde, würde er „Internationale FLINTA*-Tag“a heißen.

Letztlich ist aber ein Tag auch einfach zu wenig. Wenn eine bedenkt, dass das der 7.3. der Equal Pay Day ist, sprich dass bis gestern FLINTA* 66 Tage unentlohnt gearbeitet haben, weil sie sie durchschnittlich 18 % weniger verdienen als Männer (einheitlicher Stundenlohn vorausgesetzt). Doch das ist ja nur eine statistische Wahrheit, denn in der Regel arbeiten mehr FLINTA* in Jobs mit geringerem Stundenlohn und oftmals auch unter prekären Bedingungen. FLINTA* arbeiten eher in Care-Berufen, die per se unterbezahlt sind, wenn eine berücksichtigt, welchen immensen Wert diese Arbeiten für die Gesellschaft haben.

Ein Satz, der mir von der „Feuer und Flamme dem Patriarchat“-Demo nachhängt: Während von FLINTA* mittlerweile erwartet wird, dass sie 100 Prozent Erwerbsarbeit und so ihren „gleichen“ Anteil am Haushaltseinkommen leisten, teilen sich Erziehung, Haushalt etc. nach erledigter Erwerbsarbeit nicht gleichberechtigt auf.c Für mich als Alleinerziehende ist das natürlich nicht ganz mein Thema, denn hier gibt es niemanden, mit dem ich mir die Care-Arbeit aufteilen kann.

Dennoch ging ich mit dem Gefühl von der Demo, dass ich eine priviligierte, mittelalte weiße Frau bin und ich mich damit kurz vor „altem, weißen Mann“ fühle. Und das meine ich ernst: Ich habe einen Jobb, mit dem ich gut verdiene. Im Vergleich mit anderen Alleinerziehenden haben wir (das Kind und ich) überdurchschnittlich viel Geld zur Verfügung. Die Bedingungen in meinem Job sind mehr als fair.

Ich habe das Glück gehabt, dass ich als Tochter einer Feministin aufgewachsen bin, die mir mit aller Vehemenz verboten davon abgeraten hat, „irgendwas Soziales“ zu machen. Genau genommen hat sie es mir verboten. Und zwar aus dem vorrangigen Grund, dass sie nicht wollte, dass ich als Frau das ausbeuterische System unterstütze. Ein System das vom Patriarchat aufgebaut und am Leben gehalten wird. In dem es vorranig darum geht, FLINTA* klein zu halten.

 

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a Frauen, Lesben, inter, non-binäre, trans und agender Personen

b Gilt sowohl für den alten als auch neuen Job.

c nicht wortwörtlich

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